Landwirte und NaturschĂŒtzer ziehen an einem Strang

Projekt im Vogelschutzgebiet Hakel soll biologische Vielfalt sichern - DBU fördert mit fast 750.000 Euro - Besuch von StaatssekretÀr Kasparick
Schwaneberg. Rotmilane haben es gerne ĂŒbersichtlich. Die seltenen Greifvögel mögen offene Landschaften, in denen sie MĂ€use und Feldhamster gut aus der Luft erspĂ€hen können. Besonders wohl fĂŒhlt sich der "Vogel des Jahres 2000" in Sachsen-Anhalt, genauer im europĂ€ischen Vogelschutzgebiet Hakel im Harzvorland. Doch er und andere bedrohte Vögel haben dort starke Konkurrenz: die Landwirtschaft. Ulrich Kasparick, Parlamentarischer StaatssekretĂ€r im Bundesministerium fĂŒr Bildung und Forschung und Mitglied im Kuratorium der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), informierte sich heute vor Ort ĂŒber ein Projekt, das diesen Interessenkonflikt lösen will. "NaturschĂŒtzer, Wissenschaftler und Landwirte erarbeiten zurzeit ein Konzept, um im Hakel die biologische Vielfalt zu sichern", erlĂ€uterte Dr.-Ing. E. h. Fritz Brickwedde, DBU-GeneralsekretĂ€r. Die DBU unterstĂŒtzt das Projekt mit 747.700 Euro.

Tier- und Pflanzenwelt schĂŒtzen, Landwirtschaft nicht schaden

Ziel des vom Landschaftspflegeverband GrĂŒne Umwelt aus Altenweddingen (Sachsen-Anhalt) angestoßenen Projekts: die heimische Tier- und Pflanzenwelt zu schĂŒtzen, ohne dabei die landwirtschaftlichen Rahmenbedingungen aus den Augen zu verlieren. Gemeinsam mit dem Institut fĂŒr Zoologie der Martin-Luther-UniversitĂ€t (Halle-Wittenberg) und landwirtschaftlichen Betrieben vor Ort sollen Maßnahmen erarbeitet und erprobt werden, die allen im ĂŒber 6.000 Hektar großen Hakel zugute kommen. Neben der DBU fördern auch das Land Sachsen-Anhalt, die Lotto-Totto-GmbH Sachsen-Anhalt und der Landesjagdverband das Projekt.

Mit Feldhecken fĂŒr mehr Vielfalt

"Seit den neunziger Jahren hat sich die Bewirtschaftung stark verĂ€ndert", sagte Brickwedde. "Die Vielfalt der angebauten Kulturen hat abgenommen, die AckerflĂ€chen sind grĂ¶ĂŸer geworden und die Nischen fĂŒr die heimische Tier- und Pflanzenwelt sind zurĂŒckgegangen." Nun sollen zum Beispiel 17 Kilometer Feldhecken oder der Anbau vieler verschiedener Fruchtarten dabei helfen, Greifvögel, Niederwild und Feldhamster zu schĂŒtzen. Dabei werden die Auswirkungen jeder Maßnahme auf die Wirtschaftlichkeit der bĂ€uerlichen Betriebe geprĂŒft.

Wichtiges Vogelreservat in Europa

Der Hakel gilt seit 1995 offiziell als wichtiges Vogelreservat und hat fĂŒr die Bestandssicherung bedrohter Arten wie Schreiadler, Rot- und Schwarzmilan große Bedeutung. Brickwedde: "Es wĂ€re schön, wenn es eines Tages gelĂ€nge, wieder so viele Rotmilanpaare wie 1979 heimisch zu machen." Damals brĂŒteten 136 Paare im Hakel - 2003 waren es lediglich 13.

Ansprechpartner fĂŒr weitere Informationen: Landschaftspflegeverband GrĂŒne Umwelt, Peter Sauer, Tel.: (039205) 23770, Fax: (039205) 80230, LPVGrueneUmwelt@web.de
13 Brutpaare des seltenen Greifvogels Rotmilan (Milvus milvus) leben derzeit im europÀischen Vogelschutzgebiet Hakel (Sachsen-Anhalt). Damit die Zahlen steigen, versucht ein Projekt die biologische Vielfalt im landwirtschaftlich stark genutzten Hakel zu stÀrken.
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