Vom Großstadtdschungel in den Urwald

Einzigartiges Waldnaturschutzgebiet bei SaarbrĂŒcken - Kontrast fĂŒr StĂ€dter - Deutsche Bundesstiftung Umwelt fördert mit rund 500.000 Euro
SaarbrĂŒcken. Sie befĂ€llt jeden. Selbst den eingefleischtesten StĂ€dter. Irgendwann ist sie da, die Sehnsucht nach wilder Natur. Wer in SaarbrĂŒcken lebt, kann sich freuen: in unmittelbarer NĂ€he liegt das bundesweit einzigartige Waldnaturschutzgebiet Urwald vor den Toren der Stadt. Auf etwa 1000 Hektar dĂŒrfen Pflanzen sprießen, Tiere leben, der Wald wachsen, wie er will. "Weil der Mensch in das Gebiet nicht eingreift, kann es sich so dynamisch entwickeln, wie es fĂŒr UrwĂ€lder typisch ist", sagt Franz-Georg Elpers, Pressesprecher der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). In einem Projekt unter FederfĂŒhrung des Naturschutzbundes NABU sollen die Besucher an die verwildernde Natur herangefĂŒhrt werden, ohne diese zu stören. Die DBU unterstĂŒtzt das Vorhaben mit knapp einer halben Million Euro. Heute fiel der offizielle Startschuss.

Kontrast zum Alltag

"Ziel ist es, den Menschen der Region Gelegenheit zu geben, Kontraste zu ihrem Alltagsleben zu erfahren", so Elpers. Dabei geht das Projekt ĂŒber klassische naturschutzfachliche Fragen hinaus: Fragen der BiodiversitĂ€t und zum Wert der Natur sollen ebenso aufgegriffen werden, wie die kulturelle Wahrnehmung von Wildnis und die Beziehung zwischen Mensch und Natur. Auch kĂŒnstlerische AnnĂ€herungen an das Thema Wildnis werden berĂŒcksichtigt.

Wildnisakademie fĂŒr StĂ€dter

"Das Konzept sieht vor, in einer Wildnisakademie zwei Schwerpunkte umzusetzen", erlĂ€utert Elpers. Unter dem Motto "Gemeinsam Gestalten" sollten unter anderem Lehrpfade und ein Leitsystem fĂŒr die Besucher entstehen. Der Punkt "Gemeinsam Erleben" sehe Workshops, Seminare und Erlebnistage fĂŒr Erwachsene, Jugendliche und Kinder vor. "Das Vorhaben könnte zum Modell fĂŒr die neuartige Vermittlung von Naturschutz in einem stĂ€dtisch und industriell geprĂ€gten Umfeld werden", so Elpers.
Der „Urwald vor den Toren der Stadt“, das in Deutschland einzigartige rund 1.000 Hektar große Waldnaturschutzgebiet zwischen Riegelsberg, Quierschied und SaarbrĂŒcken, wird von der der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) mit knapp einer halben Million Euro gefördert. GeneralsekretĂ€r Dr.-Ing. E. h. Fritz Brickwedde (2.v.l.) kam an die Saar, um Umweltminister Stefan Mörsdorf (r.), dem Landesvorsitzenden des Naturschutzbundes (NABU) im Saarland, Ulrich Heintz (l.), und Michael Klein (2.v.r.), dem GeschĂ€ftsfĂŒhrer des SaarForst Landesbetriebes, den Bewilligungsbescheid zu ĂŒbergeben. Foto: Ruppenthal
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UnberĂŒhrte Natur: Im "Urwald vor den Toren der Stadt" bei SaarbrĂŒcken erstreckt sich ein rund 1.000 Hektar großes Waldnaturschutzgebiet. Mit finanzieller UnterstĂŒtzung der DBU sollen StĂ€dter dort in einer "Wildnisakademie" nun alles zum Thema Natur erfahren.
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