Produktion von Speiseeis soll weniger Energie schlucken

DBU fördert Untersuchungen zum Optimieren des Verbrauchs von Strom, Gas und Stickstoff in Rhauderfehn

Rhauderfehn. In den warmen Sommermonaten ist Eis in aller Munde und sorgt f√ľr angenehme Abk√ľhlung. Aber die K√§lteanlagen, die das Speiseeis herstellen, schlucken viel Energie. Weil die gew√ľnschte Struktur der s√ľ√üen Lieblingsspeise erst bei Minus 100 Grad Celsius erreicht wird, muss zus√§tzlich fl√ľssiger Stickstoff zum Abk√ľhlen eingesetzt werden. ‚ÄěRund 14 Prozent des deutschen Stromverbrauchs entfallen auf den Betrieb von K√§lteanlagen ‚Äď dabei werden bis zu 40 Millionen Tonnen Kohlendioxid ausgesto√üen. Fast 70 Prozent der Energie verbraucht die Nahrungsmittelindustrie‚Äú, wei√ü Stefano Lucchetta von der Speiseeis-Fabrik Bruno Gelato aus Rhauderfehn. Aber wie l√§sst sich der hohe Verbrauch an Strom, Erdgas und Fl√ľssigstickstoff verringern? Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) f√∂rdert die Untersuchungen mit rund 85.000 Euro.

Potenziale zum Einsparen von Energie ermitteln

Mit Hilfe der DBU-F√∂rderung soll ermittelt werden, welche Potenziale zum Einsparen von Energie die einzelnen Prozessschritte haben und wie sie sich umsetzen lassen. Die entscheidende Frage sei, wie der Einsatz innovativer Verfahren der Kraft-W√§rme-Kopplung den Bedarf an elektrischer und K√ľhlenergie der Eisproduktion effizient und umweltfreundlich decken k√∂nne. Gepr√ľft werden soll auch, welche M√∂glichkeiten es gibt, in Zukunft auf erneuerbare Energien umzusteigen.

Schwankendes Aufkommen erneuerbarer Energien regional nutzen

Der f√ľr die Produktion von Speiseeis erforderliche fl√ľssige Stickstoff werde bisher mit Tankwagen angeliefert. ‚ÄěWir wollen die Transportwege und Belastungen f√ľr Mensch und Umwelt vermeiden und deshalb M√∂glichkeiten pr√ľfen, ob und wie wir vor Ort den fl√ľssigen Stickstoff produzieren und speichern k√∂nnen‚Äú, erkl√§rte Lucchetta das Vorhaben. Diese Speicher k√∂nnten wiederum interessante M√∂glichkeiten bieten, das schwankende Aufkommen erneuerbarer Energien regional zu nutzen. Wenn Windkraft- oder Photovoltaikanlagen viel Strom produzieren, k√∂nnte dieser gezielt f√ľr die Stickstoffproduktion genutzt werden. Das Abregeln von Wind- und Photovoltaikanlagen aufgrund begrenzter Aufnahmekapazit√§ten des elektrischen Netzes k√∂nnte durch derartige Ma√ünahmen verringert oder sogar vermieden werden, erg√§nzte Lucchetta. Untersucht werde deshalb, wie ein derartiges Verfahren technisch umgesetzt werden kann und ob es sich langfristig f√ľr das Unternehmen auch rechnet.

Lebensmittelindustrie zählt zu energieintensivsten Branchen

‚ÄěDie Rohstoffverknappung und die steigenden Preise f√ľr √Ėl, Gas und Strom erfordern eine deutliche Steigerung der Energieeffizienz‚Äú, so DBU-Pressesprecher Franz-Georg Elpers. Die Lebensmittelindustrie z√§hle zu den energieintensivsten Branchen. Bisher sei meist untersucht worden, wie sich Herstellungsprozesse optimieren lie√üen und die Qualit√§t verbessert werden k√∂nne. Zu selten werde jedoch √ľberpr√ľft, wie Unternehmen Energie einsparen k√∂nnten. Deshalb verspreche die umfassende Untersuchung am Beispiel der Rhauderfehner Speiseeis-Fabrik ein hohes Einsparpotenzial. Die vorgesehenen Ma√ünahmen k√∂nnten mit entsprechenden Anpassungen auf andere Unternehmen der energieintensiven Lebensmittelbranche √ľbertragen werden. Kooperationspartner des Projekts ist das Clausthaler Umwelttechnik-Institut (CUTEC).

Ansprechpartner f√ľr Fragen zum Projekt (AZ 30910): Peter Fl√ľgge, Bruno Gelato GmbH, Telefon: 04952/9529910, Telefax: 04952/9529920

Die Speiseeis-Fabrik Bruno Gelato will ihren Verbrauch von Strom, Gas und Stickstoff optimieren. Die DBU fördert das Projekt mit 85.000 Euro.
© Bruno Gelato GmbH
Die Lebensmittelindustrie z√§hlt zu den energieintensivsten Branchen. Die vorgesehenen Ma√ünahmen zum Einsparen von Energie k√∂nnten mit entsprechenden Anpassungen auf andere Unternehmen der Lebensmittelbranche √ľbertragen werden.
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