Per Satellit G├╝lle ausbringen und zugleich die Umwelt schonen

Neues Verfahren f├╝r viehhaltende Landwirtschaft - Feldversuche laufen an - DBU f├Ârdert mit 160.000 Euro
Bonn/Bawinkel. G├╝lle ist der wichtigste D├╝nger in der viehhaltenden Landwirtschaft. Doch sein unkontrolliertes Ausbringen birgt auch Gefahren: Eine ├ťberd├╝ngung belastet die Umwelt, ist mitverantwortlich f├╝r das Waldsterben und kann auch dem Menschen schaden. Das Institut f├╝r Nutzpflanzenwissenschaften und Ressourcenschutz der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universit├Ąt (Bonn) will jetzt eine Methode entwickeln, die es m├Âglich machen soll, bewirtschaftete Gr├╝nland- und Ackerfl├Ąchen mithilfe modernster Satellitentechnik optimal und bis auf rund 50 Quadratmeter gro├če Parzellen genau spezifisch und pr├Ązise zu d├╝ngen. So soll ein N├Ąhrstoff├╝berschuss, aber auch -mangel zuk├╝nftig vermieden werden. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) unterst├╝tzt dieses Projekt, an dem auch die nieders├Ąchsische Firma Landmaschinen Wienhoff (Bawinkel) beteiligt ist, mit 160.000 Euro. Das Verfahren wird zur Zeit in Feldversuchen getestet.

Wenn Gr├╝nland oder ├äcker zu stark ged├╝ngt werden, versickern die N├Ąhrstoffe im Grundwasser

G├╝lle enth├Ąlt Stickstoffverbindungen wie etwa Nitrat, die im Boden nat├╝rlich vorkommen. Da Pflanzen diesen "Baustein des Lebens" zum Aufbau von Eiwei├č ben├Âtigen, ist die organische D├╝ngung unerl├Ąsslich. Stickstoff wird dem Boden als D├╝nger zus├Ątzlich zugef├╝hrt, um die Ertr├Ąge zu sichern. Wenn Gr├╝nland oder ├äcker zu stark ged├╝ngt werden, versickern die N├Ąhrstoffe im Grundwasser, verwandeln sich in Nitrit und k├Ânnen dem Menschen gef├Ąhrlich werden. Wird die ben├Âtigte D├╝ngemenge ungenau berechnet und die G├╝lle nach dem Gie├čkannenprinzip, nicht nach den Notwendigkeiten einzelner Parzellen, verteilt, kann dies zu einem ├ťberschuss f├╝hren. "Dass innerhalb der Gr├╝nland- und Ackerb├Âden die G├╝llemenge unterschiedlich verteilt werden m├╝sste, wird bei der bislang herk├Âmmlichen D├╝ngung nicht ber├╝cksichtigt," betont Prof. Dr. Walter K├╝hbauch von der Uni Bonn. Die Methode, an der das Forschungsinstitut f├╝r Nutzpflanzenwissenschaften und Ressourcenschutz zurzeit arbeitet, soll Abhilfe schaffen.

"Lokalen N├Ąhrstoff├╝berschuss und -mangel verhindern"

"Ziel des Projektes ist es, die G├╝llemenge abh├Ąngig vom tats├Ąchlichen N├Ąhrstoffbedarf auf Fl├Ąchen zu regulieren, um somit einen lokalen N├Ąhrstoff├╝berschuss und -mangel zu verhindern", so K├╝hbauchs Kollege Dr. J├╝rgen Schellberg. Durch eine Kartierung bisheriger Ertr├Ąge und Bodenproben sollen der N├Ąhrstoffentzug und die erforderliche -erg├Ąnzung auf Feldparzellen genau errechnet werden. Das Ergebnis wird in einem Geoinformationssystem abgespeichert und dann auf dem Bordrechner des Schleppers abgelegt. Ein Geoinformationssystem ist ein rechnergest├╝tztes System, das aus Hardware, Software, Daten und den Anwendungen besteht. Mit ihm k├Ânnen raumbezogene Daten digital erfasst, analysiert, modelliert und pr├Ąsentiert werden.

GPS reguliert ├╝ber ein Steuerventil am G├╝llefass die passende Menge

Die Position des G├╝llewagens wird mittels Global Positioning System (GPS) bestimmt und die f├╝r die jeweilige Position passende Menge ├╝ber ein Steuerventil am G├╝llefass reguliert. "Das neuartige Verfahren, das bisher weltweit noch nicht bearbeitet wurde, wird die Landwirtschaft noch umweltfreundlicher und ressourcenschonender machen", so DBU-Pressesprecher Franz-Georg Elpers. Doch nicht nur das: "Die Anwendung der neuen D├╝ngemethode schont die Umwelt, ohne dass der Landwirt Ertragseinbu├čen bef├╝rchten muss."

Ansprechpartner f├╝r Fragen zum Projekt (AZ 23483): Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universit├Ąt Bonn, Prof. Dr. Walter K├╝hbauch, Telefon: 0228/732881, Telefax: 0228/732870, E-Mail: w.k├╝hbauch@uni-bonn.de, Internet: www.uni-bonn.de
Nicht nach dem "Gie├čkannenprinzip", sondern mit intelligenter Technik sollen zuk├╝nftig Gr├╝nland und ├äcker bis auf rund 50 Quadratmeter gro├če Parzellen genau spezifisch und pr├Ązise ged├╝ngt werden.
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