Theyo Labs GmbH
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Ausgangssituation ist eine doppelte Herausforderung an der Schnittstelle Schule-Beruf: Erstens ist Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in allgemeinbildenden Schulen mit berufsorientierendem Profil und in der beruflichen Bildung häufig nicht systematisch verankert. Nachhaltigkeit bleibt dadurch oft abstrakt und wird selten als konkrete Handlungs- und Gestaltungsmöglichkeit erlebt. Zweitens verschärft sich der Fachkräftemangel in ernährungsbezogenen Versorgungsberufen wie Hauswirtschaft, Bäckerei und Küche. Gleichzeitig werden Jugendliche mit nicht-akademischen Bildungswegen bislang zu selten durch strukturierte Programme in nachhaltigem Unternehmertum, Gründung oder betrieblicher Übernahme gefördert, obwohl hier relevantes Innovations- und Transformationspotenzial liegt.
Umweltrelevante Problemstellung: Der Lebensmittelsektor hat eine hohe Hebelwirkung für Klima, Ressourcenverbrauch, Landnutzung und Biodiversität. Die notwendige Transformation entlang der Lebensmittelwertschöpfungskette erfordert Kompetenzen für nachhaltige Produktion, Beschaffung, Konsum und Abfallvermeidung. Genau diese Kompetenzen sollen dort aufgebaut werden, wo spätere Entscheidungen im Berufsalltag getroffen werden: in der ernährungsbezogenen Versorgung.
Zielsetzung des Vorhabens ist daher, ein strukturiertes Lern- und Gründungsprogramm zu etablieren, das Jugendliche ab Klasse 9, Schülerinnen an allgemeinbildenden Schulen mit berufsorientierendem Profil sowie Schülerinnen in berufsbildenden Bildungsgängen mit Bezug zu ernährungsbezogenen Versorgungsberufen befähigt, nachhaltige Schülerfirmen aufzubauen oder weiterzuentwickeln. Berufsschulen, Berufsfachschulen und weitere berufsorientierende Schulformen sind dabei wichtige Umsetzungspartner, weil sie zentrale Lernorte am Übergang von Schule, Ausbildung und Beruf sind. Dabei werden drei zentrale Ziele verbunden:
(1) individuelle Befähigung zu nachhaltiger Berufs- und Lebensgestaltung (Selbstwirksamkeit, Systemverständnis, Gestaltungskompetenz),
(2) institutionelle Verankerung praxisnaher BNE-Formate im Schulalltag über die nachhaltige Schülerfirma als Lernlabor und
(3) Beitrag zur nachhaltigen Fachkräftesicherung und Umweltentlastung durch skalierbare Qualifizierung.
Inhaltlich fokussiert das Projekt auf SDG 12, 13 und 15 und übersetzt diese in praxistaugliche Lerninhalte für Schul- und Berufsalltag.
Das Vorhaben ist als 36-monatiges Modellprojekt (2025-2028) mit Konzeption, Pilotierung, Rollout, Auswertung und Transfer angelegt. In der ersten Phase werden Programmstruktur, Materialien, digitale Lerninhalte sowie Schul-, Praxis- und Mentor*innenstrukturen aufgebaut.
Die Pilotierung erfolgt mit unserer Partnerschule in Wolfsburg und der dort bestehenden nachhaltigen Schülerfirma. Im 100-tägigen Programm entwickeln die Schüler*innen eigene Ideen, erproben nutzer*innenzentrierte Methoden und setzen sich mit nachhaltiger Produktentwicklung, unternehmerischer Verantwortung und praktischen Umsetzungsschritten auseinander. Praxisanlass ist die IdeenExpo 2026: Dafür entsteht eine spezielle Trinkschokolade als koffeinfreie Alternative zu Kaffee am Coffee-Bike. So werden Nachhaltigkeit, Produktentwicklung, Kund*innenperspektive und Geschäftsmodellarbeit erfahrbar.
Methodisch verbindet das Programm Workshops, digitale Lernmodule, Mentoring, Peer-Formate, Case Clinics und Tools wie Sustainable Business Model Canvas, Value Proposition Canvas und Impact-Analyse. Die Schokoladenbranche dient als Beispiel, um Lieferketten, Beschaffung, Produktentwicklung, Preisgestaltung, Kommunikation und Wirkung greifbar zu machen und auf ernährungsbezogene Versorgung zu übertragen.
Parallel wird eine Lernumgebung auf Moodle-Basis vorbereitet. Sie begleitet die Schüler*innen durch den Accelerator, vermittelt Inhalte interaktiv und berücksichtigt Lernvoraussetzungen. Die Module sollen im Unterricht, in Arbeitsphasen und in Train-the-Trainer-Kontexten nutzbar sein.
Ab 2026 wird das Programm schrittweise ausgeweitet. Ziel ist die Umsetzung an 10 Schulen mit ca. 150 Schüler*innen sowie die Einbindung von Partnerbetrieben bzw. Mentor*innen. Angesprochen werden allgemeinbildende Schulen mit berufsorientierendem Profil, Berufsschulen, Berufsfachschulen und weitere berufsbildende oder berufsorientierende Bildungsgänge mit Bezug zu Hauswirtschaft, Bäckerei, Küche und nachhaltiger Ernährung.
Die Umsetzung wird begleitend ausgewertet. Dazu gehören Vorher-Nachher-Befragungen, Feedbackformate, qualitative Rückmeldungen, Gespräche und Wirkungsanalysen. Die Ergebnisse fließen in die Weiterentwicklung der Materialien, digitalen Module, Begleitformate und Mentor*innenstrukturen ein.
Ab 2027/2028 werden darauf aufbauend ein Train-the-Trainer-Format und ein Social-Franchise-Konzept entwickelt, damit Schulen, Bildungsträger und Praxispartner*innen den Ansatz übernehmen und übertragen können.