Geschundener Piesberg mausert sich zum Naherholungsgebiet

SĂŒdstieg hoch zur „Felsrippe“ wird geplant - DBU fördert mit 125.000 Euro

Osnabrück. Der Steinkohleberg- und Gesteinsabbau haben den Piesberg in Osnabrück in den vergangen 150 Jahren landschaftlich geprägt. Bis heute ist der Abbau nicht abgeschlossen, aber die Natur erobert sich den Berg zurück. Natur- und Wanderfreunden präsentiert sich das Gelände als Naherholungsgebiet, während die Umgestaltung weiter geht: Auf dem Weg zu einem Kultur- und Landschaftspark soll nun die sogenannte „Felsrippe“, ein Relikt des ehemaligen Piesbergmassivs, durch einen Südstieg weiter erschlossen, mit dem Museum Industriekultur verbunden und mit einem Informationssystem erweitert werden. Heute stellte Dr.-Ing. E. h. Fritz Brickwedde, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), gemeinsam mit Osnabrücks Oberbürgermeister Boris Pistorius die Planung zum Ausbau vor. Die DBU fördert das Vorhaben der Friedensstadt mit 125.000 Euro.

Neuer Weg verbindet "Felsrippe" und "Oststieg"

Verschiedene Einblicke in und vom Piesberg gibt der bereits bestehende Rundwanderweg auf einer Länge von zirka acht Kilometern. Die DBU unterstützte diesen Ausbau mit 100.000 Euro. Von dort kann die höchste Stelle des Berges, die „Felsrippe“ erklommen werden. Über eine Brücken- und Treppenkonstruktion soll der Aussichtspunkt nun von Süden her erreichbar sein. Mit dem Projekt ist außerdem eine Anbindung an den „Oststieg“ vorgesehen. „Die hier vorhandene Industriekulturlandschaft entwickelt sich mehr und mehr zu einem wichtigen Naherholungs- und Tourismusgebiet nicht nur für die Osnabrücker“, sagte Brickwedde anlässlich des Ortstermins am Piesberg. Im kommenden Jahr solle der „Südstieg“ fertig sein. Der städtische Fachbereich Umwelt holte sich für das Projekt das Museum Industriekultur, den Naturpark TERRA.vita, den Abfallwirtschaftsbetrieb sowie das Kies- und Splittunternehmen CEMEX als Partner ins Boot.

Besucherkonzept sieht auch Exkursionen in den Berg vor

Am Wegesrand sollen Infopunkte über den Steinbruchbetrieb, die Rekultivierung der ehemaligen Mülldeponie und die besonderen Naturräume am Berg informieren. Das umweltpädagogische Konzept, das auch Exkursionen in den Piesberg vorsehe, solle gemeinsam mit dem Museum Industriekultur erarbeitet werden. Vor allem Schulklassen solle auf diesem Weg die Geschichte und der Wandel des 190 Meter hohen Berges durch ein Informationssystem nahe gebracht werden. Auch die Lebensweise der hier angesiedelten und geschützten Fledermaus-, Uhu- und Kreuzkrötenvorkommen würden auf den Infotafeln erklärt werden. „Es ist wichtig, dass Schülern die ökologischen Möglichkeiten, die in diesen industriellen Relikten stecken, vermittelt werden. Nur so können die Jugendlichen die Flexibilität der Natur verstehen “, betonte Brickwedde.

Der "Piesberg" wurde schon immer geformt und genutzt

Rund 300 Millionen Jahre ist der Piesberg alt und wurde im Lauf der Zeit immer wieder umgeformt und umgenutzt. Der hier abgebaute Piesberger Stein wurde beispielsweise als Wellenbrecher an der Nordseeküste eingesetzt. Nach dem Aus für die Kohle- und Steinförderung im Südfeld wurde der Steinbruch ab 1976 als Müllhalde für Stadt und Landkreis Osnabrück genutzt. Eine Ausstellung und ein multimediales Informationssystem zu diesem Thema und zur Abfallvermeidung unterstützte die DBU mit rund 44.000 Euro. So wird darüber informiert, dass hier rund sechs Millionen Kubikmeter Abfall bis 2006 gelagert wurden. Durch Renaturierungsprojekte und die allmähliche Abdeckung der Deponie soll die ursprüngliche Form des Piesberges wieder hergestellt werden. „Der jetzt geplante Südstieg trägt einen weiteren Teil dazu bei, dass diese, von Menschen geprägte Landschaft, aus neuen Blickwinkeln entdeckt werden kann“, so Brickwedde.

DBU förderte zahlreiche Projekte rund um den Berg

Weitere wichtige Bausteine in der Entwicklung des „Piesbergs“ hin zum besucherfreundlichen Landschaftspark wurden von der DBU mit weiteren 310.000 Euro gelegt. So stiftete sie den Ausbau von Erlebnispfaden und die Integration des Berges als fester Bestandteil des pädagogischen Konzepts des Museums Industriekultur. Außerdem konnten der Haseschacht und der Hasestollen im Berg für Besucher begehbar gemacht werden. Eine Ausstellung informiert sie dabei über die Umweltgeschichte des Bergbaus.

Ansprechpartner für Fragen zum Projekt (AZ 26451): Daniela Barlag, Fachbereich Umwelt der Stadt Osnabrück, Telefon: 0541/3232015, Fax: 0541/3234399

 

 

Stellten die Planung zum Ausbau des SĂŒdstiegs vor (v.l.nr.): Detlef Gerdts (Fachbereichsleiter Umwelt), Klaus Wiebold (PlanungsbĂŒro), Wolfgang Griesert (Vorstand fĂŒr StĂ€dtebau), DBU-GeneralsekretĂ€r Dr.-Ing. E. h. Fritz Brickwedde, Josef Thöle (Ratsvorsitzender), Peter Graf von Spee (Cemex)
©

Medien & Infos