Umwelt-Kick durch Internet-Klick: Mit modernen Medien Jugend aktivieren

Bundesstiftung Umwelt fördert neue ZDF-/3SAT-Produktion mit fast einer Million Mark - Start im Herbst - Ziele der Agenda 21 begreifbar machen
Osnabrück/Papenburg/Berlin. Der Produktion einer neuen, interaktiven, multimedialen Unterhaltungssendung für Jugendliche über Umwelt und Entwicklung mit Game-Show, Information, Dokumentation und Unterhaltung ab Herbst 1997 in 3SAT und ZDF steht nun nichts mehr im Wege. Das Kuratorium der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), Osnabrück, beschloß jetzt unter Vorsitz von Bundesbankpräsident Prof. Dr. Hans Tietmeyer, die 13folgige Unterhaltungsserie mit fast einer Million Mark zu fördern. Fritz Brickwedde, Generalsekretär der Stiftung: "Die Vernetzung von Ökologie und Ökonomie sowie von umweltbezogenen und sozialen Fragen für eine zukunftsfähige Entwicklung sind die Basis der Agenda 21. Die globalen und oftmals abstrakten Ziele dieses Programms der internationalen Staatengemeinschaft sollen durch Computersimulation mit Internetzugang spielerisch in der Unterhaltungssendung aufgegriffen und dadurch den Jugendlichen nahegebracht werden." Die Carsten Krüger Film- und Fernsehproduktion (Berlin) wird die Sendung produzieren.

Mit der Agenda 21 haben sich 1992 in Rio de Janeiro 179 Staaten - darunter auch die Bundesrepublik - zu einer ganzen Bandbreite umwelt- und entwicklungspolitischer Maßnahmen verpflichtet, die vor allem eine hohe soziale und umweltbezogene Verträglichkeit zum Ziel haben. In der geplanten Fernsehserie sollen die Ziele der Agenda 21 auf konkrete Alltagsprobleme übertragen und diskutiert werden. Umwelttechnologische und soziale Fragen werden am konkreten nachvollziehbaren Beispiel geklärt.

Die Rahmenhandlungen der geplanten Sendung, die bewußt wie eine Unterhaltungssendung inszeniert werde, sei, so Brickwedde, aus dem Leben gegriffen: Aus einem traditionellen Café - der alten Kesselschmiede in Papenburg - werde ein Erlebnis- und Internet-Café gemacht. Zu diesem Zweck werde es nach ökologischen Gesichtspunkten umgebaut, wobei für das junge Unternehmen zahlreiche Fragen aufträten. So sei die Technologie der Energieversorgung wie der Einsatz von Solaranlagen zu klären. Maßnahmen zur Wärmedämmung würden im Hinblik auf ihre Umweltverträglichkeit und Finanzierbarkeit diskutiert.

In den zwischenmenschlichen Beziehungen der Darsteller sei für reichlich Zündstoff gesorgt. "Lindenstraße" und "Gute Zeiten - schlechte Zeiten"-Verwöhnte würden ganz auf ihre Kosten kommen. Anders jedoch als in den bekannten Serien könnten hier jugendliche Zuschauer durch ein computergestütztes Simulationsspiel live per Internet und Fax mit den Akteuren im Fernsehen Kontakt aufnehmen und dadurch den Verlauf der Handlung beeinflussen. Die Darsteller holten sich weitere Informationen via Computer aus dem Internet. Den Weg beim Internet-Surfen verfolgten die Zuschauer am Bildschirm mit. Kurze Video-Filme oder Fachinformationen würden in die Sendung eingebunden.

Begleitend zur Serie sollen Bücher und Broschüren entwickelt werden, die die Themen vertiefen. Interessierte Jugendliche könnten sich, so Brickwedde, tiefer in bestimmte Aspekte einarbeiten, Lehrerinnen und Lehrer zeitgleich ausgewählte Themen in ihrem Unterricht behandeln. Erfahrene Fernsehleute gäben Tips für den Umgang mit der Videokamera und der Bildbearbeitung. Im Internet und in den Fernsehsendungen würden Jugendliche aufgerufen, eigene Beiträge zu erstellen, die dann mit den Möglichkeiten des Internets eingebracht werden könnten.