Juristischer Einsatz für das Klima

Deutscher Umweltpreis der DBU an Dr. Roda Verheyen
Blick über den Tellerrand: Gestützt auf ihr juristisches Fachwissen nutzt Dr. Roda Verheyen (Bild) Erkenntnisse aus anderen Sachgebieten für die rechtliche Absicherung von Umwelt- und Klimaschutz. Dafür erhält sie 2026 von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) den mit 500.000 Euro dotierten Deutschen Umweltpreis, den sie sich mit Membranfilter-Ingenieur Dr. Klaus Vossenkaul teilt.
© Kathrin Pohlmann/DBU

Osnabrück/Hamburg. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) vergibt 2026 den Deutschen Umweltpreis an die Umweltjuristin Dr. Roda Verheyen. „Sie arbeitet zielstrebig daran, klare rechtliche Vorgaben zum Erhalt unserer Lebensgrundlagen zu schaffen und erzielt dabei Wirkung“, würdigte DBU-Generalsekretär Alexander Bonde die Preisträgerin. Der Preis in Höhe von insgesamt 500.000 Euro zählt zu den höchstdotierten Umweltauszeichnungen Europas. Verheyen teilt sich die Summe mit dem Ingenieur Dr. Klaus Vossenkaul, Gründer und Geschäftsführer der Membion GmbH aus Roetgen bei Aachen, der eine innovative Membranfiltertechnologie für ressourcenschonende Wasserwiedergewinnung in Kläranlagen entwickelt hat. Der Deutsche Umweltpreis wird 2026 zum 34. Mal von der DBU vergeben, dieses Jahr am Sonntag, 25. Oktober, beim Festakt in Aachen – überreicht von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

Konsequenter Einsatz für klaren rechtlichen Rahmen

Die Rechte künftiger Generationen im Blick: Die designierte Trägerin des Deutschen Umweltpreises der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), die Hamburger Juristin Dr. Roda Verheyen (Bild), verschaffe auch den vom Klimawandel betroffenen Menschen eine Stimme, so DBU-Generalsekretär Alexander Bonde. Verheyen teilt sich den Preis mit Membranfilter-Ingenieur Dr. Klaus Vossenkaul.
© Kathrin Pohlmann/DBU

Verheyen arbeitet in Hamburg als Rechtsanwältin und ist zugleich Mitglied des Hamburgischen Verfassungsgerichts. In ihrer mehr als 20-jährigen Tätigkeit als Juristin habe sie sich konsequent darum bemüht, rechtliche Vorgaben zum Schutz von Klima und Umwelt durchzusetzen, begründete Bonde die Entscheidung des DBU-Kuratoriums. „Roda Verheyen wendet abstrakte Vorgaben aus dem nationalen und internationalen Recht auf konkrete Fälle an und macht sie so wirksam. Sie verschafft Menschen Gehör, die von Klimafolgen betroffen sind. Und sie trägt dazu bei, deren Rechte und die künftiger Generationen zu wahren“, sagt der DBU-Generalsekretär.

Hoher Wissenschaftsbezug in juristischer Arbeit

Verheyens Arbeit zeichne sich durch eine hohe Bezugnahme auf Erkenntnisse aus der Klima- und Umweltforschung aus. Als „hervorragender Kommunikatorin“ gelinge es ihr, komplexe Sachverhalte einer breiten Öffentlichkeit zu vermitteln. „Für eine neue Generation von Juristinnen und Juristen ist Roda Verheyen mit ihrem entschlossenen und eloquenten Auftreten ein Vorbild“, so Bonde.

Fachwissen über die eigene Disziplin hinaus: Die Hamburger Umweltjuristin Dr. Roda Verheyen erhält von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) den Deutschen Umweltpreis 2026. Neben Verheyen bekommt dieses Jahr Ingenieur Dr. Klaus Vossenkaul den mit insgesamt 500.000 Euro dotierten Deutschen Umweltpreis. Er wird am 25. Oktober in Aachen verliehen – überreicht von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.
© Kathrin Pohlmann/DBU

Die 1972 in Düsseldorf geborene Verheyen wuchs in Hamburg auf. Dort, in London und Oslo studierte sie Jura. Seit 2006 ist sie als Anwältin tätig. Ihre Schwerpunkte liegen im Umwelt- und im Planungsrecht, im öffentlichen Baurecht und im Völkerrecht. Die Bandbreite ihrer Tätigkeit reicht von kommunalen Bebauungsplänen über Sachverständigenberichte für den Bundestag bis hin zu völkerrechtlichen Problemstellungen. Sie ist Mitgründerin und Vorständin von Green Legal Impact. Der Verein unterstützt zivilgesellschaftliche Gruppen darin, das Recht effektiv für Umwelt- und Klimaschutz zu nutzen.  

Entscheidende Rolle bei wegweisenden Entscheidungen

Einer der höchstdotierten Umweltauszeichnungen Europas: Seit 1993 vergibt die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) den Deutschen Umweltpreis. Im Jahr 2026 teilen sich die Hamburger Juristin Dr. Roda Verheyen und Ingenieur Dr. Klaus Vossenkaul die mit insgesamt 500.000 Euro dotierte Auszeichnung. Verliehen wird sie am 25. Oktober in Aachen, wieder überreicht von Bundespräsident Frank Walter Steinmeier.
© Peter Himsel/DBU

Ihre berufliche Karriere stand von Beginn an im Dienst von Klima und Umwelt. „Ich hatte schon als Kind die Vorstellung, dass die Umwelt keine Stimme hat, um für ihre Rechte einzutreten. Also müssen wir Menschen das übernehmen – zumal es auch um unsere Rechte geht“, beschreibt Verheyen ihren Antrieb. DBU-Generalsekretär Bonde erklärt mit Blick auf die wegweisenden Resultate, die Verheyen in ihrer Karriere erzielen konnte: „Unsere Preisträgerin leistet Pionierarbeit. Sie liefert einen wichtigen Beitrag, um Fragen, die Klimawandel und Umweltschutz aus rechtlicher Sicht aufwerfen, zu benennen und zu klären.“ So ließ Verheyen per Klage feststellen, dass Verursacher von Emissionen grundsätzlich für Klimafolgeschäden haftbar sein können. Eine zentrale Rolle spielte sie auch beim Klimabeschluss des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) 2021. Darin gab das BVerfG einer Klage Verheyens statt, wonach unzureichender Klimaschutz die Freiheitsrechte künftiger Generationen verletze.

Die Hamburger Juristin Dr. Roda Verheyen (Bild) wird 2026 von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) mit dem Deutschen Umweltpreis ausgezeichnet. Sie teilt sich den mit insgesamt 500.000 Euro dotierten Preis mit Ingenieur Dr. Klaus Vossenkaul. Die Verleihung ist am 25. Oktober in Aachen, überreicht wird die Ehrung von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.
© Kathrin Pohlmann/DBU

Anwältin sieht sich als „Möglichmacherin“ eines handlungsfähigen Staates

Klagen nutzt Verheyen gezielt, „um Fragen zu klären und einen verbindlichen Rahmen für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zu schaffen“. Nur wenn Gerichte per Klage angerufen werden, könnten sie ihre im Grundgesetz verankerte Kontrollfunktion wahrnehmen – auch zum Schutz der Umwelt, die sich von den Menschenrechten nicht trennen lasse, so Verheyen. Die Juristin will aber ausdrücklich nicht auf die Rolle der Klägerin reduziert werden. Sie sieht sich als „Möglichmacherin.“ Ihr Ziel sei es, angesichts der Herausforderungen der Klimakrise die Handlungsfähigkeit des Staates zu stärken. „Handeln braucht Ziele, die für Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft klar formuliert und verlässlich sind und die sich transparent aus wissenschaftlichen Fakten ableiten“, sagt sie. Wer diese kenne, könne auf der Sachebene sicher argumentieren, überzeugen und Akzeptanz schaffen.

DBU-Kuratorium würdigt Fachwissen und Überzeugungskraft Verheyens

Ein Ansatz, der das Kuratorium der DBU bei der Preis-Entscheidung überzeugt habe, sagt DBU-Generalsekretär Bonde: „Wir freuen uns, mit Roda Verheyen einen Menschen zu würdigen, der auf Grundlage eines großen Fachwissens juristisch stichhaltige Argumentationen liefert und so erheblichen Anteil daran hat, den Schutz von Klima und Umwelt langfristig abzusichern.“

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