Breitenbach. Wenn die Natur im Frühling erwacht, wird der Zeitzer Forst zu einem lebendigen Erlebnisraum: Entlang des rund sieben Kilometer langen Weges vorbei an ausgedehnten, naturnahen Laubwäldern, dem Tal des Rauschebachs sowie der Ganzjahresweide mit Konik-Wildpferden lässt sich das Treiben von Flora und Fauna beobachten. Künftig soll dieser Naturgenuss auch direkt vom Waldspielplatz Breitenbach aus möglich sein. Dafür beginnt das DBU Naturerbe, eine Tochtergesellschaft der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), im Februar mit den Sondierungsarbeiten. „Mit der neuen Zuwegung schaffen wir einen sicheren und direkten Zugang in die DBU Naturerbefläche Zeitzer Forst. Gleichzeitig ist dies aber auch der vorerst letzte Schritt unserer Planung, um ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Naturerlebnis und dem Schutz sensibler Lebensräume zu erhalten“, erklärt Marius Keite, Prokurist im DBU Naturerbe.

Fachgerechte Sondierung für mehr Sicherheit
Aufgrund der jahrzehntelangen militärischen Nutzung besteht für die heutige DBU-Naturerbefläche Zeitzer Forst Kampfmittelverdacht. Daher wird der knapp 200 Meter lange Weg mitsamt Seitenstreifen ab Februar durch ein Fachunternehmen auf mögliche Kampfmittel untersucht. Schlägt das Messgerät an, wird der Fund freigelegt, soweit notwendig, entschärft und abtransportiert. Erst nach der Freigabe durch das Fachunternehmen und die zuständige Ordnungsbehörde kann der Weg für Besucherinnen und Besucher geöffnet werden. „Um die DBU-Naturerbefläche zu erreichen, mussten Gäste bislang ein kurzes Stück entlang der Landstraße gehen. Mit der neuen Wegeverbindung schaffen wir eine sichere Alternative und verbessern die Erreichbarkeit erheblich“, erläutert Jörn Krüger, DBU-Koordinator im Bundesforstbetrieb Thüringen-Erzgebirge, der die Arbeiten betreut.

Zwischen Naturleben und Naturerlebnis
Gemeinsam mit dem Burgenlandkreis, der Verbandsgemeinde Droyßig-Zeitzer Forst und der Gemeinde Wetterzeube konnte das DBU Naturerbe bereits im Sommer 2024 einen rund sieben Kilometer langen Besuchsweg ausweisen. Basis dafür waren die sogenannten BOS-Wege, die Feuerwehren, Rettungsdiensten und weiteren Einsatzkräften zur Gefahrenabwehr dienen. „Der Burgenlandkreis unterstützt die vorgesehene Zuwegung von Beginn an und ist an dem bisherigen Prozess direkt beteiligt gewesen. Die Vervollständigung des Wanderweges erhöht nicht nur dessen Attraktivität, sondern auch die Sicherheit und wird daher dem Ansinnen der Bürgerinnen und Bürger des Burgenlandkreises gerecht“, sagt Dr. Ariane Körner, Umweltdezernentin des Burgenlandkreises. Die Wegstrecke durch die DBU-Naturerbefläche Zeitzer Forst verbindet die Ortschaften Breitenbach, Nickelsdorf sowie Koßweda miteinander und führt entlang naturnaher Laubwälder und Feuchtgebiete sowie kreuzt auf kurzer Strecke auch die rund 135 Hektar große Ganzjahresweide mit Konik-Wildpferden. „Die aktuelle Wegeführung erlaubt Naturerlebnisse, ohne das Naturleben zu stören. Für uns ist damit eine ausgewogene Balance zwischen Naturschutz, Sicherheit und Interessen der Bevölkerung erreicht. Weitere Wegefreigaben sind nicht geplant“, macht Keite klar.

Zeitzer Forst: Eine von 66 Flächen im DBU Naturerbe
Das DBU Naturerbe verantwortet den Naturschutz auf 66 überwiegend ehemaligen Militärflächen mit rund 70.000 Hektar in zehn Bundesländern. Zum Nationalen Naturerbe zählen ehemals militärisch genutzte Gebiete, Flächen entlang der früheren innerdeutschen Grenze, Treuhandareale und stillgelegte Braunkohletagebaue. Im DBU Naturerbe sollen offene Lebensräume mit seltenen Tier- und Pflanzenarten durch Pflege bewahrt, Wälder möglichst ohne menschlichen Eingriff ihrer natürlichen Entwicklung überlassen, artenarme Forste zu naturnahen Wäldern umgewandelt und Feuchtgebiete sowie Gewässer ökologisch aufgewertet oder erhalten werden. Zudem möchte die DBU-Stiftungstochter Menschen für die heimische Natur begeistern.