DBU-NaturerbeflĂ€che Roßlauer Elbauen

Die DBU-NaturerbeflĂ€che Roßlauer Elbauen ist rund 1645 Hektar groß und grenzt östlich an Roßlau. Sie setzt sich aus mehreren TeilflĂ€chen zusammen, die sich zum Großteil am Nordufer der Elbe entlangstrecken und ĂŒberwiegend aus naturnahen Elbauen sowie Laubmisch- und KiefernwĂ€lder bestehen. Die DBU-NaturerbeflĂ€che ist Teil des BiosphĂ€renreservats Mittelelbe. Es gibt außerdem Überschneidungen mit dem Fauna-Flora-Habitat-Gebieten „Olbitzbach-Niederung nordöstlich Roßlau“ und „Dessau-Wörlitzer Elbauen“.

Gebietsbeschreibung und Entwicklungsziele

In den Auenlandschaften auf der DBU-NaturerbeflĂ€che breitet sich die Elbe bei Hochwasser auf ihren natĂŒrlichen ÜberschwemmungsflĂ€chen aus. Auf den nĂ€hrstoffreichen Böden hat sich in den ufernahen Bereichen GrĂŒnland mit einem hohen Artenreichtum entwickelt. GefĂ€hrdete Pflanzenarten wie der Hirschsprung (Corrigiola litoralis) und die Schaben-Königskerze (Verbascum blattaria) wachsen hier. Durch Beweidung sowie Mahd und gelegentliche Entnahme von Gehölzen (Entkusselung) werden die FlĂ€chen offen gehalten. Viele Watvögel wie der Kiebitz (Vanellus vanellus) finden in den flachen Senken dieser Auenwiesen ihren Lebensraum. Im sĂŒdlichen Teil der FlĂ€che sind im Überflutungsbereich zudem Reste wertvoller Hartholzauen zu finden. Im Norden der FlĂ€che erstreckt sich ein 1 300 Hektar großes Waldgebiet, das sich aus Laubhölzern aller Altersklassen sowie Kiefern zusammensetzt. Die Auen- und die LaubmischwĂ€lder bleiben ihrer natĂŒrlichen Entwicklung ĂŒberlassen. Die KiefernbestĂ€nde werden nach und nach ausgedĂŒnnt, sodass auch dort mit der Zeit ein naturnaher Laubwald entstehen kann.
Im Jahr 2015 wurden auf 16.000 Quadratmetern ehemals militĂ€risch genutzte GebĂ€ude zurĂŒckgebaut und ĂŒber 300 Tonnen Bauschutt, SiedlungsmĂŒll und Reste russischer MilitĂ€rgerĂ€te abgefahren. Übrig geblieben sind nur sechs Bodenplatten als SonnenplĂ€tze fĂŒr Schlingnattern und zwei Bunker als potenzielle LebensrĂ€ume fĂŒr FledermĂ€use. Im Zuge des RĂŒckbaus wurden zudem zwei temporĂ€re GewĂ€sser als Lebensraum fĂŒr Amphibien und aquatische Insekten angelegt.
Der streng geschĂŒtzte Elbe-Biber (Castor fiber albicus) findet an der Bachaue Olbitzbach im Osten der FlĂ€che ideale Lebensbedingungen. Aber auch der semiaquatische Fischotter (Lutra lutra) nutzt die Elbauen als Lebensraum und Wanderkorridor. Außerdem haben sich Knoblauchkröte (Pelobates fuscus), Erdkröte (Bufo bufo), Laubfrosch (Hyla arborea), Teichmolch (Triturus vulgaris) und Großer Eichenbock (Cerambyx cerdo) angesiedelt.

Historisch

Vor 1945 wurden Teile der FlĂ€che von Truppen der Wehrmacht genutzt. Anschließend dienten Teilbereiche als TruppenĂŒbungsplatz fĂŒr die sowjetischen StreitkrĂ€fte und als Ausbildungsplatz fĂŒr die Nationale Volksarmee. Außerdem nutzte die Volkspolizei das GelĂ€nde. Von 1990 bis 2006 ĂŒbte hier ein Pionierbataillon der Bundeswehr. Anschließend wurde die FlĂ€che bis zur Übergabe an die DBU Naturerbe GmbH forst- und landwirtschaftlich genutzt.