Der Klimawandel wird zunehmend als eine psychologische ebenso wie als eine ökologische Herausforderung verstanden, da er nicht nur Ökosysteme und Lebensgrundlagen verändert, sondern auch beeinflusst, wie Menschen Bedrohungen bewerten, Verantwortung zuschreiben und emotionale Reaktionen erleben. Eine wachsende Literatur zu Öko-Emotionenkonzeptualisiert diese Reaktionen als affektive Phänomene, die mit der Klimakrise in Zusammenhang stehen (Pihkala, 2022). Innerhalb dieses breiteren emotionalen Spektrums hat Klima-Wut besonderes Interesse geweckt, da sie als annäherungsorientierte Emotion charakterisiert wird, die mit Handlungstendenzen verbunden ist, die darauf abzielen, wahrgenommenes Fehlverhalten oder Ungerechtigkeit zu adressieren (Scherer, 2005). Die vorliegende Studie untersucht, ob sich Unterschiede im Zielobjekt der Klima-Wut in unterschiedlichen Formen pro-environmentalen Engagements widerspiegeln. Konkret wird geprüft, ob Klima-Wut, die sich gegen verschiedene Akteure richtet, private pro-environmentale Verhaltensintentionen, Intentionen bzw. Unterstützung für kollektives Handelnsowie die Unterstützung von Naturschutzpolitiken unterschiedlich beeinflusst und damit sowohl zur Theorie zu Öko-Emotionen als auch zu evidenzbasierten Ansätzen der Umweltkommunikation beiträgt.