Weltausstellung EXPO 2000: Deutsche Bundesstiftung Umwelt unterstützt neue Lösungsstrategie

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Magdeburg. "Die Weltausstellung EXPO 2000 Hannover mit dem Leitthema 'Mensch - Natur - Technik' bietet als internationales Ereignis der Umweltkommunikation eine besondere Chance und fordert außergewöhnliches Engagement von den Akteuren in der Region und im Land. Hervorragende Leistungen und beispielgebende zukunftsweisende Lösungen in den verschiedensten Bereichen des Umweltschutzes und der Umweltvorsorge sind gefragt. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt will hierzu im Rahmen ihrer Förderleitlinien ihren Beistrag leisten." - Mit diesen Worten ging heute vor Medienvertretern in Magdeburg am Rande einer Informationstagung des Instituts für Weiterbildung und Beratung im Umweltschutz (IWU) Ansgar Holzknecht, EXPO-Beauftragter der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (Osnabrück), auf das EXPO-Engagement der größten Umweltstiftung Europas speziell in Sachsen-Anhalt ein.



Sachsen-Anhalt - seit 1993 Arbeit für die EXPO 2000

Sachsen-Anhalt habe recht frühzeitig das Thema und die besonderen Möglichkeiten der Weltausstellung zum Anlaß genommen, einen eigenen Beitrag zu diesem internationalen Großereignis zu entwickeln. Bereits 1993 sei damit begonnen worden, im Land dringend zu realisierende Großvorhaben auf ihre "EXPO-Tauglichkeit" hin zu prüfen. Im besonderen habe die Deutsche Bundesstiftung Umwelt das Vorhaben zur Beteiligung des Bundeslandes Sachsen-Anhalt an der Weltausstellung EXPO 2000 unterstützt.

Bitterfeld - Dessau - Wittenberg - eine exemplarische Region für den ökologischen Umbruch

Fördermittel der Umweltstiftung halfen, so Holzknecht, zunächst das Grobkonzept des Landes zur Beteiligung an der Weltausstellung zu entwickeln. Die mitteldeutsche Industrieregion mit dem Schwerpunkt Bitterfeld-Dessau-Wittenberg wurde Ende 1994 als Korrespondenzregion durch die EXPO GmbH in Hannover bestätigt. In dieser Region stünden exemplarisch für viele Industrieregionen und für den Wiedervereinigungsprozeß alle Facetten eines zwingend erforderlichen ökonomischen, ökologischen und sozialen Umbruchs an.

13 Millionen Mark von der DBU für projekte in Sachsen-Anhalt

In den vergangenen vier Jahren wurden seitens der Stiftung in dieser Region bereits 47 Projekte mit rund 13 Millionen Mark aus fast allen Förderbereichen der Umweltstiftung auf den Weg gebracht. Dazu zählen Projekte wie:

- die modellhafte Sanierung umweltgeschädigter Kulturgüter in der Dessau-Wörlitzer Kulturlandschaft,

- wissenschaftlich-technische Entwicklungen zur Sanierung hochkontaminierter Chemiestandorte in Bitterfeld,

- Modelluntersuchungen zur Gestaltung von Bergbaufolgelandschaften am Beispiel Goitsche,

- das Umwelt- und Naturbildungszentrum am Muldestausee,

- das Umweltkonzept der Stadt Dessau,

- die ökologische Umgestaltung des kirchlichen Forschungsheimes in Wittenberg und

- der Aufbau einer Organisationsstruktur zur ökologischen Umgestaltung der mitteldeutschen Industrieregion.

Auch zukünftig wird die Umweltstiftung Projekte unterstützen, die eine dauerhauft umweltgerechte Entwicklung fördern, so Holzknecht, den die DBU seit Anfang 1995 gemeinsam mit Doris Kaiser (mit Siz´tz in Magdeburg)zur Vorbereitung, Qualifizierung und Auswertung von themengerechten Beiträgen zur Weltausstellung als EXPO-Beauftragte eingesetzt hat.

Vorhaben zum Schutz der Umwelt unter besonderer Berücksichtigung der mittelständischen Wirtschaft fördern

Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt gehört mit einem Stiftungsvermögen von rund 2,6 Milliarden Mark zu den größten Stiftungen Europas. Hauptaufgabe der Stiftung ist es, Vorhaben zum Schutz der Umwelt unter besonderer Berücksichtigung der mittelständischen Wirtschaft zu fördern. Dafür wurden die Förderbereiche

- Zukunftsweisende, umweltorientierte Unternehmensführung, Produkte und Technologien

- Innovative Verfahrenstechniken zur Wiederverwertung, Entsorgung und Emissionsminderung

- Rationelle Energienutzung und regenerative Energien

- Umweltvorsorge und angewandte Umweltforschung

- Umwelt und Landwirtschaft

- Umwelt und Verkehr

- Umweltinformationsvermittlung und Umweltberatung

- Umweltbildung

- Schutz und Bewahrung umweltgeschädigter Kulturgüter eingerichtet.

Bereits 1.500 Projekte mit insgesamt 750 Millionen Mark gefördert

Seit Aufnahme der Fördertätigkeit der Deutschen Bundesstiftung Umwelt im März 1991 wurden rund 1.500 Vorhaben des innovativen Umweltschutzes mit einem Gesamtvolumen von ca. 750 Millionen Mark gefördert. Mehr als die Hälfte der Mittel wurden für Projekte in den neuen Bundesländern bewilligt.