Chemie und Energie in SchĂŒlerlaboren: Potenziale bei Experimenten identifiziert

TU Braunschweig prĂ€sentiert DBU-geförderte Analyse: Große LĂŒcken bei Versuchen zu Materialien und Katalyse

OsnabrĂŒck. SchĂŒlerlabore fĂŒr Chemie können jungen Leuten wissenschaftliche Erkenntnisse zur Energiewende vermitteln und die Notwendigkeit eines nachhaltigen Umgangs mit unseren Ressourcen bewusst machen. Nach einer heute in OsnabrĂŒck vorgestellten und von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) mit 65.000 Euro geförderten Erhebung des Agnes-Pockels-SchĂŒlerlabors der Technischen UniversitĂ€t (TU) Braunschweig erscheint das Thema Chemie und Energie gemessen an seiner Bedeutung fĂŒr die Zukunft aber noch deutlich unterreprĂ€sentiert. „Handlungsbedarf gibt es vor allem bei Experimenten zu Materialien, Katalyse und Ressourcenschonung“, so Petra Mischnick von der TU. Die Umfrage richtete sich an die bei LernortLabor, dem Bundesverband fĂŒr SchĂŒlerlabore, registrierten außerschulischen Chemie-Lernorte.

Gesellschaftliche Akzeptanz ist maßgeblicher Faktor fĂŒr das Gelingen der Energiewende

„Die Energiewende ist derzeit eines der grĂ¶ĂŸten Projekte zum Umweltschutz. Eine wichtige Rolle bei der Versorgung aus erneuerbaren Energien spielt die Chemie – zum Beispiel beim Speichern von Energie und deren Einsparung durch neue Materialien“, sagte DBU-GeneralsekretĂ€r Dr. Heinrich Bottermann. Neben technischen und wirtschaftlichen Herausforderungen seien vor allem die gesellschaftliche Akzeptanz und die Beteiligung möglichst vieler Menschen maßgebliche Faktoren fĂŒr das Gelingen der Energiewende. Außerschulische Lernorte böten eine gute Möglichkeit, junge Menschen schon frĂŒh an das Thema heranzufĂŒhren und durch chemische Experimente ihr Interesse zu wecken.

LĂŒcke bei Experimenten, die die Möglichkeiten der Chemie stĂ€rker in den Blick rĂŒcken

WĂ€hrend sich die meisten SchĂŒlerlabore auf die Energiegewinnung und -speicherung mit den Schwerpunkten Photovoltaik, Brennstoffzellen, Wasserstofftechnologie und elektrochemische Speicher konzentrierten, bestehe jedoch eine LĂŒcke bei Experimenten, die die Möglichkeiten der Chemie stĂ€rker in den Blick rĂŒckten, so Dr. Ilka Deusing-Gottschalk von der TU Braunschweig. Diese trage durch die Entwicklung von Werkstoffen mit besonderen Funktionen, von Katalysatoren oder Recyclingverfahren auf vielfĂ€ltige Weise zur Energiewende bei. So können zum Beispiel WĂ€rmedĂ€mm- und speicherstoffe im Hausbau oder ultraleichte Materialien fĂŒr Fahr- und Flugzeuge den Energiebedarf deutlich senken. Denkbar seien auch interdisziplinĂ€re AnsĂ€tze, lĂ€gen doch zum Beispiel Chemie und Physik in den Material- und Ingenieurwissenschaften dicht beieinander.

Angebote fĂŒr Ober- und Mittelstufen zwei- bis dreimal so hoch wie fĂŒr GrundschĂŒler

Die Angebote fĂŒr Ober- und Mittelstufen ab Klasse sieben seien zwei- bis dreimal so hoch wie fĂŒr GrundschĂŒler. „FĂŒr Grundschulkinder bis hinauf zur Klasse sechs sind also kreative und originelle Ideen gefragt, wie man ihnen, an Alltagserfahrungen anknĂŒpfend, wesentliche PhĂ€nomene des Zusammenspiels von stofflichen Eigenschaften sowie VerĂ€nderungen mit Energie vermitteln kann“, sagte Mischnick. Denn gerade in diesem Alter seien Kinder fĂŒr Themen zu begeistern, die ihnen in ihrem Alltag begegnen, und sie wĂŒrden intuitiv ZusammenhĂ€nge verinnerlichen.

BroschĂŒre "Chemie und Energie in SchĂŒlerlaboren"

Zum Zeitpunkt der Umfrage waren 320 SchĂŒlerlabore im Register von LernortLabor erfasst. In der Fachrichtung Chemie waren 135 EintrĂ€ge vorhanden. Insgesamt haben 44 SchĂŒlerlabore an der Befragung teilgenommen. Kooperationspartner ist die Gesellschaft Deutscher Chemiker. Weitere Informationen zur Erhebung sind in der BroschĂŒre „Chemie und Energie in SchĂŒlerlaboren“ zusammengefasst.

Das Vorhaben ist Teil des DBU-Förderschwerpunkts „Naturwissenschaftlich-technische Umweltbildung und Kommunikation“. Ansprechpartnerin in der DBU ist Ulrike Peters.

Warfen vor der Tagung einen Blick in die Ausstellung "Zukunftsprojekt Energiewende" (v.r.n.l): Petra Mischnick, Dr. Ilka Deusing-Gottschalk (beide TU Braunschweig), DBU-GeneralsekretÀr Dr. Heinrich Bottermann und DBU-Referentin Ulrike Peters.
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