Naturschutzpreis muna belohnt Engagement

PreistrÀger werden am 14.11. ab 13.15 Uhr im ZDF vorgestellt - ZDF.umwelt und DBU verleihen Auszeichnung zum dritten Mal - Sechs Preise à 5.000 Euro
Mainz. Gleich sechsmal wird in diesem Jahr die Auszeichnung muna (Mensch und Natur) vergeben: eine Fachjury befand fĂŒnf Ideen zum Naturschutz sowie ein Lebenswerk fĂŒr preiswĂŒrdig. Der Preis fĂŒr aktiven Umweltschutz von ZDF.umwelt und Deutscher Bundesstiftung Umwelt (DBU) zeichnet zum dritten Mal Menschen und Initiativen aus, die ehrenamtlich und aus eigener Motivation Projekte zum Erhalt von LebensrĂ€umen, Pflanzen- und Tierarten in Gang gebracht haben. Die Sieger des diesjĂ€hrigen Wettbewerbs, die sich ĂŒber je 5.000 Euro freuen können, werden am Sonntag, 14.11., ab 13.15 Uhr in der Sendung "ZDF.umwelt" vorgestellt.

Lacoma e.V.: Kampf gegen Braunkohlebagger

Schauplatz: ein Ort nahe Cottbus. Die Braunkohlebagger rĂŒcken immer nĂ€her. Sie bedrohen eine europaweit bedeutende Teichlandschaft, in der auf 380 Hektar seltene Tier- und Pflanzenarten leben, darunter die stark gefĂ€hrdete Rotbauchunke. Der Verein Lacoma e.V. (Cottbus) will sich damit nicht abfinden: seit ĂŒber einem Jahrzehnt setzt er sich fĂŒr den Schutz des Lacomaer Teichgebiets ein. FĂŒr dieses Engagement, das Alternativen zur Energieversorgung und Arbeitsplatzsicherung ebenso enthĂ€lt wie die Kartierung von Flora und Fauna, erhĂ€lt der Verein Lacoma die muna 2004 in der Kategorie Nachhaltigkeit.

BĂŒrgerinitiative Pro Elbe: fĂŒr eine naturnahe Elbe

Auch die BĂŒrgerinitiative Pro Elbe (Magdeburg) kĂ€mpft. Ihr Ziel: ein ökologisch und ökonomisch sinnvoller Umgang mit der Elbe. Um kĂŒnftig verheerende Hochwasser zu vermeiden, wehrt sich Pro Elbe gegen den Ausbau des Flusses und setzt sich fĂŒr den Erhalt naturnaher Auen ein. Symbol dieses Kampfes ist der markante Domfelsen in der Elbe bei Magdeburg, der teilweise abgetragen werden soll, um Platz fĂŒr zweispurigen Schiffsverkehr zu schaffen. Damit wĂŒrde die Elbe breiter, der Wasserdurchfluss ansteigen und der durchschnittliche Wasserstand sinken. Die Folge: die nahe gelegene Weichholzaue wĂŒrde austrocknen. Dabei sind diese seltener werdenden LebensrĂ€ume besonders wichtig fĂŒr den Hochwasserschutz. FĂŒr ihr öffentlichkeitswirksames Engagement erhĂ€lt Pro Elbe die muna 2004 in der Kategorie Kommunikation.

Jugendpreis: NAJU-Gruppe Voerde

Der muna-Jugendpreis geht an die Naturschutzjugend-Gruppe (NAJU) aus Voerde (NRW). 40 Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren lernen hier praktischen Naturschutz. Sie sammeln Naturerfahrungen, lernen, was Biotop- und Artenschutz heißt und werden motiviert, auch außerhalb der NAJU aktiv zu werden. ZusĂ€tzlich kommt das Engagement nicht zu kurz: die Kinder basteln zum Beispiel Futtertöpfe fĂŒr Vögel und verteilen diese in einem Seniorenheim, damit dessen Bewohner die heimische Vogelwelt beobachten können.

Nicolas Schetelig: ideenreich fĂŒr Vögel

Gleich zwei Preise wurden in der Kategorie Idee vergeben. Der 20-jĂ€hrige Nicolas Schetelig (Norderney) entwickelte das internetbasierte Vogel-Erfassungsprogramm "Ornalyzer". Die Internetseite will Naturfreunde motivieren, ihre Beobachtungen online zu registrieren. So soll eine stets aktuelle Kommunikationsplattform fĂŒr Vogelkundler entstehen, damit Daten nicht ungenutzt in privaten Archiven verschwinden und fĂŒr eine wissenschaftliche Auswertung verloren gehen. Bei flĂ€chendeckender Nutzung der Datenbank wĂ€ren gezielte Schutzmaßnahmen schneller möglich.

Dr. Dorothea Elsner und Norbert Hirneisen: Artenschutz online

Ebenfalls in der Kategorie Idee prĂ€miert wurden Dr. Dorothea Elsner und Norbert Hirneisen (Stuttgart). Auf ihrer Internetseite "science4you" können Artenfunde registriert, verglichen und so der Schutz von Arten mitgestaltet werden. Die gesammelten Daten können fĂŒr wissenschaftliche Auswertungen und frĂŒhzeitige Prognosen genutzt werden.

Auszeichnung fĂŒr das Lebenswerk: Walter GrĂ€f

Der Preis fĂŒr das Lebenswerk geht an Walter GrĂ€f aus dem hessischen Wildeck-Obersuhl. Der 70-jĂ€hrige ist seit mehreren Jahrzehnten treibende Kraft eines Projekts zur Renaturierung und Erhaltung des Feuchtgebiets RhĂ€den zwischen Hessen und ThĂŒringen. Dank seiner Arbeit hat sich der RhĂ€den zu einem wichtigen Vogelschutzgebiet entwickelt. Nach der Wende gelang es GrĂ€f, das ehemalige Sperrgebiet auf thĂŒringischer Seite in das Schutzgebiet aufnehmen zu lassen.

Ansprechpartner: Dr. Uwe Fuellhaas, Zentrum fĂŒr Umweltkommunikation (ZUK) der Deutschen Bundesstiftung Umwelt, Tel.: 0541/9633-930, u.fuellhaas@dbu.de
Wieder da: die Beutelmeise. Der Vogel mit der exotischen Nestbauweise lebt inzwischen wieder im Naturschutzgebiet RhĂ€den, das auf die Initiative Walter GrĂ€fs zurĂŒckgeht.
© Udo Becker, Obersuhl
Kampf fĂŒr eine naturnahe Elbe: Aktivisten des Vereins Pro Elbe bei einem ihrer öffentlichkeitswirksamen Auftritte.
© Pro Elbe e. V.