MOE-Fellowship: ing. Natálie Nemejcova

Wiederansiedlung der Grauen Skabiose (Scabiosa canescens) – Welchen Einfluss haben Standorteigenschaften auf die Überlebensrate von Wiederansiedlungen?

Scabiosa canescens ist eine in Deutschland vom Aussterben bedrohte Pflanzenart, deren Bestände rapide zurückgehen. Sie wird zudem als „Verantwortungsart“ eingestuft, da ein Großteil ihres weltweiten Bestands in Deutschland und Mitteleuropa vorkommt. Der Botanische Garten der Universität Potsdam beteiligt sich an zahlreichen Wiederansiedlungsprojekten für diese Art. An 50 Standorten, an denen diese Art angesiedelt worden war, wurden Vegetationserhebungen durchgeführt und Bodenproben entnommen, um den pH-Wert und die Wasserhaltekapazität des Bodens zu bestimmen. Auf der Grundlage von Informationen zur Bedeckung der Vegetationsschichten, zur Zusammensetzung der Krautschicht und zu den Bodeneigenschaften wurde eine Analyse durchgeführt, um die Lebensraummerkmale zu identifizieren, die das Überleben der angesiedelten Scabiosa canescens-Exemplare in freier Wildbahn beeinflussen. Die Gesamtbedeckung der Vegetationsschichten und der Feuchtigkeitsgrad hatten einen signifikanten Einfluss auf das Vorhandensein bzw. Fehlen der Zielart. Darüber hinaus lassen sich Trends bei den Indikatorwerten für Licht, Kontinentalität und Bodensauerstoff feststellen. Aus den gewonnenen Erkenntnissen lässt sich schließen, dass sich diese Art am häufigsten in trockeneren Lebensräumen mit offener Vegetation und offenem Boden etabliert. Bei der Planung künftiger Anpflanzungen wird empfohlen, die Gesamtbedeckung der Vegetationsschichten als zusätzliches Kriterium für die Standortwahl zu berücksichtigen. Es muss eine neue Studie durchgeführt werden, um den Einfluss der Witterungsbedingungen auf das Überleben gepflanzter Scabiosa canescens zu klären.

AZ: 30025/096

Zeitraum

04.02.2026 - 03.08.2026

Land

Tschechien und Slowakei

Institut

Universität Potsdam
Botanischer Garten

Betreuer

Dr. Michael Burkart