Mikroklein und umweltschonend: neue chemische Verfahren

Startschuss fĂŒr sechs Forschungsprojekte des DBU-Förderschwerpunktes „Nachhaltige Chemie“

OsnabrĂŒck. Beim heutigen Auftakt in der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) stimmte die Chemie! Sechs ausgewĂ€hlte Forschungsvorhaben gingen gemeinsam an den Start. In den nĂ€chsten drei Jahren sollen sie neue chemische Verfahren in der Mikroverfahrenstechnik vorantreiben, damit die chemische Industrie sicherer und sauberer wird und schonender mit der Umwelt umgehen kann. Erstmals trafen die Projektpartner aufeinander, die die DBU mit ihren Konzepten in einem Auswahlverfahren ĂŒberzeugt hatten: das Institut fĂŒr Technische Chemie und Umweltchemie der UniversitĂ€t Jena, das Institut fĂŒr Mikrotechnik Mainz, die Firma Heppe Medical Chitosan aus Halle, das Institut fĂŒr Chemische und Thermische Verfahrenstechnik der UniversitĂ€t Braunschweig, das Leibniz-Institut fĂŒr Katalyse an der UniversitĂ€t Rostock und das Institut fĂŒr Umweltinformatik Hamburg. Alle arbeiten wiederum mit verschiedenen Kooperationspartnern zusammen. Die DBU unterstĂŒtzt die Vorhaben insgesamt mit gut 1,5 Millionen Euro.

Verbesserte Reaktionen vermeiden Abfall und Energieverbrauch

Ziel der DBU-geförderten Forschungsprojekte sei es, unter anderem Energieverbrauch und AbfĂ€lle durch verbesserte Reaktionen zu vermeiden, so DBU-GeneralsekretĂ€r Dr.-Ing. E. h. Fritz Brickwedde. Außerdem sollten die Produkte wiederverwertbar werden und giftige Wirkungen fĂŒr Menschen und Umwelt vermeiden.

Mikroverfahrenstechnik fĂŒr FarbflĂŒssigkeiten in Textmarkern

Ein Beispiel dafĂŒr ist das Projekt des Instituts fĂŒr Chemische und Technische Verfahrenstechnik an der Uni Braunschweig: Hier sollen FarbflĂŒssigkeiten, die fĂŒr Textmarker benötigt werden, mikroverfahrenstechnisch hergestellt werden. Brickwedde: „Allein dadurch können 90 Prozent an Reinigungs- und Waschmengen vermieden werden!“ Sollte das neue Verfahren erfolgreich verlaufen, versprechen sich die Forscher der Uni Braunschweig mit Kooperationspartner Pelikan einen energieschonenderen Prozess und weniger anfallenden Abfall. Außerdem sollen die gewonnen Erkenntnisse auf andere geeignete Produktionen und Verfahren ĂŒbertragen werden.

Brickwedde: "Forschung muss an einem Strang ziehen"

Genau das ist das Förderungsanliegen der DBU: „Wir wĂŒnschen uns einen regen Austausch zwischen den Projektpartnern“, so Brickwedde. „Nur wenn die Forschung an einem Strang zieht, ihre Ergebnisse zusammentrĂ€gt und gemeinsam SchlĂŒsse zieht, gibt es fĂŒr die Umwelt eine Chance, davon zu profitieren!“

 

Ansprechpartner fĂŒr Fragen zum Forschungscluster "Novel Process Windows" (AZ 25070, 25671, 25715, 25832, 25833, 25836): Dr. Maximilian Hempel, Referat Umweltchemie der DBU, Telefon: 0541/9633-311, Telefax: 0541/9633-193

Gaben heute bei der DBU in OsnabrĂŒck den Startschuss fĂŒr sechs ausgewĂ€hlte Forschungsvorhaben im Föderschwerpunkt "Nachhaltige Chemie" (v.l.): Dr. Dana Kralisch, Friedrich-Schiller-UniversitĂ€t Jena, Dr. Max Hempel, DBU, Prof. Dr. Volker Hessel, Institut fĂŒr Mikrotechnik Mainz, Ute Ackermann, VDI/VDE Innovation + Technik.
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