Nachhaltigkeitsjournalismus: Vom Wissen zum Wirken

Kommunikation rund um Nachhaltigkeitsthemen steht vor einer zentralen Hürde: Wissen allein führt selten zum Handeln. Während klassische Berichterstattung oft bei Fakten und Sachzusammenhängen verharrt, braucht es Impulse und Emotionen, um Themen wie Klimawandel und Artensterben im Alltag zu vermitteln und umzusetzen. Als Kontrollinstanz für Politik und Wirtschaft nimmt der Journalismus zudem eine Schlüsselrolle ein, um Missstände aufzudecken und nachhaltige Praktiken voranzutreiben. Daher unterstützt die DBU mit ihrem Themencluster „Nachhaltigkeitsjournalismus“ wegweisende DBU-Projekte, die fundierte Information mit Motivation und konkreten Handlungsoptionen verknüpfen. Zwei davon stellen wir hier vor.

Weitere Projektbeispiele finden sich unter: www.dbu.de/themen/foerderinitiativen/nachhaltigkeitsjournalismus/

Journalismus-Lab Biodiversität: Von Fakten zu begeisternden Berichten

Obwohl der Schutz der Biodiversität für uns Menschen existenziell ist, bleibt das Thema im öffentlichen und medialen Diskurs oft eine Nische. Das will das Journalismus-Lab „Der Wert der Natur“ der Riff freie Medien gGmbH, Berlin, ändern. Das Ziel: Qualitätsjournalismus stärken und die Bedeutung biologischer Vielfalt kulturell, wissenschaftlich und politisch sichtbarer machen.

Den Wert von Natur und Biodiversität will das Journalismus-Lab sichtbar machen und Qualitätsjournalismus stärken.
© KrumpyOne – stock.adobe.com

Im Zentrum des Projekts stehen die Förderung von Rechercheprojekten und eine Workshopreihe für zwölf freiberufliche Journalist*innen. Diese setzen sich intensiv mit umweltökonomischen Leitfragen auseinander: Welchen  Wert hat die Natur? Welche Schäden drohen bei ihrem Verlust? Und wie gehen Wirtschaft und Politik künftig mit diesem „Kapital“ um? Das Lab ist im Jahr 2025 gestartet und bietet 2026 erneut zwölf Recherche- und Weiterbildungsstipendien in Höhe von je 5.000 Euro an.

Die Geförderten bilden eine Lerngemeinschaft, die in Onlineworkshops Expertise aufbaut und gleichzeitig eigenständige Rechercheprojekte verfolgt. Das Ergebnis im Jahr 2025: 40 Berichte und Reportagen, zum Beispiel über die Bewirtschaftung von Mooren, afrikanische Nationalparks, zum Tropenwaldfonds, zur Rolle der Europäischen Zentralbank für den Naturschutz oder zur Frage „Wie vergütet man Blühwiesen und Hecken?“. Die Beiträge erschienen in großen Medien wie Tagesspiegel, Süddeutsche Zeitung, spektrum.de, brand eins, SWR und Deutschlandfunk. Das diesjährige Projekt wird von der DBU sowie der KfW Stiftung und der Heidehof Stiftung ermöglicht.

Mehr zum Projekt unter: www.dbu.de/projektbeispiele/journalismus-lab-zum-der-wert-der-natur/
AZ 40010

Klima-Physik im Podcast: Wissensvermittlung mal anders
Der Podcast „Jetzt mal ganz in Ruhe“ vermittelt Klima-Physik leicht verständlich.
© Timo Zett, Studio Feynstein

Physik – für viele klingt das nach komplizierten Formeln und trockenem Stoff. Aber was, wenn man Klima-Physik einmal ganz anders vermittelt? Genau das hat sich das Studio Feynstein aus Wedel gedacht. Mithilfe des Podcasts „Jetzt mal ganz in Ruhe“ steht Klima-Physik im Mittelpunkt. Noch ein Klima-Podcast? Ja, aber ganz in Ruhe und ganz von vorne:

Ob Geo-Engineering, Treibhauseffekt oder Kernfusion: Die Physiker Michael Büker und Johannes Kückens gehen zusammen mit Moderator Jens Schröder den Themen auf den Grund – leicht verständlich, ohne erhobenen Zeigefinger, politische Botschaften oder mahnende Worte. Auch ein paar Hörer*innenfragen-Folgen wurden produziert. Evaluations-Partner war das Team der Physik-Didaktik der Universität Hamburg. Publikumsbefragungen und Schüler*inneninterviews zeigen: Besonders gelobt werden die klare Erzählstruktur und wiederkehrende Elemente wie Zusammenfassungen, Wiederholungen und Fragen.

Allerdings wurde von den Schüler*innen auch angemerkt, dass man sich eine bessere inhaltliche Passung von Podcast-Inhalten und dem im Unterricht behandelten Lernstoff – dem Curriculum – wünsche. Auch eine Lernumgebung, die das konzentrierte Hören möglich macht, ist wichtig. Durch einen Workshop für Lehrkräfte wurde daraufhin gezeigt, wie man Podcast-Inhalte im Physik-Unterricht einsetzen kann. Zwischen September 2024 und März 2025 wurden 20 Folgen auf diversen Podcastplattformen veröffentlicht – mit circa 240.000 Abrufen ein voller Erfolg.

Zum Nachhören unter: https://ganzinruhe.podigee.io/
AZ 39310

Melanie Vogelpohl vertritt das DBU-Referat „MINT-Bildung und Nachhaltigkeitsbewertung“ in der Abteilung Umweltkommunikation und Kulturgüterschutz, Internationale Förderung.  Sie hat einen Bachelor of Engineering in Wirtschaftsingenieurwesen mit den Schwerpunkten Energie- und Umwelttechnik und einen Master of Science in Regenerative Energien und Energieeffizienz. Neben nachhaltiger Energieversorgung schlägt ihr Herz für MINT = Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik sowie Kommunikation. Sie ist Ansprechpartnerin für das DBU-Fördercluster „Nachhaltigkeitsjournalismus“.