Zentrum für Metropolinnovationen in Bratislava: Modellprojekt einer ökologisch und sozial nachhaltigen Gebäudemodernisierung der Stiftung Nová Cvernovka in Bratislava, Slowakei

Projekt aus der internationalen Förderung

Projekt Metropolinnovation AZ 35273 © Passivhausinstitut Slowakei (iEPD)
Tagcloud zu AZ 35273 © Deutsche Bundesstiftung Umwelt

Gegenstand und Ziele des Projektes

Das Ziel des Projekts ist die Entwicklung und Umsetzung einer architektonisch, sozial-ökologisch und energietechnisch nachhaltigen Konzeption für den Umbau eines ehemaligen Wohnheims in Bratislava zu einem soziokulturellen Zentrum („Zentrum für Metropolinnovationen“) mit kostengünstigen und gemeinschaftlichen Wohnformen.

Gegenstand der Maßnahme ist ein Gebäudekomplex einer ehemaligen chemischen Fachmittelschule aus den 1950er Jahren, der früher als Wohnheim diente. Nach erfolgreicher Belebung des heruntergekommenen Schulgebäudes soll im nächsten Schritt die energetische Ertüchtigung durch den Umbau des ehemaligen Wohnheims mit einer Gesamtgeschossfläche von ca. 6.500 m2 hinsichtlich folgender drei programmatischer Schwerpunkte realisiert werden:

  • Kostengünstiges Wohnen als Co-Housing mit gemeinschaftlichen Wohnformen wie „Clusterwohnungen“
  • Zentrale Einrichtung der Nichtregierungsorganisationen und sozialer Innovationen
  • Öffentliche Ergänzungsfunktionen

Geplante Maßnahmen:

  1. Erstellung des ökologischen Gesamtkonzeptes mit Vorschlägen und Varianten zu den technischen Komponenten und 8 Projektsteckbriefen von „Best Practice“-Beispielen zu energieeffizienter und ökologischer Sanierung
  2. Entwicklung von realisierbaren Konzepten zu gemeinschaftlichen Wohnformen (z. B. Mehrgenerationenwohnen, Cluster-Wohnungen, integrative Wohnformen) als Grundlage für den Partizipationsprozess
  3. Erarbeitung des Raum- und Funktionskonzeptes und Entwurfsideen hinsichtlich der geplanten Nutzung für Wohnungen, Gemeinschaftsräume und Gewerbe
  4. Workshop zur integralen Planung in Bratislava
  5. Feststellung des bestehenden Zustandes der Energieaufwendung des Gebäudes mithilfe des Passivhaus-Projektierungspakets (PHPP) – einer Software für die Planung und Berechnung von Passiv- und Nullenergiegebäuden
  6. Energetische Optimierung der vorgeschlagenen Lösung des Umbaus, Einarbeitung der optimierten Lösungen
  7. Erstellung der Planungsdokumentation für die Baugenehmigung (Architekturplanung, Planungsdokumentationen für Raumordnungsverfahren und Baugenehmigung)
  8. Umsetzung der PR-Kampagne: in sozialen Medien (Facebook, Twitter, Instagram), auf den Internet-Seiten der Projektpartner, auf 2 Workshops für Stakeholder / künftige Nutzerinnen und Nutzer sowie auf einem Workshop für die öffentliche Verwaltung

 

Innovation und Modellhaftigkeit des Projektes

Energie- und Umweltbereich: In der Slowakei müssen Gebäude, die ab dem 01.01.2021 erbaut werden, den „Niedrigstenergiestandard A0“ erfüllen. Die Gesetzgebung ermöglicht bei Sanierung und Umbau die Berücksichtigung des sogenannten „cost optimum“, d. h. Maßnahmen, welche auch mit Blick auf die Kosten tragbar sind. Im Ergebnis muss der Investor/die Investorin nicht die festgelegten Energie- und Umweltziele erfüllen.

Mit dem beabsichtigten Vorhaben werden jedoch höhere Ziele angestrebt: Die Innovationen im technischen Bereich sollen aus dem „Zentrum für Metropolinnovationen“ das erste Plusenergiegebäude in der Slowakei machen. Die technische Umsetzung wird im Rahmen des Kooperationsprojektes untersucht und erarbeitet.

Darüber hinaus sollen weitere technische Innovationen im Hinblick auf Klimaanpassung (begrünte Dächer, Fassadenbegrünung, Regenwassermanagement), Grauwasserrecycling und der Einsatz ökologisch unbedenklicher Baumaterialien beim Umbau berücksichtigt werden. Diese Maßnahmen orientieren sich an den Kriterien der Nachhaltigkeitszertifizierung von Gebäuden (dgnb, bnb, NaWoh).

Integrale Planung: Die modellhafte Entwicklung der Projektbearbeitung mit hohen Energiestandards erfordert eine integrale Planung, d. h. eine Zusammenarbeit des Investors/der Inverstorin und der Projektentwicklung, der Architektinnen und Architekten, aller Fachplanerinnen und Fachplanern und des späteren Facility Managements von Beginn des Entwurfsprozesses an.

Soziale Innovation: Die Verbindung von der Nachnutzung brachliegender Gebäude unter Berücksichtigung hoher ökologischer Nachhaltigkeitsziele beim Umbau und der künftigen Nutzung des Gebäudes mit der Partizipation der späteren Gebäudenutzerinnen und -nutzer (Akteure der kreativen Industrie sowie Co-Housing-Modell) stellt ebenfalls eine Innovation für die Slowakei dar.

Bildungs- und Kommunitätsaktivitäten: Das Projekt fördert die Entwicklung eines stärkeren Umweltbewusstseins breiter Bewohnergruppen und das Engagement von Einzelpersonen durch die Verknüpfung der Bereiche der Kreativität, Bildung, Bürgergemeinschaft und Sozialarbeit.

Das Einbeziehen der Bewohnerinnen und Bewohner aus der Umgebung mittels gezielter PR-Bildungskampagnen über die Bedeutung und den Bedarf der Renovierungen für das Plusenergiegebäude, über den Lebenszyklus des Gebäudes („cradle to cradle“) und über die Auswirkungen auf die Klimaveränderung ist ebenso ein wichtiger Beitrag.

 

Besondere Aspekte des Projektes

Die nachhaltige Wirkung des Vorhabens zeigt sich bei dem künftigen Umbau des Wohnheims im Sinne der erarbeiteten Konzeption. Die Vorbildfunktion in der Umsetzung eines Plusenergiekonzeptes in der Sanierung sowie weiteren Maßnahmen im Bereich Begrünung, Materialien und Wassermanagement ist innovativ und beispielhaft für die Slowakei.

Einen besonderen Aspekt des Projektes stellt der Partizipationsprozess mit den künftigen Nutzerinnen und Nutzern des Objektes dar. Die Umsetzung des Projektes erfolgt in enger Kooperation der Projektpartner, die jeweils eigene aktive Aufgaben haben.

 

Förderthema: FT 4: Energie- und ressourcenschonendes Bauen

Kooperationspartner:

Assoziierter Partner:

Wirkungsorte: Deutschland (Schwerpunkt: Potsdam), Slowakei (Schwerpunkt: Bratislava)

Förderzeitraum: Juni 2020 bis November 2021

Projektkosten: Gesamtvolumen: 421 313 Euro, Förderung durch DBU: 274 467 Euro

DBU-AZ: 35273


Stand: 27.07.2021