Beckenbauer und Trittin prÀsentieren "Green Goal"

DBU fördert Umwelt-Konzept fĂŒr eine nachhaltige Fußball-Weltmeisterschaft 2006
Die FIFA WM 2006 soll weltweit die erste klimaneutrale Großveranstaltung im Sport werden. Und: Erstmals wurde ein Umweltkonzept mit quantifizierbaren Minderungszielen entwickelt. Diese beiden Aussagen standen am Montag (31. MĂ€rz 2003) im Mittelpunkt einer Pressekonferenz in Frankfurt, bei der Franz Beckenbauer, der PrĂ€sident des Organisationskomitees FIFA WM 2006, gemeinsam mit Bundesumweltminister JĂŒrgen Trittin das Umwelt-Konzept der FIFA WM 2006 prĂ€sentierten. Titel: "Green Goal - auf dem Weg zu einer nachhaltigen FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2006".

Die UnterstĂŒtzung fĂŒr "Green Goal"

"Bei der WM schaut die ganze Welt auf Deutschland. Da wollen wir natĂŒrlich auch beim Umweltschutz vorbildlich sein," sagt Franz Beckenbauer. Dabei kann der OK-PrĂ€sident auf die UnterstĂŒtzung von höchster Stelle setzen - sowohl seitens der Bundesregierung, des Fußball-Weltverbands (FIFA) sowie der Wirtschaft.

JĂŒrgen Trittin, Bundesminister fĂŒr Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit: "Ich gratuliere dem OK zu dem Entschluss, mit "Green Goal" dem Umwelt-Gedanken in hohem Maße Rechnung zu tragen. Wir freuen uns ĂŒber den erfolgreichen Doppelpass. Durch sehr konkrete Maßnahmen werden wir gemeinsam neue MaßstĂ€be im Umweltbereich setzen."

Urs Linsi, FIFA-GeneralsekretĂ€r: "Mit der Initiative "Green Goal" wird schon vor Beginn der FIFA-WM 2006 ein eminent wichtiges Tor erzielt. Die FIFA begrĂŒĂŸt und unterstĂŒtzt alle BemĂŒhungen des Lokalen Organisationskomitees in Deutschland, um die WM im Einklang mit der Umwelt und nach ökologischen Gesichtspunkten durchzufĂŒhren."

Gerhard Goll, Vorstandsvorsitzender der EnBW AG: "Die EnBW ist bei "Green Goal" dabei - das ist fĂŒr uns selbstverstĂ€ndlich. Denn als fĂŒhrendes Energieunternehmen haben wir eine gesellschaftliche Verantwortung, umweltbewusst zu handeln und Vorbild zu sein. Dabei ist Fußball ideal, die Menschen geradezu spielerisch fĂŒr mehr Energiebewusstsein zu gewinnen. Im Bereich Energie kann sich die EnBW als kompetenter und engagierter Partner der FIFA, des WM-Organisationskomitees und des Fußballs einbringen. Dies kann von der Energiebelieferung einzelner WM-Stadien mit regenerativ erzeugtem Strom ĂŒber die Beratung hinsichtlich der Nutzung von Energieeinsparpotenzialen bis hin zur UnterstĂŒtzung bei der Verbreitung der Ziele von Green Goal reichen. Fest steht: Green Goal macht die Umwelt zum ersten Sieger der WM."

Dr.-Ing. E. h. Fritz Brickwedde, GeneralsekretĂ€r der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU): "Alle Projektpartner wollen die Gelegenheit nutzen, den engen Zusammenhang von Sport und Umweltschutz einer breiten Öffentlichkeit zu vermitteln. Große Erfolge erhoffen wir uns unter anderem bei den umweltfreundlicheren Energien oder bei der Abfallvermeidung und -entsorgung."

Die vier Kernbereiche

"Green Goal" bezieht sich auf die vier Bereiche Wasser, Abfall, Energie und MobilitÀt. Die Quantifizierung der Ziele basiert
- auf einer Ist-Analyse der Verbrauchswerte an Energie, Wasser und des Abfallaufkommens im Rahmen des Bundesliga-Spielbetriebs in den FIFA WM-Stadien,
- einer AbschÀtzung des zu erwartenden Verkehrs,
- sowie einer Untersuchung möglicher Umweltmaßnahmen unter BerĂŒcksichtigung erster Kosten-/Nutzenberechnungen.

Die quantifizierbaren Ziele

"Green Goal" ist das erste Umweltkonzept mit quantifizierbaren Minderungszielen fĂŒr eine Sport-Großveranstaltung.

Wasser:
Der Wasserbedarf der FIFA WM-Stadien wird rund 42.000 mÂł betragen. Konkret geplante Maßnahmen zur Reduzierung des Trinkwasserverbrauchs sind die Erhö-hung der Nutzung von Regen-, OberflĂ€chen- oder Brunnenwasser auf 20 Prozent, die optimierte Beregnung der Spielfelder, die Einsparung von Wasser im SanitĂ€rbereich sowie die regelmĂ€ĂŸige Wartung von Armaturen und Leitungen.

Abfall:
Die Reduzierung der Abfallmengen wird angestrebt durch den vermehrten Einsatz verpackungsfreier Systeme beziehungsweise Mehrwegsysteme, durch LeitfĂ€den fĂŒr Catering- und Merchandising-Unternehmen sowie durch ein Abfallmanagement auch im Stadionumfeld. Da genauere SchĂ€tzungen ĂŒber das zu erwartende Abfallaufkommen wĂ€hrend der WM schwierig sind, basiert das Reduktionsziel auf Erfahrungswerten im Bundesliga-Spielbetrieb. Diese variieren sehr stark von Stadion zu Stadion. Allein hierin spiegeln sich entsprechende Potenziale zur Minderung der Abfallmengen wider.

Energie:
Der derzeitige Energieverbrauch der Stadien soll durch die Ausschöpfung von Potenzialen zur Energieeinsparung um 20 Prozent gesenkt werden. Der verbleibende Energiebedarf soll möglichst ĂŒber den Einsatz erneuerbarer Energien gedeckt werden. Konkret bringt sich die EnBW AG, einer der bislang drei Nationalen Förderer der FIFA WM 2006, ein durch die Bereitstellung von regenerativ erzeugtem Strom.

MobilitÀt:
Im Bereich MobilitĂ€t wird eine Erhöhung des Anteils am Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) auf mindestens 50 Prozent angestrebt.

Die klimaneutrale FIFA WM 2006

Das anspruchsvollste Ziel stellt die Minimierung des Effekts der WM auf das globale Klima dar. Ansatzpunkte sind hier die Ausschöpfung von Effizienzpotenzialen in den Stadien und bei der Organisation des WM-Verkehrs sowie der Einsatz regenerativer Energien. Trotz der hierĂŒber erzielbaren Reduktionen wird die WM 2006 zusĂ€tzlich voraussichtlich rund 100.000 Tonnen Treibhausgasemissionen im Inland verursachen. Diese Emissionen sollen durch Klimaschutzinvestitionen an anderer Stelle kompensiert werden. Das bedeutet: Die WM 2006 wird weltweit die erste klimaneutrale Großveranstaltung im Sport sein. Konkrete Kompensationsmodelle werden im Laufe des Jahres entwickelt.

Der DFB als Initiator

Im Gegensatz zu Olympischen Spielen, bei deren Vergabe seit Sydney 2000 Umwelt-Vorgaben durch das Internationale Olympische Komitee (IOC) vorgeschrieben sind, war die Umwelt kein Bewertungskriterium der FIFA in der Ausschreibung fĂŒr die WM 2006. Mit "Green Goal" hat der DFB Neuland betreten und eine seit Jahren bestehende Vision realisiert.

Schon 1998, also noch zwei Jahre vor der offiziellen Nominierung von Deutschland als Gastgeber der WM 2006, legte der DFB offiziell das Fundament: Der Umweltschutz-Gedanke wurde auf dem 36. DFB-Bundestag im Oktober 1998 in die PrĂ€ambel der Satzung aufgenommen. "Unsere Motivation bestand damals darin - und daran hat sich bis heute nicht geĂ€ndert -, dass ein intaktes ökologisches Gleichgewicht auch fĂŒr den Fußballsport eine unverzichtbare Voraussetzung sein muss", erlĂ€utert DFB-GeneralsekretĂ€r und OK-VizeprĂ€sident Horst R. Schmidt.

Das besondere Spannungsfeld

Zu den besonderen Herausforderungen bei der Entwicklung und Umsetzung eines Umweltkonzepts zĂ€hlt, dass die Austragung der Fußball-WM im Gegensatz zu Olympischen Spiele dezentral erfolgt und somit an die Organisation des Verkehrs besondere Anforderungen stellt. Hinzu kommen die unterschiedlichen Eigentums- und BesitzverhĂ€ltnisse vor Ort sowie die stark variierenden baulichen ZustĂ€nde, die letztlich ausschlaggebend sind fĂŒr die jeweiligen Möglichkeiten der Einflussnahme im Umweltbereich.

Das Team von "Green Goal"

"Green Goal" ist eine Mannschaftsleistung. Gemeinsam mit dem Öko-Institut hat das OK das Konzept entwickelt und eng abgestimmt mit dem Bundesumweltministerium, das zudem bei allen Kommunikations-Maßnahmen zur Seite steht. Dr. Hartmut Stahl und Christian Hochfeld vom Öko-Institut freuen sich weiterhin auf die engagierte Teamarbeit und erhoffen sich daraus einen "Kick" fĂŒr die Nachhaltigkeit. "Denn letzten Endes", so Dr. Stahl, " findet in der Bundesliga jedes Wochenende eine WM statt, bei der Fußball und Umwelt Hand in Hand gehen können."

Die Entwicklung des Konzepts wurde durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) mit 90.000,- € gefördert. DarĂŒber hinaus hat das Kuratorium der DBU am 17. MĂ€rz 2003 die Ko-Finanzierung der Umsetzungsphase mit 300.000,- € bewilligt.

Aus den Reihen der Globalen Partner und der Nationalen Förderer hat die EnBW AG als erstes Unternehmen seine aktive UnterstĂŒtzung im beschriebenen Rahmen zugesagt.

Nicht zuletzt haben sich die zwölf FIFA WM-StĂ€dte und -Stadien zu "Green Goal" bekannt und sich zur Mitwirkung bei der Umsetzung der Ziele und Maßnahmen dem OK gegenĂŒber verpflichtet.

Die nÀchsten Schritte

In der Umsetzungsphase werden OK und Öko-Institut die Betreiber der FIFA WM-StĂ€dte und -Stadien bezĂŒglich der Ausschöpfung von Effizienzpotenzialen beraten.

Ein weiterer wesentlicher Baustein soll die Einbeziehung weiterer Globaler Partner und Nationaler Förderer in das Umweltkonzept sein.

Jens Grittner
Pressesprecher
FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2006
Organisationskomitee Deutschland
Otto-Fleck-Schneise 6a
60528 Frankfurt/M.
Tel. 069 / 2006 - 2660
Mobil 0160 / 7450074
Jens.Grittner@ok2006.de


Gerd Graus
Pressesprecher
FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2006
Organisationskomitee Deutschland
Otto-Fleck-Schneise 6a
60528 Frankfurt/M.
Tel. 069 / 2006 - 2600
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Gerd.Graus@ok2006.de
Franz Beckenbauer (li.) und Bundesminister fĂŒr Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit JĂŒrgen Trittin (re.) prĂ€sentierten das Umwelt-Konzept der FIFA WM 2006(„Green Goal")
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Das offizielle Logo der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland.
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