Zehn Jahre Naturparadies GrĂŒnhaus: neues Finanzmodell dauerhaft erfolgreich

NABU-Stiftung Nationales Naturerbe und Deutsche Bundesstiftung Umwelt bilanzieren – Bewirtschaftung und Patenspenden decken Kosten

Berlin/OsnabrĂŒck. Die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe und die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) blicken auf zehn Jahre erfolgreichen Aufbau des NABU-Naturparadieses GrĂŒnhaus in der Niederlausitz zurĂŒck. 2003 kaufte die NABU-Stiftung die ersten 900 Hektar des rund 2.000 Hektar großen Naturschutzprojektes in einem ehemaligen TagebaugelĂ€nde bei Finsterwalde. Die DBU unterstĂŒtzte den Aufbau des grĂ¶ĂŸten NABU-Schutzgebietes in Deutschland in den Jahren 2003 bis 2006 mit einer Förderung von 700.000 Euro. GrĂŒnhaus bietet heute eine Heimat fĂŒr ĂŒber 3.000 Arten, darunter so geschĂŒtzte wie den Wiedehopf oder die Kraniche, die sich jetzt in GrĂŒnhaus wieder fĂŒr ihre HerbstzĂŒge sammeln. Im Rahmen des dreijĂ€hrigen DBU-Projektes „Spendenfinanziertes FlĂ€chenmanagement im Naturschutz – ein GeschĂ€ftsmodell?“ erprobte die NABU-Stiftung in einem innovativen Vorhaben, ob sich Naturschutzprojekte dieser GrĂ¶ĂŸenordnung auch langfristig ĂŒber private Spenden finanzieren lassen.

Einen "ganz neuen Weg bei der Bewahrung wertvoller NaturschutzflÀchen" gegangen

„Die DBU ermöglichte es uns, einen ganz neuen Weg bei der Bewahrung wertvoller NaturschutzflĂ€chen zu gehen“, sagte Christian Unselt, Vorsitzender der NABU-Stiftung. Durch die Förderung umfangreicher Investitionen in die Öffentlichkeitsarbeit und in die Spendenwerbung konnte die NABU-Stiftung nicht nur rund 315.000 Euro an Spenden fĂŒr den Kauf des ökologisch wertvollen Lebensraums einwerben, sondern auch 460 Naturfreunde gewinnen, die in GrĂŒnhaus die Patenschaften fĂŒr einzelne Hektar der Landschaft ĂŒbernahmen. „Heute können wir die HĂ€lfte der laufenden Projektkosten ĂŒber die jĂ€hrlichen BeitrĂ€ge unserer aktuell 520 GrĂŒnhaus-Paten bestreiten. Zusammen mit den Einnahmen aus der Bewirtschaftung kleinerer TeilflĂ€chen trĂ€gt sich das Naturparadies GrĂŒnhaus damit komplett aus eigenen KrĂ€ften. Wir können also sagen: Der durch die DBU geförderte Ansatz war erfolgreich“, so Unselt.

"Wesentlicher Beitrag zum Erhalt des nationalen Naturerbes geleistet"

„Wir freuen uns sehr, dass durch die UnterstĂŒtzung der DBU nicht nur ein innovatives GeschĂ€ftsmodell zum spendenfinanzierten FlĂ€chenmanagement im Naturschutz angestoßen, sondern auch erfolgreich umgesetzt werden konnte“, erklĂ€rte DBU-GeneralsekretĂ€r Dr.-Ing. E. h. Fritz Brickwedde. Besonders die BewĂ€ltigung der Folgekosten nach dem Kauf von NaturschutzflĂ€chen sei ein zentrales Problem bei der Übertragung von FlĂ€chen aus der Bergbaufolgelandschaft. „Weil das Gebiet durch das spendenfinanzierte Modell seit zehn Jahren im Sinne des Naturschutzes betreut und erfolgreich gesichert wird, konnten sich seltene und bedrohte Tier- und Pflanzenarten ansiedeln und damit ein wesentlicher Beitrag zum Erhalt des nationalen Naturerbes geleistet werden.“

Rast fĂŒr 1000 Kraniche auf dem Weg ins Winterquartier

Im Zentrum der Naturschutzarbeit in GrĂŒnhaus steht auch 2013 wieder die naturschutzfachliche Begleitung der laufenden Tagebausanierung, um trotz der Sicherungsarbeiten im GelĂ€nde wertvolle Landschaftsstrukturen wie Böschungen, Rohbodenareale und SukzessionsflĂ€chen zu erhalten. Ehrenamtliche Naturbeobachter untersuchen jĂ€hrlich die Tier- und Pflanzenvorkommen im Schutzgebiet. So werden derzeit um die 1000 Kraniche beobachtet, die auf dem Weg in das Winterquartier im Naturparadies GrĂŒnhaus Rast machen.

DBU sichert und betreut 62.000 Hektar auf bundesweit 49 FlÀchen des Nationalen Naturerbes

Die DBU fördert neben innovativen und umweltentlastenden Modellprojekten in Umwelttechnik, -forschung und -kommunikation auch Naturschutzvorhaben, die LebensrĂ€ume oder wildlebende Arten schĂŒtzen sowie einer natĂŒrlichen, standortspezifischen Vielfalt und einer nachhaltigen Nutzung von Arten und Ökosystemen dienen. Praktisch setzt die DBU dieses Ziel der aktiven Sicherung und Betreuung von 62.000 Hektar auf bundesweit 49 FlĂ€chen des Nationalen Naturerbes mit ihrer Tochtergesellschaft, der DBU Naturerbe GmbH, um.

NABU-Stiftung hat ĂŒber 15.000 Hektar Land in Deutschland erworben

Aufgabe der NABU-Stiftung ist vorrangig der Erwerb und die langfristige Entwicklung von NaturschutzflĂ€chen, um diese dauerhaft als Lebensraum fĂŒr bedrohte Tiere und Pflanzen zu bewahren. Seit ihrer GrĂŒndung hat die NABU-Stiftung bereits ĂŒber 15.000 Hektar Land in ganz Deutschland erworben.

Ansprechpartner fĂŒr Fragen zum Projekt: Frauke Hennek, NABU-Stiftung Nationales Naturerbe, Telefon 030/284984-1810

Rund 1.000 Kraniche machen zurzeit auf dem Weg in ihr Winterquartier im Naturparadies GrĂŒnhaus Rast.
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