Motor fĂŒr Umweltinnovation im In- und Ausland

DBU legt Jahresbericht vor - 2005 förderte Stiftung 343 Projekte mit 45,7 Millionen Euro
OsnabrĂŒck. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) spinnt Umweltnetze ĂŒber die Landesgrenzen hinaus: 24 Projekte aus Mittel- und Osteuropa begleiteten die Mitarbeiter der Stiftung allein 2005. Insgesamt förderte die DBU in zwölf Staaten des ehemaligen Ostblocks schon ĂŒber 200 Vorhaben mit rund 32 Millionen Euro. "Unserer Förderarbeit auf europĂ€ischer Ebene kommt eine wachsende Bedeutung zu", betonte GeneralsekretĂ€r Dr.-Ing. E. h. Fritz Brickwedde bei der Vorlage des Jahresberichtes 2005. In Mittel- und Osteuropa habe die Stiftung mit vergleichsweise geringer finanzieller UnterstĂŒtzung AnstĂ¶ĂŸe geben können, die "positiv ĂŒberrascht hĂ€tten". 2005 stiftete die DBU 343 Projektpartner mit 45,7 Millionen Euro an, ihre Vorhaben aus Umwelttechnik, -forschung, -kommunikation und Naturschutz in Angriff zu nehmen. Dass die Mittel dafĂŒr nicht versiegen, ist sicher: Immerhin gelang es der DBU, ihr Vermögen um 50 Millionen Euro auf 1,68 Milliarden Euro aufzustocken, der höchste Stand seit StiftungsgrĂŒndung.

Weg vom Gießkannenprinzip - DBU fördert Regionen in MOE-Staaten

Wie "Umweltkooperation in der EuropĂ€ischen Union" aussehen kann - das diskutierten Experten bei der 11. Internationalen Sommerakademie der DBU. "Wir möchten weg vom Gießkannenprinzip. Statt vereinzelt international zu fördern, werden wir uns auf bestimmte Regionen konzentrieren", so Brickwedde. Die DBU liefere mit ihrer breiten Erfahrung vor allem deshalb international Problemlösungsangebote, weil angesichts der aktuellen Umweltsituation in vielen mittel- und osteuropĂ€ischen Staaten mit relativ wenig Geld relativ viel Umweltentlastung erreicht werden könne - ganz im Gegensatz zu Deutschland. Zugute komme das Ergebnis den Menschen hĂŒben wie drĂŒben. Aber auch den deutschen Unternehmen, denen sich durch die Ausfuhr von Umwelttechnik neue Chancen böten, auch zukĂŒnftig "Export-Weltmeister" zu bleiben.

Viele Projekte bezogen sich 2005 auf AktivitÀten mehrerer Staaten

Die Projektförderung in Mittel- und Osteuropa erstreckte sich 2005 auf Polen, Tschechien, Estland, Lettland, Litauen, die Slowakei, RumĂ€nien, Bulgarien, Ungarn und Kaliningrad. Erfolgreich abgeschlossen werden konnte in Tschechien unter anderem das Vorhaben "LĂ€ndliche Abwasserentsorgung in der DreilĂ€nderregion Neiße". Viele Förderprojekten bezogen sich auf AktivitĂ€ten mehrerer Staaten: Dazu zĂ€hlte etwa das durch das Ökopol Institut (Hamburg) umgesetzte Vorhaben "Trainingsprogramm fĂŒr Berater aus Estland, Lettland und Litauen zur neuen europĂ€ischen Chemikalienpolitik".

Stipendienprogramm bleibt zentraler Bestandteil des internationalen Engagements

Da im Umweltschutz begabte Köpfe gefragt sind, werde zentraler Bestandteil des internationalen Engagements aber weiterhin das Stipendienprogramm sein. Neben einem nationalen Programm fĂŒr Doktoranden erhalten Hochschulabsolventen aus zehn LĂ€ndern Mittel- und Osteuropas die Chance zur beruflichen Weiterbildung, 2005 auch erstmals Bulgaren, RumĂ€nen und Ungarn. Ein umfangreicher englischsprachiger Internetauftritt könne zudem bald auch ihnen helfen, sich noch besser ĂŒber die DBU zu informieren.

"Umwelt baut BrĂŒcken" zwischen Jugendlichen aus sechs LĂ€ndern - SchĂŒler veröffentlichen Artikel in Zeitungen

Mit Hilfe der englischen Sprache und finanzieller UnterstĂŒtzung der DBU verstĂ€ndigen sich auch ĂŒber 5000 SchĂŒler, besuchen sich gegenseitig, recherchieren Umweltprojekte und verfassen darĂŒber in ihrer Muttersprache Artikel: 68 Schulen sowie 20 Partnerzeitungen aus sechs LĂ€ndern mit einer Gesamtauflage von rund 2,8 Millionen Exemplaren nehmen mehr als drei Jahre lang an dem Projekt "Umwelt baut BrĂŒcken - Jugendliche im EuropĂ€ischen Dialog" teil. Ein BrĂŒckenschlag, der UnterstĂŒtzung findet: Umweltschutz sei ein wichtiges Zukunftsthema, betonte BundesprĂ€sident Horst Köhler 2005 beim Projektauftakt in Berlin.

Über 26 Millionen Euro flossen 2005 unmittel- oder mittelbar in kleine und mittlere Unternehmen

Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der AntrĂ€ge um 131 auf 1.155. Die Stiftung bewilligte 343 Projekte mit rund 45,7 Millionen Euro (2004: 45 Millionen Euro, 296 Projekte). Damit hat die Stiftung seit ihrer GrĂŒndung 1991 ĂŒber 6.300 Vorhaben mit knapp 1,2 Milliarden Euro gefördert. Über 26 Millionen Euro flossen 2005 unmittel- oder mittelbar in kleine und mittlere Unternehmen. Insgesamt förderte die DBU den Mittelstand mit rund 675 Millionen Euro. Aus der Vermögensbewirtschaftung erzielte die DBU 96,85 Millionen Euro und konnte das Vorjahresergebnis (77,16) nochmals deutlich steigern. In die RĂŒcklage flossen 44,6 Millionen Euro ('04: 28,9). "Durch die konsequente RĂŒcklagenbildung wird sichergestellt, dass die DBU ihre finanzielle LeistungsfĂ€higkeit auch unter BerĂŒcksichtigung der Inflation dauerhaft erhĂ€lt", betonte DBU-Verwaltungschef Michael Dittrich.

DBU schickt auf Bestellung druckfrischen Jahresbericht

Der Jahresbericht 2005 kann (auch als CD-Rom) bei der DBU, 49090 OsnabrĂŒck, An der Bornau 2, Telefon 0541/ 9633-0, Fax 0541/ 9633-190, kostenlos bestellt werden.
Bilanz, Personal, Projekte: Den Jahresbericht 2005 stellten DBU-GeneralsekretÀr Dr.-Ing. E. h. Fritz Brickwedde (m.), Verwaltungsabteilungsleiter Michael Dittrich (l.) und der stellvertretende Abteilungsleiter "Umwelttechnik", Dr. Michael Schwake, vor.
©
Sanfter Tourismus an der Kurischen und Frischen Nehrung: DBU fördert nachhaltige Entwicklung in der Ökoregion mit SchlĂŒsselprojekten in Polen, Litauen und Kaliningrad.
©