Stiftungstochter schützt Pöllwitzer Wald

Notartermin zur Übertragung – DBU Naturerbe GmbH neue Eigentümerin

Pöllwitz. Der Pöllwitzer Wald gehört nicht mehr dem Bund: Mit der notariellen Beurkundung des Übertragungsvertrages ist der letzte Schritt getan, um die DBU Naturerbe GmbH als Eigentümerin der Fläche ins Grundbuch einzutragen. Gemeinsam mit ihren Kooperationspartnern vor Ort kümmert sich die gemeinnützige Tochter der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) um den Naturschutz auf der rund 1.900 Hektar großen Fläche östlich von Zeulenroda-Triebes im Landkreis Greiz. Bisherige Eigentümerin war die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA). „Mit der Unterzeichnung des Schenkungsvertrages übernehmen wir die wichtige Aufgabe, die Natur auf der ehemals militärisch genutzten Liegenschaft dauerhaft zu erhalten und zu pflegen“, betont Dr. Heinrich Bottermann, DBU-Generalsekretär und Geschäftsführer der DBU-Tochter.

DBU-Tochter will Wald und Heide erhalten

Die DBU-Naturerbefläche Pöllwitzer Wald reicht etwa von Wolfshain im Süden bis Neuärgerniß im Norden sowie von Pöllwitz im Westen bis Welsdorf im Osten. Großflächige Fichten- und Kiefernwälder prägen neben den trockenen Heiden und Übergangs- und Schwingrasenmooren sowie den Moorbirkenwäldern den Naturraum. Das Militär beschlagnahmte ab 1964 einen Teil des Waldes als Schießplatz und bildete bis 1990 unter anderem Grenztruppen dort aus. In dem militärischen Sperrgebiet entwickelten sich wertvolle Lebensräume. „Wir wollen die Heidestandorte erhalten oder optimieren, insbesondere auch als Lebensraum für Brutvögel“, sagt Bottermann und erläutert weitere Elemente des naturschutzfachlichen Konzeptes: „Wir werden den weitgehend unzerschnittenen Wald erhalten. Allerdings wollen wir die Nadelholzbestände in naturnahe standortheimische Laubmischwälder umbauen. Langfristig sollen die Wälder sich selbst überlassen werden.“ Ein weiteres Ziel: Die Moor-, Bruch- und Sumpfwälder sowie die Auenwälder will die DBU-Tochter renaturieren.

Plan legt Maßnahmen der kommenden zehn Jahre fest - Ansprechpartner bleibt Bundesforst

Die Maßnahmen für die kommenden zehn Jahre sowie das Besucherlenkungskonzept werden Mitarbeiter der DBU-Tochter in einem Managementplan, dem Naturerbeentwicklungsplan, erarbeiten und vor Ort abstimmen. Ansprechpartner vor Ort bleiben die Mitarbeiter des Bundesforstbetriebes Thüringen-Erzgebirge, insbesondere der Revierleiter Robert Zimmermann-Safar.

Moorerlebnispfad um 440 Meter verlängert - DBU-Tochter erarbeitet 15 neue Infotafeln

Bereits seit der Unterzeichnung eines Rahmenvertrages mit der BImA 2013 verantwortet die DBU-Tochter alle Maßnahmen auf der Fläche. „Obwohl wir mit dem notariellen Übertragungsakt und der folgenden Grundbucheintragung erst Eigentümerin der Fläche sind, haben wir schon vorher notwendige Schritte im Sinne der Natur eingeleitet“, erläutert Bottermann. So haben die Mitarbeiter der Bundesforst in den Nadelwäldern Holz eingeschlagen. „Damit schaffen wir den Raum, dass beispielsweise junge Buchen aufwachsen können“, erläutert Zimmermann-Safar. Neben den naturschutzfachlichen Zielen will die DBU-Tochter die Fläche erlebbar machen. In Zusammenarbeit mit der Stadt Zeulenroda-Triebes und dem Tourismusverband hat die Osnabrücker Gesellschaft den Moorerlebnispfad erweitert. Im Juni eröffnete Landrätin Martina Schweinsburg den um 440 Meter verlängerten Pfad mit 15 neuen Infotafeln und Modulen.

DBU-Tochter übernimmt 47 Flächen mit insgesamt 60.000 Hektar vom Bund

Die DBU-Naturerbefläche Pöllwitzer Wald ist eine von insgesamt 47 bedeutsamen Flächen in Deutschland, die die Stiftungstochter seit 2009 schrittweise vom Bund übernimmt. Die DBU-Tochter versteht sich als Treuhänderin des Nationalen Naturerbes und will es für nachfolgende Generationen erhalten und fördern. Auf den insgesamt rund 60.000 Hektar in neun Bundesländern sollen offene Lebensräume mit ihren oft seltenen Arten durch zielgerichtete Pflege bewahrt, naturnahe Wälder möglichst ohne menschlichen Eingriff zu Wildnis entwickelt, artenarme Forste in naturnahe Wälder überführt und Feuchtgebiete sowie Fließ- und Stillgewässer ökologisch aufgewertet oder erhalten werden.

Notarielle Übertragung der Fläche: Der Pöllwitzer Wald geht in das Eigentum der DBU-Tochter über.
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Die DBU-Naturerbefläche Pöllwitzer Wald ist rund 1.900 Hektar groß.
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