Heidepflege: wie Phönix aus der Asche

Kontrolliertes Brennen erneuert Blühlandschaft auf der DBU-Naturerbefläche Zschornoer Wald

Jämlitz. Die selten gewordene Heidelandschaft mit Lebensraum für gefährdete Vogelarten wie Brachpieper und Steinschmätzer lebt auf der DBU-Naturerbefläche Zschornoer Wald bald neu auf. Dafür lässt die Tochtergesellschaft der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), das DBU Naturerbe, überalterte Bestände der Besenheide aber erst noch durchs Feuer gehen – bewährt kontrolliert durch ein Expertenteam rund um den Bundesforstbetrieb Lausitz und mit Unterstützung der örtlichen Feuerwehr.

Mit traditioneller Pflegemethode überalterte Heidebestände auf etwa 13 Hektar verjüngen

Wer in den kommenden Tagen Rauchschwaden auf der DBU-Naturerbefläche Zschornoer Wald südöstlich von Cottbus aufsteigen sieht, braucht sich keine Sorgen zu machen: Unter Aufsicht der Freiwilligen Feuerwehr Döbern brennt ein Team um Andreas Petzel vom Bundesforstbetrieb Lausitz und Feuerökologe Alexander Held im Auftrag des DBU Naturerbes auf Teilflächen von insgesamt rund 13 Hektar die landschaftsprägende Heide kontrolliert ab. Unerlässliche Voraussetzung ist eine stabile Wetterlage mit wenig Wind und trockener Witterung. „Mithilfe der feuerökologischen Pflegemaßnahme wird die überalterte, stark verholzte Heide abgeflammt“, sagt Dr. Sabrina Jerrentrup, Offenlandmanagerin im DBU Naturerbe. Wie Phönix aus der Asche keimen im Frühjahr junge Heidepflanzen aus dem Boden. „Mit dem kontrollierten Brennen helfen wir der Natur auf die Sprünge“, so die Offenlandmanagerin. Denn durch die altbewährte Pflegemethode verjüngt sich die Heide.

Feuer als Naturschutzmaßnahme: Durch das kontrollierte Brennen erhält die Heide optimale Keimbedingungen, die sie zur Verjüngung benötigt.
© Blaulichtreporter Elbe-Elster

Gründliche Brandschutzvorkehrungen mit vegetationsfreien Schneisen

Bundesforst-Koordinator Petzel hat für das kontrollierte Brennen nur solche Flächen ausgewählt, auf denen die Heide am Ende ihres Lebensalters angekommen und ihre Austriebskraft vermindert ist. Ausschlaggebend ist auch der Zeitpunkt: „Das Brennen auf der DBU-Naturerbefläche ist um diese Jahreszeit äußerst kontrollierbar“, so Petzel. Er versichert: „Wir treffen gründliche Brandschutzvorkehrungen damit das Feuer nicht auf Nachbarflächen übergreift.“ Rund um die Fläche werden Brenngrenzen in Form von vegetationsfreien Schneisen erstellt. Auf den offenen Stellen wird das Feuer laut Petzel keinen Nährboden finden und erlöschen. Unter Berücksichtigung der Windstärke und der Windrichtung kann dann das Feuer kontrolliert über die Fläche geleitet werden, so Feuerökologe Alexander Held. Das Expertenteam behält gemeinsam mit Freiwilligen Feuerwehr Döbern die Flammen dabei stets im Auge.

Brennen schafft optimale Bedingungen zum Keimen und für den Wiederaustrieb

Die Heide ist nicht nur selbst ein selten gewordener und daher schützenswerter Lebensraum, sondern auch wichtig für gefährdete Vogelarten wie Brachpieper und Steinschmätzer. Die Heideflächen sind durch jahrelange militärische Nutzung entstanden und würden – ohne Pflegemaßnahmen – verbuschen und zu Wald werden. Auch wenn es nach der Aktion zunächst karg und leblos aussehen werde, würde sich die Natur den Lebensraum schnell wieder zurückholen. „Die Besenheide ist ein typischer Brandkeimer“, sagt Jerrentrup. Die Offenlandmanagerin im DBU Naturerbe erklärt: „Die Heidesamen im Boden erhalten optimale Keimbedingungen, da das Feuer konkurrierende Pflanzen verringert und geeignete Nährstoffverhältnisse schafft. Während Stickstoff durch den Brand entzogen wird, verbleiben mit der Asche andere Nährstoffe auf der Fläche und stehen für die Heideentwicklung zur Verfügung.“ Auch die verbliebenen Pflanzenteile würden im Frühjahr mit verstärktem Austrieb reagieren. Bereits im selben Jahr sei mit etwas Glück wieder mit der ersten Heideblüte zu rechnen.

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