Höchster Punkt der Stadt: Aussichtsturm auf Piesberg schafft emotionales Naturerlebnis

Infotafeln informieren ĂŒber regionale Naturereignisse und „Erneuerbare Energien“ – DBU gibt 40.000 Euro

OsnabrĂŒck. Der Kultur- und Landschaftspark Piesberg in OsnabrĂŒck wird um eine Attraktion reicher. Eine Aussichtsplattform in 200 Metern Höhe rund um einen ehemaligen Windkraftturm soll Besuchern ab Herbst einen ungehinderten Blick ĂŒber den gesamten Naturpark TERRA.vita ermöglichen. Speziell konzipierte Infotafeln, Karten und Bilder sollen Interessierte ĂŒber seine kulturelle und naturrĂ€umliche Bedeutung und das Thema „Erneuerbare Energien“ informieren. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) unterstĂŒtzt den Bau des „begehbaren Exponates“ mit 40.000 Euro. „Vor allem die jĂŒngere Generation kann durch die Mischung aus kognitiver Informationsvermittlung und emotionalen Naturerlebnissen viel Wissenswertes ĂŒber die heimische Flora und Fauna erfahren“, sagte DBU-GeneralsekretĂ€r Dr.-Ing. E. h. Fritz Brickwedde heute beim ersten Spatenstich zusammen mit OsnabrĂŒcks OberbĂŒrgermeister Boris Pistorius, dem Fachbereichsleiter Umwelt der Stadt, Detlef Gerdts, und Piesberg-Projektleiter Karl-Heinz Uthmann.

Dörenther Klippen, EndmorÀnen Ankumer Höhe, SaurierfÀhrten Barkhausen: Infotafeln stellen wichtige Sichtpunkte vor

Von der rund 30 Quadratmeter messenden Plattform könnten Besucher die Stadt OsnabrĂŒck, das OsnabrĂŒcker Land, den Teutoburger Wald und das Wiehengebirge ĂŒberblicken, erklĂ€rte Gerdts. Wichtige Sichtpunkte, wie die Dörenther Klippen oder die WindrĂ€der auf dem Kamm des Teutoburger Waldes in Borgholzhausen, wĂŒrden durch umlaufende Infotafeln nĂ€her vorgestellt. Aber auch nicht sichtbare SehenswĂŒrdigkeiten des Naturparks, wie die EndmorĂ€nen Ankumer und Dammer Höhe, die Varusschlacht in Kalkriese, die Gabelung der Hase bei Melle, die SaurierfĂ€hrten in Barkhausen, das Gradierwerk Bad Rothenfelde und der Berg Freeden, wĂŒrden erklĂ€rt.

Neue Windkraftanlagen dienen als Anschauungsobjekte und informieren ĂŒber "Erneuerbare Energien"

„Am Beispiel der Aussichtsplattform möchten wir eine breite Zielgruppe ĂŒber den Sinn und Zweck von Naturparks informieren und eine verbesserte öffentliche Wahrnehmung fĂŒr diese LandschaftsrĂ€ume erreichen“, unterstrich Brickwedde. „Das Projekt soll dazu beitragen, die Schönheit und die SchutzbedĂŒrftigkeit dieser abwechslungsreichen Landschaftsformen in den Vordergrund zu rĂŒcken.“ Die durch die Stadtwerke in der Nachbarschaft neu errichteten Windkraftanlagen sollen als Ausstellungsbereich dienen, um auch ĂŒber das Thema „erneuerbare Energieerzeugung“ aufzuklĂ€ren. Sie wĂŒrden als Anschauungsobjekte in die Ausstellung einbezogen. Die Aussichtsplattform sei eine wichtige ErgĂ€nzung im Rahmen des Umweltbildungsnetzwerkes „3-Berge“, sagte Brickwedde. Der Zusammenschluss acht stĂ€dtischer Umweltakteure, darunter das Biologische SchĂŒlerlabor der UniversitĂ€t OsnabrĂŒck, das Museum Industriekultur und der OsnabrĂŒcker Zoo, habe es sich zur Aufgabe gemacht unterschiedlichen Zielgruppen die Vielfalt umweltrelevanter Themen nĂ€her zu bringen. Er sichere der Stadt OsnabrĂŒck ein Alleinstellungsmerkmal auf diesem Gebiet. Insgesamt förderte die DBU bislang 39 Projekte mit rund 3,7 Millionen Euro auf dem Piesberg, Schölerberg und Westerberg.

Mit historischer Feldbahn Aussichtsplattform erreichen und ein StĂŒck Industriegeschichte erleben

Das Modellprojekt passe hervorragend in den 2007 von der Stadt erarbeiteten „Aktionsplan Piesberg 2030“, in dem neun verschiedene Themenkorridore, darunter Geologie und Industriekultur, Energie, Erholung und Sport sowie Kunst und Kultur, beschrieben seien und durch verschiedene Erlebnisbereiche an interessierte Besucher weiter vermittelt werden sollen, so OberbĂŒrgermeister Pistorius. Ein neues Umweltbildungskonzept solle sich nun noch intensiver mit den Themenschwerpunkten Natur, Landschaft, Geschichte sowie Energie und Technik beschĂ€ftigen. UnterstĂŒtzt werde die Stadt bei der inhaltlichen Umsetzung vom Naturpark TERRA.vita, dem „3-Berge“-Netzwerk und dem OsnabrĂŒcker ServiceBetrieb. Besucher könnten die Aussichtsplattform, von der auch der Steinbruchbetrieb in Mitteleuropas grĂ¶ĂŸtem Quarzitsteinbruch gut zu beobachten ist, von April bis Oktober 2011, jeweils am ersten und dritten Sonntag im Monat, auch mit einer Zugfahrt in einer historischen Feldbahn erreichen und so ein StĂŒck Industriegeschichte erfahren.

Ansprechpartner fĂŒr Fragen zum Projekt (AZ 29234): Fachbereichsleiter Umwelt der Stadt OsnabrĂŒck, Detlef Gerdts, Telefon 0541/3233172, Telefax 0541/323153172

PrĂ€sentierten die BauplĂ€ne fĂŒr die neue Aussichtsplattform auf dem Piesberg in OsnabrĂŒck (vl.): Ratsvorsitzender der Stadt OsnabrĂŒck, Josef Thöle, DBU-GeneralsekretĂ€r Dr.-Ing. E. h. Fritz Brickwedde, OsnabrĂŒcks OberbĂŒrgermeister Boris Pistorius und der Fachbereichsleiter Umwelt der Stadt OsnabrĂŒck, Detlef Gerdts.
© Andreas Schnellen

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