Schutz der Umwelt durch die Entwicklung, Produktion und Verbreitung biologischer Pflanzenschutzmittel

Unternehmens-Portrait der Prophyta GmbH (Firmendarstellung)
Die Prophyta GmbH hat zur Zeit 17 Mitarbeiter. Die Firma wurde am 10.6.1992 von Dr. Peter LĂŒth gemeinsam mit zwei weiteren Mitarbeitern des ehemaligen Institutes fĂŒr Öl- und FutterpflanzenzĂŒchtung in Malchow auf der Insel Poel (Mecklenburg-Vorpommern) gegrĂŒndet.

Besonders bedeutende Firmendaten

1993: Start eines Entwicklungsprojektes zur Entwicklung biologischer Pflanzenschutzmittel im Rahmen des TOU-Programmes der Bundesregierung

1993 - 1997: Entwicklung eines Produktionsverfahrens zur Herstellung biologischer Pflanzenschutzmittel auf Basis von pilzlichen Mikroorganismen

1994: Start eines FuE-Projektes zur Entwicklung des bakteriellen PflanzenstÀrkungsmittels Phytovit WG im Rahmen des Programmes Biotechnologie 2000 der Bundesregierung

1995: Anmeldung des biologischen Fungizides Contans WG zur Zulassung in Deutschland

1996: Start des EU-Forschungsprojektes "Green Chemicals"

1996: Erster Preis im Wettbewerb "Integrierter Pflanzenschutz" des Bundeslandwirtschaftsministeriums

1997: Erste Zulassung von Contans WG in Deutschland (zur Anwendung bei Salat im GewÀchshaus)

1997: Antrag auf Aufnahme des Wirkstoffes Coniothyrium minitans in die EU-Wirkstoffliste fĂŒr Pflanzenschutzmittel (Voraussetzung fĂŒr Zulassung in den Mitgliedsstaaten der EuropĂ€ischen Union)

1998: Start des EU-Forschungsprojektes "BIPESCO" zur Entwicklung eines biologischen Insektizides

1998: Innovationspreis Mecklenburg-Vorpommern fĂŒr die Entwicklung eines biologischen Fungizides

1999: Zulassung von Contans WG in Deutschland fĂŒr die Anwendung im Raps

1999: Bau einer Produktionsanlage zur Massenproduktion von Contans WG

2000: Zulassung von Contans WG in der Schweiz

2000: Beginn der industriellen Produktion von Contans WG

2001: Zulassung von Contans WG in Österreich und in den USA sowie Polen; provisorische Zulassungen in Luxemburg und Frankreich

2001: Innovationspreis Mecklenburg-Vorpommern fĂŒr die Entwicklung eines Verfahrens zur Solid-State Fermentation filamentöser Pilze

2002: provisorische Zulassung von Contans WG in Italien, Zulassung des biologischen Nematizides BIOACT WG in den Philippinen

MĂ€rz 2002: Antrag auf Aufnahme des Wirkstoffes Paecilomyces lilacinus in die EU-Wirkstoffliste fĂŒr Pflanzenschutzmittel, erste GesprĂ€che bei der US Environmental Protection Agency zur Zulassung von BIOACT WG in den USA

Die GeschÀftsidee

Die Prophyta GmbH wurde am 10.06.1992 in Malchow auf der Insel Poel (Mecklenburg-Vorpommern) gegrĂŒndet. Voraussetzung fĂŒr die GrĂŒndung waren eine, wie sich spĂ€ter herausstellte, gute GeschĂ€ftsidee, das TOU-Programm (Technologieorientierte UnternehmensgrĂŒndung) der Bundesregierung sowie die Hinterlassenschaft eines ehemaligen DDR-Institutes. Die Laborausstattung des Institutes fĂŒr Öl- und FutterpflanzenzĂŒchtung konnte preiswert von der Treuhandanstalt erworben werden. Einige der gut ausgebildeten Mitarbeiter des ehemaligen Institutes nahmen die Herausforderung an und begannen unter Leitung von Dr. Peter LĂŒth mit der Entwicklung des ersten biologischen Fungizides in Deutschland.

Wirkliche Umweltentlastung angestrebt

Im Ausland, insbesondere in den USA, gab es zu diesem Zeitpunkt bereits einige Produkte auf Basis von Mikroorganismen. Diese Produkte waren jedoch fĂŒr "NischenmĂ€rkte” bestimmt. Sie waren viel zu teuer und zu schwierig anzuwenden, um auch auf den großen landwirtschaftlichen und gĂ€rtnerischen MĂ€rkten Fuß fassen zu können. Die Idee von Dr. LĂŒth war es nun, ein Produkt zu entwickeln, das auch auf diesen MĂ€rkten eine Chance haben wĂŒrde und damit wirklich zur Entlastung der Umwelt beitragen könnte.

Krankheitserreger stoppte Wachstum

Dazu sollte ein Pilz genutzt werden, der bereits 1988 bei Arbeiten in der Abteilung ResistenzprĂŒfung des ehemaligen Institutes gefunden worden war. Die Mitarbeiter der Abteilung hatten damals die Aufgabe, die Sporen eines pilzlichen Pflanzenkrankheitserregers zu produzieren, um damit eine kĂŒnstliche Infektion am Rotklee zu erzeugen. Es sollten RotkleezuchtstĂ€mme selektiert werden, die gegen diesen Krankheitserreger resistent sind. Die angewandte Methode funktionierte sehr gut bis plötzlich der Krankheitserreger kein Wachstum mehr zeigte. Eine genauere Untersuchung dieses Umstandes zeigte dann, dass der Krankheitserreger selbst von einem Mikroorganismus, nĂ€mlich dem Pilz Coniothyrium minitans, befallen war.

Potenzial fĂŒr ein natĂŒrliches Pflanzenschutzverfahren

Schon damals erkannte Dr. LĂŒth, dass dieser Pilz das Potenzial fĂŒr ein natĂŒrliches Pflanzenschutzverfahren besitzt. Nur konnte zum damaligen Zeitpunkt aufgrund der politischen VerhĂ€ltnisse nicht daran gedacht werden, dieses Potenzial zu nutzen.

GeschÀftsidee erwies sich als tragfÀhig

Erst nach der politischen Wende und der Wiedervereinigung war es möglich, das Unternehmen zu grĂŒnden, welches die Entwicklung eines biologischen Fungizides mit Nachdruck vorantreiben konnte. Es mussten jedoch große Schwierigkeiten ĂŒberwunden werden, bevor das Produkt Contans WG in den Markt eingefĂŒhrt werden konnte. GlĂŒcklicherweise erwies sich die GeschĂ€ftsidee in allen Belangen, ob bei der Beschaffung des notwendigen Startkapitals, bei der Entwicklung der Produktionstechnologie, bei der Zulassung des fertig entwickelten Produktes als Pflanzenschutzmittel oder beim Aufbau eines internationalen Vertriebssystems als tragfĂ€hig. Die wichtigste BewĂ€hrungsprobe bestand in der DurchfĂŒhrung der amtlichen WirkungsprĂŒfung. Doch auch hier erfĂŒllte das Produkt die Erwartungen seiner Entwickler.

Sclerotinia-FÀule wirkungsvoll eingeschrÀnkt

Durch den Einsatz von Contans WG kann die Sclerotinia-FĂ€ule, die an sehr vielen Kulturpflanzen zu hohen Ertrags- und QualitĂ€tsverlusten fĂŒhrt und bislang nur durch den Einsatz chemisch-synthetischer PrĂ€parate bekĂ€mpft werden konnte, wirkungsvoll eingeschrĂ€nkt werden. In vielen FĂ€llen ist die Wirkung sogar besser als die der chemisch-synthetischen Konkurrenzprodukte.

Die Entwicklung des Produktionsverfahrens

Voraussetzung fĂŒr die Entwicklung des Produktionsverfahrens war die Bestimmung der Zieleigenschaften des Produktes. Dies war weitgehend vom angestrebten Markt sowie vom Zweck des Produkteinsatzes abhĂ€ngig. Es sollte eine völlig neue Kategorie von Fungiziden entwickelt werden, die folgende Eigenschaften besitzen:

- umweltschonend
- anwenderfreundlich
- preiswert

Dazu musste das Produkt aus einem Mikroorganismus bestehen, der weder irgendwelche umweltgefÀhrdenden, noch toxischen oder pathogenen Eigenschaften aufweist. Der Pilz Coniothyrium minitans wurde daher in umfangreichen Untersuchungen durch GLP-zertifizierte Laboratorien hinsichtlich der genannten Eigenschaften untersucht.

Alle "Sicherheitstests" bestanden

Es stellte sich heraus, dass er alle Forderungen erfĂŒllt. So weist Coniothyrium minitans zum Beispiel bei Temperaturen von ĂŒber 30 Grad Celsius kein Wachstum mehr auf, womit ausgeschlossen ist, dass der Pilz ein Pathogen fĂŒr WarmblĂŒter sein kann. In anderen Tests wurde nachgewiesen, dass er keine schĂ€dlichen EinflĂŒsse auf Fische und Wasserflöhe hat. Es wurden alle Tests zur Bestimmung möglicher toxischer oder ökotoxischer Eigenschaften durchgefĂŒhrt, wie sie auch fĂŒr chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel vorgeschrieben sind. Nicht in einem einzigen Test konnte auch nur das geringste Zeichen fĂŒr eine auf die Umwelt negative Wirkung gefunden werden.

Geringer Preis als Voraussetzung

Voraussetzung fĂŒr die Realisierung eines geringen Preises war die Entwicklung eines Verfahrens, mit dem die Sporen des Pilzes in großer Anzahl produziert werden können. Dieses Problem löste die Prophyta GmbH mit der Entwicklung eines völlig neuartigen Verfahrens zur Feststoffkultur (Solid-State Fermentation) filamentöser (myzelbildender) Pilze. Mit diesem Verfahren ist es möglich, in großen Fermentern bis zu 5 x 1014 Sporen von C. minitans zu produzieren. Das Verfahren wurde international zum Patent angemeldet, wobei das europĂ€ische Patent bereits erteilt ist. Es wird zur Zeit in den Mitgliedsstaaten des europĂ€ischen Patentabkommens validisiert.

Mikrosiebverfahren entwickelt

Nun galt es, die Sporen von dem Gesamtprodukt zu trennen. Nur ein Wirkstoff, der aus den reinen Sporen besteht, garantiert eine hohe QualitĂ€t des Produktes, da nur so die Anzahl der Sporen im Produkt genau bestimmt und die Abwesenheit von schĂ€dlichen Beiprodukten, welche die Anwenderfreundlichkeit beeintrĂ€chtigen oder die Wirkung herabsetzen könnten, verhindert werden kann. FĂŒr die Gewinnung der reinen Sporen wurde ein Mikrosiebverfahren entwickelt und als Gebrauchsmuster angemeldet. Mit diesem Verfahren können kleine Partikel, nĂ€mlich die Sporen, welche einen Durchmesser von nur 5 Mikrometer aufweisen, von grĂ¶ĂŸeren Partikeln, nĂ€mlich den Resten des Pilz-Kultursubstrates, dem Pilzmyzel und den Resten der Pilz-Fruchtkörper, die mehr als 20 Mikrometer groß sind, abgetrennt werden. Resultat der Mikrosiebung ist eine reine Sporensuspension, die etwa eine Konzentration von 3 x 109 Sporen pro Milliliter aufweist. Pro Fermenter können ca. 150 Liter dieser Suspension erzeugt werden.

Wasserlösliches Granulat

Eine weitere wichtige Herausforderung bestand darin, aus dieser Suspension ein anwenderfreundliches Endprodukt herzustellen, das bereits bei einer Anwendung in geringen Mengen mit herkömmlicher Technik eine gute krankheitsbekĂ€mpfende Wirkung aufweist. Die Mitarbeiter der Prophyta GmbH entschieden sich fĂŒr die Entwicklung eines wasserlöslichen Granulates. Ein wasserlösliches Granulat staubt nicht und kann mit einer in allen Betrieben vorhandenen Pflanzenschutzspritze ausgebracht werden.

Wirbelschichttrocknung

Die ausgewĂ€hlte Methode zur Herstellung des Granulates war die sogenannte Wirbelschichttrocknung. Dabei wird ein Stoff (in diesem Fall der Wirkstoff eines Pflanzenschutzmittels) auf ein granulöses TrĂ€germaterial aufgesprĂŒht. Es wurde ein Verfahren entwickelt, mit dem die Wirbelschichttrocknung fĂŒr die Herstellung des Produktes genutzt werden konnte. Als TrĂ€germaterial wurde Traubenzucker verwendet. Die Wahl fiel auf diesen TrĂ€ger, weil er absolut unbedenklich fĂŒr die Umwelt ist. Das wichtigste Problem bei der Entwicklung der Formulierungsmethode bestand darin, die Pilzsporen vital zu erhalten. Dieses wurde durch die Erarbeitung eines bestimmten Temperaturregimes wĂ€hrend der Trocknung gelöst. Das fertige Produkt besteht somit ausschließlich aus den Sporen des nĂŒtzlichen Pilzes und Traubenzucker, es ist gut in Wasser löslich, staubt nicht und wirkt bereits bei geringen Aufwandsmengen ab 2 kg pro Hektar.

Nutzung des Pilzes Coniothyrium minitans

Mit der Nutzung des Pilzes Coniothyrium minitans sowie der Entwicklung des Produktionsverfahrens, das die Herstellung eines wasserlöslichen Granulates (WG) mit den beschriebenen Eigenschaften möglich macht, wurden alle Voraussetzungen fĂŒr eine erfolgreiche MarkteinfĂŒhrung erfĂŒllt.

Weitere Produkte

Die Entwicklung des Produktionsverfahrens fĂŒr ein biologisches Fungizid eröffnete die Möglichkeit, weitere Produkte mit der gleichen Methode zu produzieren. So gibt es zum Beispiel auch Pilze, die Insekten ganz spezifisch abtöten (biologische Insektizide) oder Pilze, die bestimmte UnkrĂ€uter befallen, jedoch keine anderen Pflanzen (biologische Unkrautvertilgungsmittel) oder Pilze, die Nematoden befallen (biologische Nematizide). Nematoden sind kleine WĂŒrmer, die an den Pflanzenwurzeln im Boden parasitieren. Nematizide sind die gefĂ€hrlichsten Pestizide ĂŒberhaupt. Sie sind außerordentlich toxisch und gefĂ€hrden die Umwelt. Dieses ist auch der Grund dafĂŒr, dass chemisch-synthetische Nematizide in Deutschland nicht zugelassen sind. In vielen anderen LĂ€ndern (insbesondere in den EntwicklungslĂ€ndern) werden sie jedoch noch angewandt.

Entwicklung eines biologischen Nematizids

Das zweite Produkt der Prophyta GmbH ist ein biologisches Nematizid. Das Produkt wurde am 14.03.2002 in BrĂŒssel zur Zulassung angemeldet. Es basiert auf der Pilzart Paecilomyces lilacinus. FĂŒr einen besonders wirksamen Stamm hat das Unternehmen eine Produktions- und Vertriebslizenz erworben. Das Produkt ist mit den gleichen guten Eigenschaften ausgestattet wie das erste. Es ist unter dem Namen BIOACT WG im Januar vom australischen Lizenzgeber in den Philippinen in den Markt eingefĂŒhrt worden und wird dort zur BekĂ€mpfung des Bananennematoden, Radophulus similis, eingesetzt. Aufgrund der guten Wirkung des PrĂ€parates ist zu erwarten, dass hier bald die toxischen PrĂ€parate vom Markt verdrĂ€ngt sein werden. Dieser Markt ist zwar nur ca. 20.000 ha groß, dennoch werden hier zur Zeit jĂ€hrlich etwa 200 t chemische Nematizide eingesetzt. Von dem biologischen Nematizid mĂŒssen hingegen höchstens 80 t eingesetzt werden um den gesamten Markt zu befriedigen. Insgesamt belĂ€uft sich der weltweite Nematizidmarkt auf ca. 950 Mio. Euro.

Biologische PflanzenstÀrkungsmittel

Ein drittes Produkt ist das registrierte biologische PflanzenstĂ€rkungsmittel Phytovit WG. Dieses PrĂ€parat auf Basis des nĂŒtzlichen Bakteriums Bacillus subtilis induziert Resistenz gegen eine Krankheitsinfektion bei vielen Kulturpflanzen. Das Produkt wird insbesondere im GemĂŒsebau gegen sogenannte bodenbĂŒrtige Krankheitserregern eingesetzt. Die Bakterien werden von einem Unternehmen produziert, mit dem das Unternehmen kooperiert, die Formulierung des Produktes wird von der Prophyta GmbH unter Nutzung ihrer bewĂ€hrten Technologie selbst durchgefĂŒhrt.

GemĂŒsepflanzen wirkungsvoll gegen Mehltaupilze geschĂŒtzt

Ein viertes Produkt ist ebenfalls ein biologisches PflanzenstĂ€rkungsmittel. Dieses Produkt wurde mit UnterstĂŒtzung der Biologischen Bundesanstalt fĂŒr Land- und Forstwirtschaft entwickelt. Die Prophyta GmbH hat lediglich die Vertriebslizenz fĂŒr das PrĂ€parat erworben. Es handelt sich dabei um einen Pflanzenextrakt, der insbesondere GemĂŒsepflanzen wirkungsvoll gegen den Echten Mehltau und verschiedene Falsche Mehltaupilze schĂŒtzt. Damit kann dem Ökologischen Gartenbau ein wirkungsvolles Verfahren zur Kontrolle dieser Krankheiten angeboten werden, was der Verbreitung der ökologischen Wirtschaftsweise mit Sicherheit förderlich ist.

Aufbau des Vertriebssystems

Voraussetzung fĂŒr den Vertrieb des Produktes ist die Zulassung als Pflanzenschutzmittel, die mit sehr hohen Kosten und fast unĂŒberbrĂŒckbaren bĂŒrokratischen HĂŒrden verbunden ist. Um so höher ist es anzurechnen, dass Prophyta die Zulassung als selbstĂ€ndiges Unternehmen schon bis zu einem beachtlichen Status vorangetrieben hat. Das Produkt Contans WG ist inzwischen in 8 Staaten, darunter neben Deutschland in den USA, Frankreich und Italien zugelassen. In 7 weiteren LĂ€ndern lĂ€uft das Zulassungsverfahren und in weiteren 6 wird die Zulassung in absehbarer Zeit beantragt.

Vertriebspartner in ĂŒber 40 Staaten

Nachdem die Zulassung des Produktes Contans WG in Deutschland erteilt worden war, wurde begonnen, ein nationales und internationales Vertriebssystem aufzubauen. Dazu wurde 1998 ein neuer Mitarbeiter eingestellt, der inzwischen auch Gesellschafter des Unternehmens ist. Der gebildete Bereich "Marketing und Technical Support” hat heute 3 Mitarbeiter und Kontakte zu Vertriebspartnern und potentiellen Vertriebspartnern in ĂŒber 40 Staaten. Mit Partnern in 11 LĂ€ndern sind VertriebsvertrĂ€ge abgeschlossen.

MarkteinfĂŒhrung international

In Deutschland wurde Kontakt zum genossenschaftlich organisierten und privaten Landhandel aufgenommen. Mit Hilfe dieser Vertriebspartner sowie der Nutzung eines temporĂ€ren Außendienstes ist es im ersten Jahr der MarkteinfĂŒhrung gelungen, ca. 20.000 kg und im zweiten Jahr bereits 30.000 kg in Deutschland zu verkaufen. Es wurden auch bereits 20.000 kg in die USA geliefert, wo die PROPHYTA GmbH einen Vertriebspartner gefunden hat, der bereits ein biologisches Unkrautvertilgungsmittel vertreibt. Mit der Aufnahme von Contans WG in sein Produktportfolio konnte dieser Partner sein biologisches Profil stĂ€rken. Der Vertriebspartner in den USA wurde vertraglich gebunden, im Jahr 2002 insgesamt 50,000 kg abzunehmen.

Frankreich grĂ¶ĂŸter Partner in Europa

Der grĂ¶ĂŸte europĂ€ische Markt ist der französische. Zur Bearbeitung dieses Marktes konnte Prophyta einen Vertriebspartner binden, der auch in Belgien fĂŒr das Unternehmen aktiv sein wird. Die garantierte Absatzmenge fĂŒr das Jahr 2002 belĂ€uft sich in Frankreich auf 40.000 kg. Es kann daher damit gerechnet werden, dass im Jahr 2002 im Unterschied zum Jahr 2001, wo ca. 20.000 kg chemisch-synthetischer Fungizide substituiert wurden, mindestens 60.000 kg chemisch-synthetische Fungizide aufgrund der Anwendung von Contans WG nicht mehr zum Einsatz kommen.

Aufbau einer Produktionsanlage

Nachdem klar war, daß die Zulassung fĂŒr das Produkt Contans WG erteilt wird, musste Prophyta den Bau einer Produktionsanlage planen. Die Produktion im Keller des LaborgebĂ€udes war zwar fĂŒr die Mengen ausreichend, welche fĂŒr die Zulassungsversuche erforderlich waren, sie reichte jedoch keinesfalls fĂŒr die Produktion im Tonnenmaßstab. Um eine große Produktionsanlage mit einer jĂ€hrlichen KapazitĂ€t von ca. 200.000 kg zu errichten, musste zunĂ€chst die Finanzierung geklĂ€rt werden. Prophyta gelang es in diesem Zusammenhang, zwei Beteiligungsunternehmen zu ĂŒberzeugen, in das Unternehmen zu investieren. Mit einem weiteren Darlehen sowie der UnterstĂŒtzung aus dem GA-Programm der EU war es möglich, eine Investition von insgesamt 3 Mio. DM zu realisieren. Die Beteiligungsunternehmen ĂŒbernahmen einen Anteil von 35 % am Unternehmen. Die verbleibenden GeschĂ€ftsanteile befinden sich nach wie vor im Eigentum der Mitarbeiter des Unternehmens.

Produktionsanlage 2000 in Betrieb

Die Produktionsanlage wurde im Jahr 1999 errichtet und ging im Jahr 2000 in Betrieb. Sie beinhaltet 35 Fermenter zur Kultur des Pilzes C. minitans mit jeweils einem Volumen von 1.000 Litern, eine Aufbereitungsanlage, eine Wirbelschichttrocknungsanlage mit einer KapazitĂ€t zur Herstellung von 1.200 kg des Endproduktes in 8 Stunden sowie ein KĂŒhllager, ausreichend fĂŒr die Lagerung von 30 Tonnen. Dazu kommt eine Verpackungseinrichtung und ein Technikum fĂŒr die Entwicklung weiterer Produkte.

Der Effekt auf die Umwelt

Der unmittelbare Effekt auf die Umwelt wird erreicht, indem chemisch-synthetische Fungizide und Nematizide durch biologische, fĂŒr die Umwelt unschĂ€dliche Pflanzenschutzmittel ersetzt werden. Zum einen werden zur Herstellung der biologischen PrĂ€parate umweltfreundliche Grundstoffe und Verfahren verwendet, zum anderen wird durch die Verwendung dieser PrĂ€parate das Bodenökosystem erhalten, die Gefahr fĂŒr die GewĂ€sser verringert und die Gesundheit der Flora und Fauna im Habitat sowie der Anwender geschont.

Durchbruch im Denken der Anwender und Hersteller von Pflanzenschutzmitteln?

Bedeutend grĂ¶ĂŸer ist jedoch der mittelbare Effekt: Dadurch, dass Prophyta den Beweis dafĂŒr antreten konnte, dass es möglich ist, Pflanzenschutzmittel auf Basis pilzlicher Mikroorganismen herzustellen, welche genauso wirkungsvoll und preiswert sind wie chemisch-synthetische PrĂ€parate, wird es auch möglich sein, einen Durchbruch im Denken der Anwender und Hersteller von Pflanzenschutzmitteln zu erzielen. Es sind zahlreiche Pilzarten bekannt, die als wirksame Agenzien in Pflanzenschutzmitteln in Frage kommen. Bisher war es nur leider nicht möglich, daraus die entsprechenden PrĂ€parate herzustellen. Dieses hat sich mit der VerfĂŒgbarkeit der entwickelten Technologie schlagartig geĂ€ndert. Trotz der Neuheit des Verfahrens haben bereits mehrere Unternehmen Kontakt aufgenommen und lassen zur Zeit ihre Pilzarten dahingehend testen, ob diese mit dem Verfahren produziert werden können. Zur Zeit sieht es so aus, als ob weitere drei PrĂ€parate dieser Unternehmen mit der Prophyta-Technologie hergestellt werden können. Insgesamt sind jedoch bereits GesprĂ€che mit 6 Unternehmen aufgenommen worden, die sich fĂŒr die Technologie interessieren.

Sicher noch ein weiter Weg

Sicher wird es noch ein weiter Weg sein, bis alle Pilzarten, die fĂŒr den Pflanzenschutz Verwendung finden könnten, auch tatsĂ€chlich dafĂŒr genutzt werden. Der Anfang dazu ist jedoch gemacht. Der Pflanzenschutzmarkt belĂ€uft sich weltweit auf etwa 30 Mrd. US-Dollar. Das heißt, die Umwelt wird zurzeit jĂ€hrlich mit Hunderttausenden von Tonnen chemisch-synthetischer PrĂ€parate belastet. Sollte es durch die Arbeiten der Prophyta GmbH möglich sein, diese Belastung auch nur um einige Prozente zu verringern, wĂ€re bereits sehr viel erreicht. Die UmweltschĂ€den durch die zur Zeit verwendeten Pestizide werden in den EntwicklungslĂ€ndern besonders deutlich. Mit der Vermarktung eines biologischen Nematizides in den Philippinen ist der erste Schritt zu einem umweltvertrĂ€glichen Pflanzenschutz auch hier bereits getan.
UmweltpreistrĂ€ger Dr. Peter LĂŒth vor dem Glukosesilo der neuen Prophyta-Produktionsanlage in Wismar.
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