Sanierung statt Neubau: Das spart Energie, Material und Fläche

Umweltschutz in der Architektur: DBU f√∂rdert drei neue Projekte mit insgesamt √ľber 250.000 Euro
Osnabr√ľck. Der Blick auf die Nebenkostenabrechnung macht nachdenklich. Die Kosten f√ľr Licht und Heizung erreichen seit Jahren luftige Rekordh√∂hen. Nicht nur viel Geld verpufft f√ľr wohligen Wohnraum, sondern auch eine Menge Kohlendioxid: "Geb√§udeheizungen produzieren deutschlandweit rund ein Drittel aller Treibhausgase", betont Dr. Wulf Grimm, Abteilungsleiter f√ľr Umwelttechnik der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). Die Stiftung f√∂rdert jetzt drei Projekte in Bayern, die vor allem eins zeigen sollen: Wer Geb√§ude energetisch saniert, kann langfristig Geld sparen und die Umwelt schonen. Gerade √∂ffentliche Geb√§ude aus den 60er und 70er Jahren wie das Altenheim der Pfr√ľndespitalstiftung in Ochsenfurt oder die Katholische Kirche in Gr√§fendorf haben sich als Energiefresser entpuppt. Neue Wege geht auch die Firma Klimakon aus Karlstadt. "Sie entwickelt ein innovatives System, das die Energiestr√∂me zur Heizung und K√ľhlung in einem sehr gut ged√§mmten Geb√§ude optimal vernetzen soll", so Grimm.

Heizkosten der Schutzengelkirche könnten von 8.000 auf etwa 500 Euro jährlich sinken

Die Schutzengelkirche in Gr√§fendorf, die 1966 errichtet wurde, ist mit den typischen M√§ngeln dieser Zeit behaftet: Kalte Au√üenw√§nde lassen die Gemeinde fr√∂steln. Die schlechte D√§mmung treibt die Heizkosten in die H√∂he. "Und die Orgel ist wegen des schlechten Raumklimas auch st√§ndig verstimmt", sagt Pfarrer Peter R√ľb. Jetzt werden 50.000 Euro der DBU helfen, die Au√üenw√§nde nachzud√§mmen und neue Fenster einzusetzen. Au√üerdem will die Gemeinde den √ľberdimensionierten √Ėlkessel durch eine W√§rmepumpe ersetzen. Dadurch soll die Kirche von der bisherigen K√§ltefalle zum W√§rmespeicher werden. Die Heizkosten k√∂nnten von 8.000 auf etwa 500 Euro j√§hrlich sinken. "Mit Hilfe dieser Ma√ünahmen kann die Gemeinde die Kirche dauerhaft erhalten", betont Grimm. Besonders lobte der DBU-Experte das Engagement der Gemeinde: Mitglieder werden beim Umbau unentgeltlich mithelfen.

Altenheim will Raumklima verbessern und bis zu 80 Prozent Energie sparen

Viel vorgenommen hat sich auch die Pfr√ľndespitalstiftung in Ochsenfurt: Die Sanierung ihres Altenpflegeheims aus den 70er Jahren soll den Prim√§renergiebedarf um 80, den Trinkwasserverbrauch um 60 und den Stromverbrauch um 40 Prozent senken. "In der Altenpflege besteht ein enger Zusammenhang zwischen den baulichen Gegebenheiten, dem Raumklima, der Haustechnik und dem Betreuungskonzept", wei√ü Heimleiter Uwe Hehn. Das Altenheim "Haus Franziskus" ist kaum vor sommerlicher Hitze gesch√ľtzt, was gesundheitliche Probleme der Bewohnern und zus√§tzliche Belastungen des Personals mit sich bringt. Um das Raumklima zu verbessern, will die Stiftung eine L√ľftungsanlage mit W√§rmer√ľckgewinnung einbauen und unsichtbare Wandfl√§chenheizungen verwenden, die im Sommer auch k√ľhlen k√∂nnen. "Wir m√∂chten die n√§chtliche K√§lte nutzen, um auf unsere Klimaanlage zu verzichten", betont Hehn. Die DBU f√∂rdert das Projekt mit rund 80.000 Euro.

Neue Steuerung soll einzelne Geb√§udeteile unterschiedlich stark heizen oder k√ľhlen

Das Energiesteuerungssystem der Firma Klimakon k√∂nnte aber zuk√ľnftig auch f√ľr das Altenheim interessant werden. Zum einen soll die Technik verschiedene W√§rmequellen in einer bestimmten Reihenfolge abrufen k√∂nnen: Sie soll etwa erst solare, dann gespeicherte Energien nutzen, bevor sie auf fossile Quellen zur√ľckgreift. "Au√üerdem soll es mit dem System m√∂glich werden, in den einzelnen Geb√§udeteilen bedarfsgerecht unterschiedlich stark zu heizen und zu k√ľhlen", wei√ü Klimakon-Gesch√§ftsf√ľhrer Achim Schreck. Die Steuerung k√∂nne vor allem f√ľr hochw√§rmeged√§mmte Bauten geeignet sein, bei denen Klima- durch Be- und Entl√ľftungsanlagen ersetzt werden sollen. Energiefl√ľsse w√ľrden neu organisiert: Abw√§rme etwa aus K√ľhlprozessen f√ľr Lebensmittel werde f√ľr die Heizung genutzt. Die Entwicklungsergebnisse will Klimakon im Internet ver√∂ffentlichen. Mit 125.000 Euro unterst√ľtzt die DBU das Vorhaben.

DBU-Pressesprecher Elpers: "Die drei Projekte in Bayern sollen f√ľr Architekten und Handwerker Modell stehen"

"Hausbesitzer werden zuk√ľnftig vermehrt √ľber eine Modernisierung ihrer Geb√§ude nachdenken", prognostiziert DBU-Pressesprecher Franz-Georg Elpers. "Sch√∂n w√§re nat√ľrlich, wenn sie ihre eigenen vier W√§nde dann nach √∂kologischen und √∂konomischen Gesichtspunkten sanieren." Wer nicht neu baut, sondern alte H√§user modernisiert, helfe zudem Natur zu erhalten, indem der Fl√§chenverbrauch verringert wird. "Die drei Projekte in Bayern sollen f√ľr Architekten und Handwerker Modell stehen, damit energetische Geb√§udesanierung deutschlandweit an Dynamik gewinnt", erl√§utert Elpers.

Ansprechpartner f√ľr Fragen zum Projekt: Uwe Hehn, Pfr√ľndespitalstiftung Ochsenfurt (AZ 24915), Telefon: 09331/ 8772- 0, Telefax: 09331/ 8772- 36, uwe.hehn@haus-franziskus.net

Achim Schreck, Fa. Klimakon GmbH (AZ 24737), Telefon: 09353/ 9828-22, info@arch-haase-karlstadt.de

Pfarrer Peter R√ľb, Kath. Pfarrgemeinde Gr√§fendorf (AZ 24913), Telefon: 0 93 57/ 261, peter_rueb@web.de

Viel vorgenommen hat sich auch die Pfr√ľndespitalstiftung in Ochsenfurt: Die Sanierung ihres Altenpflegeheims aus den 70er Jahren soll den Prim√§renergiebedarf um 80, den Trinkwasserverbrauch um 60 und den Stromverbrauch um 40 Prozent senken. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) f√∂rdert das Projekt mit rund 80.000 Euro.
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