Projekt 40869/01

Von der Idee zur Bürger-Wärme – Genossenschaftliche Wärmenetze mit Kommunaler Unterstützung entwickeln und flächendeckend erfolgreich umsetzen

Projektdurchführung

Bündnis Bürgerenergie e. V.
Marienstr. 19/20
10117 Berlin

Zielsetzung

Die Dekarbonisierung der Wärmeversorgung ist eine zentrale Voraussetzung für das Erreichen der deutschen Klimaschutzziele. Rund 30 % der Treibhausgasemissionen in Deutschland entfallen auf den Gebäudesektor, dessen Wärmeversorgung noch überwiegend auf fossilen Energieträgern basiert. Gleichzeitig stehen Kommunen durch die kommunale Wärmeplanung vor der Herausforderung, geeignete, wirtschaftlich tragfähige und gesellschaftlich akzeptierte Lösungen für eine klimaneutrale Wärmeversorgung zu entwickeln.
Gemeinschaftlich organisierte Wärmenetze bieten hierfür großes Potenzial, insbesondere wenn Kommunen und Bürgerenergiegenossenschaften ihre jeweiligen Stärken bündeln. Während Kommunen über Planungs- und Steuerungskompetenzen sowie den Zugang zu lokalen Akteuren verfügen, bringen Bürgerenergiegenossenschaften Erfahrungen in Beteiligung, Finanzierung und regionaler Wertschöpfung ein. Erfolgreiche Kooperationen existieren bereits, werden jedoch bislang nicht systematisch ausgewertet bezüglich ihrer identifizierten Erfolgsfaktoren. Gleichzeitig fehlen praxisnahe Unterstützungsangebote für Kommunen und Bürgerenergieakteure, um solche Kooperationen gezielt aufzubauen.
Ziel des Vorhabens ist es daher, Erfolgsfaktoren für Kooperationen zwischen Kommunen und Bürgerenergiegenossenschaften bei der Umsetzung gemeinschaftlicher Wärmeprojekte zu identifizieren, aufzubereiten und in die Praxis zu übertragen. Hierzu werden bestehende Projekte analysiert, Qualifizierungs- und Mentoring-Angebote entwickelt sowie Handlungsempfehlungen und Kommunikationsmaterialien erarbeitet. Das Vorhaben stärkt die Zusammenarbeit beider Akteursgruppen und trägt dazu bei, gemeinschaftliche Wärmelösungen schneller und erfolgreicher umzusetzen.
Durch die Förderung lokaler, erneuerbarer Wärmeversorgung werden Treibhausgasemissionen reduziert, Ressourcen geschont, regionale Wertschöpfung gestärkt und die Akzeptanz der Wärmewende erhöht. Damit leistet das Projekt einen Beitrag zu einer sozial gerechten und langfristig klimaneutralen Wärmeversorgung.

Arbeitsschritte

Das Vorhaben gliedert sich in vier aufeinander aufbauende Arbeitspakete. Zu Beginn werden bundesweit bestehende gemeinschaftlichen Wärmenetzprojekte identifiziert und hinsichtlich ihrer Zusammenarbeit zwischen Kommunen und Bürgerenergiegenossenschaften und weiterer Attribute analysiert. Mithilfe von Interviews, Befragungen und der Auswertung von Praxisbeispielen werden Erfolgsfaktoren, Hemmnisse sowie geeignete Organisations-, Finanzierungs- und Kooperationsmodelle systematisch herausgearbeitet.
Auf dieser Grundlage werden zielgruppenspezifische Unterstützungsangebote entwickelt. Hierzu zählen Webinare, eine modulare Trainingsreihe sowie zwei Mentoring-Programme für kommunale Akteure und Bürgerenergiegenossenschaften in urbanen und ländlichen Räumen. Die Teilnehmenden werden bei der Entwicklung konkreter Wärmeprojekte begleitet und erhalten praxisorientierte Hilfestellungen, bei der auf ihre jeweiligen Rahmenbedingungen eingegangen wird. Erkenntnisse aus den Mentoring-Programmen fließen fortlaufend in die Weiterentwicklung der Materialien ein.
Parallel dazu werden die Projektergebnisse über Fachveranstaltungen, eine 6-monatige Kampagne und einen Flyer verbreitet. Ergänzend werden ein politisches Positionspapier sowie Handlungsempfehlungen erarbeitet, um die Rahmenbedingungen für gemeinschaftliche Wärmeversorgung weiterzuentwickeln und die Projekterkenntnisse in politische Prozesse einzubringen.
Die Arbeitspakete bauen systematisch aufeinander auf: Die Bestandsanalyse bildet die Grundlage für Qualifizierungs- und Mentoring-Angebote, deren praktische Erfahrungen wiederum in die Kommunikations- und Transfer-Maßnahmen einfließen.
Das Vorhaben geht über den bisherigen Stand der Praxis hinaus, indem erstmals die Zusammenarbeit von Kommunen und Bürgerenergiegenossenschaften im Bereich der gemeinschaftlichen Wärmeversorgung systematisch untersucht, Erfolgsfaktoren wissenschaftlich fundiert aufbereitet und unmittelbar in anwendungsorientierte Unterstützungsangebote überführt werden. Dadurch werden Wissenstransfer, Nachahmbarkeit und Skalierbarkeit erfolgreicher Kooperationsmodelle verbessert und die Umsetzung erneuerbarer, gemeinschaftlich organisierter Wärmenetze beschleunigt. Dies trägt langfristig zur Minderung von Treibhausgasemissionen, zur Stärkung regionaler Wertschöpfung sowie zu einer nachhaltigen und gesellschaftlich getragenen Wärmewende bei.

Übersicht

Fördersumme

172.502,00 €

Förderzeitraum

01.07.2026 - 01.07.2028

Bundesland

Berlin

Schlagwörter

Klimaschutz
Ressourcenschonung
Umweltforschung
Umwelttechnik