Promotionsstipendium: Till Günther

StSP-Meeresschutz: Maritime Raumplanung im Zielkonflikt zwischen Naturschutz und Klimaschutz – Rechtliche Bedingungen für rationale Planungsentscheidungen

Konflikte im Spannungsfeld von Klimaschutz und Naturschutz treten vermehrt auf und werden in Zukunft weiter an Relevanz gewinnen. Die Erreichung der globalen Klimaziele und der reduzierte Import von russischem Gas und Öl nach Europa infolge des russischen Angriffskriegs führen dazu, dass die Umsetzung der Energiewende eine der aktuellen politischen Herausforderungen ist. Der Ausbau von Wind- und Solarenergie ist einer der wesentlichen Bestandteile dieser Energiewende. Diese Ausbauziele betreffen auch die deutschen Meeresgebiete, in denen eine Kapazität von 70 Gigawatt für Offshore Windenergie installiert werden soll. Aufgrund der begrenzten Flächenverfügbarkeit kollidiert dieses Ziel mit weiteren Nutzungen der Meere (bspw. Schifffahrt, Militär, Naturschutz). Der flächenintensive Ausbau führt dazu, dass erhebliche Teile der deutschen ausschließlichen Wirtschaftszone in Anspruch genommen werden. Dadurch können Klimaschutz- und Naturschutzinteressen nicht in vollem Umfang erfüllt werden, sodass zwischen diesen Gütern ein Zielkonflikt entsteht.

Im Verlauf der letzten Jahre wurden verschiedene Gesetzesänderungen, vor allem mit einem europarechtlichen Hintergrund, beschlossen, die für einen beschleunigten Ausbau der erneuerbaren Energien sorgen sollen (bspw. die Erneuerbare-Energien-Richtlinie). In diesem Zusammenhang bestehen Bedenken, dass eine mögliche Beschleunigung auf Kosten von artenschutzrechtlichen Vorschriften erreicht wird. Dies veranlasste auch die letzte Bundesregierung („Ampel-Koalition“) in ihrem Koalitionsvertrag festzuhalten, dass sie das Verhältnis von Klima- und Artenschutz klären wollten.

Diese Arbeit widmet sich der Forschungsfrage, wie der Ausbau der Offshore-Windenergie gelingen kann, ohne dass der Meeresschutz in den Hintergrund tritt.  

AZ: 20026/024

Zeitraum

01.06.2026 - 31.05.2029

Institut

Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Betreuer

Prof. Dr. Nele Matz-Lück