Bildungsprojekt zu nachhaltiger Produktion und Nutzung von IT-Produkten

ESD for 2030: Circle21 – Education for Circular Sustainable Development in the 21th Century: BBNE-Vorhaben in der (Weiter-)Bildung für Lehrende in der Informations- und Kommunikationstechnik sowie im Bereich Elektromobilität

Für die Mobilitäts- und Energiewende ist eine intelligent vernetzte Infrastruktur notwendig – gleichzeitig werden dafür enorme Rohstoffmengen benötigt. Diese sind nur begrenzt verfügbar. An dieser Stelle setzt das Projekt an und entwickelt Lösungsans © Canva/Metamorworks
Für die Mobilitäts- und Energiewende ist eine intelligent vernetzte Infrastruktur notwendig – gleichzeitig werden dafür enorme Rohstoffmengen benötigt. Diese sind nur begrenzt verfügbar. An dieser Stelle setzt das Projekt an und entwickelt Lösungsansätze.
Die adressierten Nachhaltigkeitsziele des Projekts. © Deutsche Bundesstiftung Umwelt / UN Global Goals
Die adressierten Nachhaltigkeitsziele des Projekts. Das Bild ist verlinkt mit der Aufzeichnung der Kurzvorstellung dieses Projekts auf der digitalen Auftaktveranstaltung zur DBU-Ausschreibung „Nachhaltigkeitsdilemmata und Umgang mit Unsicherheiten“ vom 21. Juni 2021.

Die Kurzvorstellung dieses Projekts auf der digitalen Auftaktveranstaltung zur DBU-Ausschreibung „Nachhaltigkeitsdilemmata und Umgang mit Unsicherheiten“ vom 21. Juni 2021 finden Sie auf unserem YouTube-Kanal.

 

Das 21. Jahrhundert ist geprägt von umfangreichen Wandlungsprozessen. Für die Erreichung der Nachhaltigkeitsziele (SDGs) bestehen jedoch Zielkonflikte und Nachhaltigkeitsdilemmata; so auch im Bereich der Elektromobilität sowie Informations- und Kommunikationstechnik (IKT). Für die Mobilitäts- und Energiewende ist eine intelligent vernetzte Infrastruktur notwendig, gleichzeitig werden dafür aber enorme Mengen an Rohstoff benötigt. Diese sind nur begrenzt verfügbar und deren Abbau verursacht ökologische, ökonomische und soziale Probleme. Solche Zielkonflikte können Transformationsprozesse hemmen oder sogar zum Erliegen bringen, wenn sie beispielsweise aus Unsicherheit aufgrund fehlenden Wissens nicht transparent thematisiert werden.

Nachhaltigkeitsdilemmata in der Beruflichen Bildung

In Circle21 werden Nachhaltigkeitsdilemmata in der Beruflichen Bildung behandelt und zeigen modulare und kreislauffähige Konzepte als Lösungsansätze auf. Grundlage für das Vorhaben ist das UNESCO-Programm „Education for Sustainable Development: Towards achieving the SDGs (ESD for 2030)“, aus dem inhaltliche Schwerpunktthemen und Alleinstellungsmerkmale für die Qualifizierung der in der Beruflichen Bildung für nachhaltige Entwicklung am Beispiel der Elektromobilität sowie Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) übertragbar abgeleitet werden sollen.

Zielkonflikt zwischen Herstellung von IT und Wahrung der Menschenwürde

Für die Entwicklung und Umsetzung innovativer Konzepte braucht es qualifizierte Lehrende in der dualen Berufsausbildung. Hier setzt das Projekt Circle21 an. Das Berufsbildung für nachhaltige Entwicklung (BBNE)-Vorhaben entwickelt und erprobt bedarfsorientierte und partizipative Bildungsangebote für die Zielgruppe der Lehrenden an Berufsschulen im Bereich IKT. Hierbei wird das Unternehmen Shift als Impulsgeber einbezogen. Durch eine auf Dilemmata-orientierte Lehre sind die Lernenden als „Fachkräfte von morgen“ ebenfalls einbezogen. Thematisch sollen Ziele für nachhaltige Entwicklung und deren Zielkonflikte in den o. g. Bereichen anhand gelungener Praxisbeispiele in konstruktiver, lösungsorientierter Weise thematisiert werden, um die notwendigen Entscheidungs- und Handlungskompetenzen für die nachhaltige Entwicklung zu stärken. So geht es beispielsweise um den Zielkonflikt zwischen der Herstellung hochwertiger IT und der Wahrung der Menschenwürde beim Abbauprozess, der oft auch durch Kinderarbeit ohne Wahrung von Arbeitsschutz realisiert wird. Zusätzlich sind u. a. mit vielen Dilemmata und Unsicherheiten die Produktion und die Nutzung der IT-Produkte betroffen.  

Expertinnen- und Experteninterviews

Da Nachhaltigkeitsdilemmata in der Bildung der Lehrenden bisher nicht explizit thematisiert werden, werden methodisch zu Beginn des Projekts Expertinnen- und Experteninterviews geführt, um zu erfassen, an welchen vorhandenen Kompetenzen das BBNE-Angebot anknüpfen kann.

Ergänzend erfolgt 1. die Sichtung der Curricula angehender Lehrkräfte im Bereich Mobilitäts- und Energiewende sowie 2. eine Untersuchung der Weiterbildungspraxis Lehrender in der beruflichen Bildung. Um auf identifizierte Bildungsbedarfe durch Konzeptanpassung der Weiterbildung reagieren zu können, werden fortlaufend inhaltliche Recherchen durchgeführt (z. B. zu technischen Rohstoffkreisläufen und/oder deren Anwendungsbeispielen). Parallel werden Lehr- und Lernmaterial erarbeitet und zunächst intern in einem ersten Testlauf geprüft und optimiert.

Es folgt die Anwendung mit den Lehrenden selbst. Parallel wird der Transfer in das europäische Partnerland Litauen vorbereitet und begleitet wird. Die Feedbacks der Teilnehmenden werden integriert und das Weiterbildungsangebot inklusive Lehr- und Lernmaterial entsprechend verbessert. Die Ergebnisse des Projekts werden in analogen, hybriden und digitalen Formaten und verschiedenen Sprachen (Deutsch, Englisch, Litauisch) aufbereitet und als Open Educational Resources (OER) publiziert. Weitere Multiplikatorinnen und Multiplikatoren werden identifiziert und kontaktiert, um das im Projekt entstehende Weiterbildungsangebot möglichst vielen weiteren Lehrenden, Lernenden und Interessierten zugänglich zu machen.

Technische Kreisläufe des 21. Jahrhunderts

In Circle21 werden bisher nicht existente analoge, hybride und digitale Weiterbildungsangebote zu technischen Kreisläufen des 21. Jahrhunderts und deren positiven ökologischen, ökonomischen und sozialen Einflüssen entwickelt und erprobt. Neben den Nachhaltigkeitsdilemmata innerhalb und zwischen den SDGs werden Lösungsansätze zur Mobilitäts- und Energiewende durch kreislauffähiges modulares Design diskutiert. Diese werden mit Berufsschullehrerenden (IKT und Elektromobilität) in Form von Lehrmodulen (mit modular und kreislauffähig aufgebauten Smartphones der Shift GmbH) erlebbar gemacht. Die Lehrkräfte nutzen die Inhalte weiter, wodurch die Konzepte auch Lernende, Entwickelnde und Fachkräfte von morgen erreichen. So können Unsicherheiten im Umgang mit Zielkonflikten vermindert und bestenfalls vermieden werden.

 

Projektdurchführung:
Technische Universität Berlin
Institut für Berufliche Bildung und Arbeitslehre
10587 Berlin
www.arte.tu-berlin.de/menue/forschung/projekte/circle21/
ibbf.berlin/projekte/aktuelle-projekte/circle21.html

DBU-AZ: 35601/48

Förderzeitraum: Februar 2021 – April 2022

Stand: 15.07.2021