DBU fördert 100. Start-up – di.monta macht Recycling per KI effizient

Die DBU hat jetzt ihr 100. Start-up in die Green-Start-up-Förderung aufgenommen. Das Unternehmen di.monta aus Aachen entwickelt Fähigkeiten zur effizienten Demontage von etwa Elektrogeräten wie Waschmaschinen oder E-Autobatterien per Roboter und künstlicher Intelligenz.

Ziel des Aachener Start-ups ist die Wiederverwendung möglichst vieler Bauteile, ein zügiges Recycling und in der Folge eine wirksame Kreislaufwirtschaft. „Wir wollen Herstellern von Produkten eine wirtschaftliche, effiziente und automatisierte Möglichkeit zum erneuten Nutzen und Recycling von Altgeräten bieten“, sagt Markus Schmitz vom fünfköpfigen Gründungsteam. Bei di.monta handelt es sich um ein Ausgründungsvorhaben aus der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen.

Roboter bewältigt Demontage eigenständig, schnell und sicher

Schmitz erklärt das Prinzip anhand einer Waschmaschine: „Unsere Software analysiert die Demontage der Maschinen durch Fachleute – und lernt Schritt für Schritt dazu.“ Das Ziel: Mithilfe der selbstlernenden Software bewältigt ein Roboter die Demontage eigenständig, schnell und sicher. Möglichst viele Bauteile – etwa die Gewichte einer Waschmaschine für einen festen Stand beim Schleudern – können Schmitz zufolge dann in einer neuen Maschine verbaut werden, andere Teile werden effizient recycelt. Schmitz weiter: „Mikrochips und Kabel enthalten wertvolle Edelmetalle. Eine passgenaue Demontage führt zu einem einfachen, präzisen und energiearmen Recycling. Rohstoffe gelangen schneller zurück in den Wirtschaftskreislauf.“

Junges Team aus Aachen: Carolin Benjamins, Florian Menz, Markus Schmitz, Daniel Gossen und Neil May (von links) wollen mit ihrem Startup di.monta die Kreislaufwirtschaft in der Elektronikindustrie voranbringen.
© di.monta

Große Chance für mehr Energieunabhängigkeit

Das sei gelebte Kreislaufwirtschaft, für Firmen wirtschaftlicher als die Verwendung immer neuer Rohstoffe und stärke den Umweltschutz. Risikoreiche Demontagen etwa von E-Autobatterien will das Start-up durch Automatisierung reduzieren. Schmitz sieht in derartigen Anwendungen eine große Chance für mehr Energieunabhängigkeit: „Bauteile und technische Komponenten, die bei der Umsetzung der Energiewende unverzichtbar sind, können auf diese Weise in nationaler oder europäischer Kreislaufwirtschaft für neue Nutzungen bewahrt werden.“

„DBU-Förderung wichtiges Zeichen für die Legitimität der Start-ups“

Alexander Müller ist langjähriges Mitglied der DBU-Start-up-Jury. Er schätzt an der DBU-Start-up-Förderung neben der finanziellen Unterstützung besonders einen Aspekt: „Die Start-ups durchlaufen bei der DBU ein intensives Auswahlverfahren. Wenn die Deutsche Bundesstiftung Umwelt ein Unternehmen fördert, ist das für viele Investoren ein wichtiges Zeichen für die Legitimität der Start-ups. Daraus resultieren oft größere Investitionen in die jungen Firmen.“ Als Jury-Mitglied reizte Müller nicht nur die aktive Unterstützung der deutschen Start-up-Branche, sondern auch die Vielfalt der Ideen: „Häufig hat man bestimmte Themen für Nachhaltigkeitsinnovationen zunächst nicht auf dem Schirm. Bei den Start-up-Präsentationen geht einem dann ein Licht auf. Das begeistert mich am meisten“, sagt Müller.

„di.monta ist ein vorzügliches Beispiel und zeigt, was junge Gründerinnen und Gründer auf die Beine stellen können. Mit grünen Technologien lässt sich Geld verdienen. Als DBU bleiben wir ein verlässliches Sprungbrett für Start-ups, die als Pioniere mit ihren innovativen Ideen unverzichtbar für mehr Klima- und Umweltschutz und damit auch für eine zukunftsfähige Wirtschaft sind.“

Seit Beginn des Green Start-up-Programms im Jahr 2019 hat die DBU junge Firmen mit mehr als zwölf Millionen Euro unterstützt.

Green Start-up-Förderung – So geht’s

Mit der Green Start-up-Förderung unterstützt die DBU Gründer*innen, die umweltentlastende, innovative und wirtschaftlich tragfähige Geschäftsmodelle entwickeln. Die Förderung sieht im Wesentlichen vor, ein Gründungsteam finanziell und ideell zu unterstützen, um eine Vollzeitbefassung mit ihrem Start-up zu ermöglichen.
Weitere Informationen zur Angtragsstellung unter: https://www.dbu.de/foerderung/green-start-up/