Projekt 38527/01

Checkliste zur spezifischen Bewertung der Treibhausgasemissionen und der zugehörigen Verminderungsmaßnahmen für relevante Verfahrensschritte der Abwasser- und Schlammbehandlung auf Kläranlagen

Projektdurchführung

Emscher Wassertechnik GmbH
Brunnenstr. 37
45128 Essen

Zielsetzung

Kläranlagen sind häufig einer der größten Emittenten von Treibhausgasen (THG) in Kommunen. Für die zahlreichen Kommunen und Kläranlagenbetreiber, die in den kommenden Jahren die Klimaneutralität anstreben, ist die Beschäftigung mit den THG-Emissionen aus der Abwasserbehandlung daher unabdingbar. Zudem rücken die Treibhausgasemissionen von kommunalen Kläranlagen auch im Legislativvorschlag der EU-Kommunalabwasserrichtlinie verstärkt in den Vordergrund. Eigene THG-Messprogramme auf den Anlagen mit dem Ziel der Identifikation und Verminderung der Emissionen sind jedoch nur mit hohem Aufwand durchführbar. Ein niederschwelliges Angebot zur Ermittlung der THG-Emissionen und dem Aufdecken der konkreten Verminderungspotenziale, verbunden mit einer Einschätzung der wirtschaftlichen Auswirkungen, böte Betreibern einen guten Einstieg in die Reduzierung ihrer THG-Emissionen und Anpassung der Anlagentechnik an die zukünftigen Herausforderungen.

Ziel des Projektes ist daher die Erarbeitung einer fundierten THG-Checkliste zur Bewertung der Treibhausgasemissionen für maßgebliche Verfahrensschritte der Abwasser- und Schlammbehandlung auf Kläranlagen. Für Anlagenbetreiber können über diese THG-Checkliste anlagenspezifisch relevante Verfahrensschritte identifiziert und zielgerichtet effiziente Maßnahmen zur THG-Reduktion ergriffen werden. Die Auswertungen sollen in einer an-schaulichen Form aufbereitet werden.

Arbeitsschritte

Grundlage der THG-Checkliste sind die Entwicklung von verfahrensspezifischen Kennwerten und ein THG-Inventar für die wesentlichen Verfahrensstufen auf kommunalen Abwasserbehandlungsanlagen sowie der relevanten Maßnahmen zur Reduzierung der jeweiligen THG-Emissionen. Dabei werden sowohl aerob als auch anaerob (Schlammfaulung) stabilisierende Anlagen betrachtet. Die Kennwerte werden über die Klassifizierung und Quantifizierung der verfahrensspezifischen Emissionsquellen anhand von Erfahrungswerten sowie bedarfsweise mit ergänzenden eigenen Messungen erarbeitet. Dabei fließen Ergebnisse aktueller wissen-schaftlicher Untersuchungen, aber auch die methodischen Vorgehensweisen beispielsweise gemäß der DWA-M 230 zu Treibhausgas-Emissionen ein.

Anhand der THG-Checkliste können dann konkrete Vorschläge zur Optimierung bzw. Umgestaltung von verfahrenstechnischen Prozessen oder baulichen Anpassungen erarbeitet wer-den, mit denen sich die THG-Emissionen effizient verringern lassen. Hierbei sind die für jede Anlage jeweils individuellen betrieblichen Zwangspunkte und Randbedingungen zu beachten.

Der Schwerpunkt der THG-Checkliste wird auf den direkten THG-Emissionen durch Lachgas (N2O) und Methan (CH4) liegen, da diese aufgrund ihres hohen Treibhauspotenzials eine besondere Relevanz für die THG-Emissionen von Kläranlagen haben. Für erzeugtes und gefasstes Methan wird zusätzlich eine energetische Verwertung berücksichtigt.

Zur Verminderung der indirekten Emissionen durch den Energieverbrauch existieren bereits bewährte Ansätze der energetischen Optimierung von Kläranlagen. Die gegenseitigen Ab-hängigkeiten und Verknüpfungen werden dargestellt.

Um die Praxistauglichkeit der THG-Checkliste und dessen strukturierte Anwendung sicherzu-stellen, wird diese im Rahmen des Projektes zusammen mit Kläranlagenbetreibern verifiziert und mit Unterstützung der DWA einem breiten Fachpublikum zur Diskussion gestellt.

Zudem soll eine Hochrechnung des Entlastungspotenzials für Deutschland erstellt werden.

Übersicht

Fördersumme

207.750,00 €

Förderzeitraum

15.03.2024 - 31.07.2026

Bundesland

Nordrhein-Westfalen

Schlagwörter

Ressourcenschonung
Umwelttechnik