Projekt 35064/01

Lab2Venture goes green – Nachhaltiges Unternehmertum macht Schule

ProjekttrÀger

Freie UniversitĂ€t Berlin Fachbereich Biologie, Chemie, Pharmazie SchĂŒlerlabor-Netzwerk GenaU
Fabeckstr. 34 - 36
14195 Berlin
Telefon: +493083854297

Zielsetzung

Nicht nur renommierte Forscher und Institutionen setzen sich fĂŒr eine grĂŒne Transformation unserer Volkswirtschaft ein, es gehen auch Tausende von SchĂŒler*innen weltweit auf die Straßen und fordern mehr Klimaschutz. Lab2Venture goes green wollte diese und andere Jugendliche der 8. bis 12. Klasse mit grĂŒnen KMUs, Startups sowie Bildungs- und Forschungseinrichtungen in Berlin und Brandenburg zusammenbringen, um gemeinsam an realen Projekten zu arbeiten.
Die Zielsetzung war es, systemische NachhaltigkeitszusammenhĂ€nge mit den SchĂŒler*innen zu erarbeiten, Impulse fĂŒr eine grĂŒne Berufsorientierung zu geben sowie den Forschergeist der Jugendlichen zu wecken, um innovative Ideen zur Lösung gesellschaftlicher Aufgaben anzustoßen.

Arbeitsschritte

In Zusammenarbeit mit den SchĂŒlerlaboren akquirierte die Projektkoordinatorin Projektideen von Startups, KMUs, Forschungs- und Bildungseinrichtungen und vermittelte diese an geeignete Schulen. Die zugrundeliegende Methode „Projektarbeit mit Ernstcharakter“ wurde vom TheoPrax-Zentrum am Fraunhofer-Institut fĂŒr Chemische Technologie entwickelt und durch das Einbringen von SchĂŒlerlaboren und dem Nachhaltigkeitsschwerpunkt konzeptionell erweitert.
Die LehrkrĂ€fte wurden durch Weiterbildungsangebote, Beratung, Lehrmaterialien und Betreuung unterstĂŒtzt.
Die teilnehmenden SchĂŒlerlabore förderten die Jugendlichen, indem sie Einblick in Methoden, Herangehens- und Denkweisen in Forschung und Technologieentwicklung gaben.
Die Projekte wurden von den Jugendlichen wĂ€hrend eines ganzen oder halben Schuljahres in einem Angebots-Auftrags-VerhĂ€ltnis durchgefĂŒhrt, dabei war eine nachhaltige Umsetzung gefordert. Gearbeitet und geforscht wurde in der Schule, aufgrund der Corona-Pandemie aber auch zu Hause. Projekttage in den beteiligten SchĂŒlerlaboren und Firmenbesuche konnten Pandemie-bedingt nur vereinzelt stattfinden.
Die Projekte wurden so gestaltet, dass sie auf die BedĂŒrfnisse und Möglichkeiten der teilnehmenden SchĂŒler*innen eingingen. In der zweiteren Runde konnte man sich zusĂ€tzlich auf die Pandemie einstellen und darauf achten, dass die Projekte auch unter erschwerten Rahmenbedingungen stattfinden konnten. DarĂŒber hinaus wurde darauf geachtet, dass die Forschungsthemen zu den Schulcurricula passten. Die Themen wurden bewusst offen formuliert, um den Jugendlichen die Chance zu geben, sich selbst auszuprobieren und innovative Ideen zu entwickeln. Im Team sollte die Jugendliche herauszufinden, wo ihr StĂ€rken und SchwĂ€chen liegen – eine wichtige Voraussetzung fĂŒr die spĂ€tere Berufswahl. Außerdem lernten sie, dass ein gutes Projektteam vielfĂ€ltige Kompetenzen benötigt.
Die Erstellung des Projektangebotes beinhaltete die Planung von Zielen, Ergebnissen, Kosten und Zeiten. Nach der Auftragserteilung erfolgte die Umsetzungsphase mit den praktischen Arbeiten. Die Ergebnisse wurden am Schuljahresende auf digitalen Abschlussveranstaltungen prÀsentiert und die Teilnahmebescheinigungen Corona-bedingt per Post verschickt.
Die Kooperation mit den Auftraggebern gab den SchĂŒler*innen Einblick in MINT- und MINT-assoziierte-Berufe. Außerdem waren die Auftraggeber Beispielinstitutionen, wie Unternehmen Nachhaltigkeitsaspekte umsetzen.
WĂ€hrend der Projektlaufzeit wurden zwei Lab2Venture goes green-Runden durchgefĂŒhrt.

Ergebnisse

Das Projekt konnte trotz Corona-Pandemie umgesetzt werden, dazu musste das Projekt mit vielen EinschrĂ€nkungen gestaltet werden und kurzfristig neue Formate entwickelt und eingefĂŒhrt werden. Außerdem war es notwendig immer wieder flexibel auf die sich Ă€ndernden Rahmenbedingungen einzugehen. So wurden individuelle meist digitale Kick-offs fĂŒr die einzelnen Projekte organisiert. Der Vortragsabend fĂŒr LehrkrĂ€fte und Betreuer*innen wurde digital durchgefĂŒhrt. Die Fortbildungen fĂŒr die LehrkrĂ€fte und Betreuer*innen erfolgten webbasiert und auch die jĂ€hrlichen Abschlussveranstaltungen wurden als Videokonferenz durchgefĂŒhrt.
Die bestehenden Bildungsmaterialien wurden zusammengefasst und weiterentwickelt, Videos zu Nachhaltigkeit und nachhaltigem Unternehmertum erstellt. Das Lehrmaterial steht als OER zur VerfĂŒgung.
Lab2Venture goes green hat zu einer Umweltentlastung beigetragen, indem SchĂŒler*innen fĂŒr Umweltschutzmaßnahmen sensibilisiert und fĂŒr grĂŒne Beruf- und StudiengĂ€nge interessiert wurden. ZusĂ€tzlich konnten durch das Projekt die Nachhaltigkeitskompetenzen bei LehrkrĂ€ften erweitert werden. Die LehrkrĂ€fte wurden zudem dazu angeregt, die SDGs auch in anderen FĂ€chern oder Klassen außerhalb von Lab2Venture zu thematisieren und zu diskutieren.
Mit Lab2Venture goes green ergab sich fĂŒr das SchĂŒlerlabor-Netzwerk GenaU die Chance, Berufsorientierung mit BNE zu verbinden und beide Bereiche weiter auszubauen. Durch Lab2Venture goes green konnten die Genau-SchĂŒlerlabore zudem ihr Profil erweitern, indem sie ein lĂ€ngerfristiges Angebot fĂŒr Schulen schufen und so eine intensive und praktische Auseinandersetzung mit den Themen Unternehmertum, Nachhaltigkeit und den SDGs ĂŒber ein Schuljahr hinweg ermöglichten.

Lab2Venture goes green

Öffentlichkeitsarbeit

Eine kontinuierliche Öffentlichkeitsarbeit zu dem Projekt ist erfolgt und entsprechenden Informationsmaterialien und -kanĂ€le wurden geschaffen (Rollup, Webseite, Social-Media-Accounts etc.). Insbesondere in Berlin gibt es viele Institutionen und Initiativen, mit denen das Projekt zukĂŒnftig kooperieren möchte. Es gab eine enge Kooperation mit „junior1stein“, die Berliner Landesstrategie fĂŒr MINT-Bildung in Kitas und Schulen. Auf der junior1stein Veranstaltung „zukunfts1richtungen - MINT trifft unternehmerisches Denken und Handeln“ wurde Lab2Venture goes green in Form zweier Workshops fĂŒr LehrkrĂ€fte und weitere Interessierte prĂ€sentiert.
Die Projektkoordinatorin hat wĂ€hrend des Lockdowns an mehreren digitalen Weiterbildungsangeboten der Körber-Stiftung zur Verbesserung der Öffentlichkeitsarbeit des Projektes teilgenommen.
Ein mehrseitiger Beitrag ĂŒber Lab2Venture goes green erschien in der MĂ€rz 2021-Ausgabe des LeLa-Magazins. Das LeLa-Magazin ist das Journal des Bundesverbandes der SchĂŒlerlabore. HierĂŒber konnten die Betreiber der Labore, MINT-Akteure, LehrkrĂ€fte sowie UnterstĂŒtzer bundesweit auf das Projekt aufmerksam gemacht werden.
Insgesamt muss man sagen, dass die Netzwerkarbeit aufgrund der Corona-Pandemie und den KontaktbeschrÀnkungen nicht so ausgeprÀgt war, wie geplant. Wichtige Veranstaltungen, auf denen das Projekt prÀsentiert werden sollte, vielen aus.

SchĂŒlerlabor-Netzwerk GenaU

Fazit

Es zeigte sich, dass Lab2Venture goes green eine Bereicherung fĂŒr die Bildungslandschaft in Berlin und Brandenburg darstellen kann. Das Projekt hat viel positives Feedback erhalten. Insbesondere die grĂŒne Berufsorientierung ist auch außerhalb Berlins und Brandenburgs auf großes Interesse gestoßen.
Die Corona-Pandemie traf das Projekt allerdings bereits im ersten Projektjahr, sodass kurzfristig Anpassungen vorgenommen werden mussten. Daraus ergaben sich Chancen, wie beispielsweise die Digitalisierung des Programms, die es in Zukunft ermöglicht, das Bildungsprogramm noch flexibler in den Schulen einzusetzen und sogar bundesweit bzw. europaweit auszubauen. Die KontaktbeschrĂ€nkungen haben aber auch dazu gefĂŒhrt, dass praktische Arbeiten gar nicht oder nur unter erschwerten Bedingungen durchgefĂŒhrt werden konnten. Das praktische Lernen ist aber das HerzstĂŒck des Projektes, dessen Ausfall fĂŒr manche Projekte das Aus bedeutete.
FĂŒr die Zukunft ist geplant, Lab2Venture goes green als hybrides Format anzubieten. Die entstandenen Netzwerke sollen weiter ausgebaut werden. Dank der neuen Förderung ab dem 01.08.2021 durch die Senatsverwaltung fĂŒr Wirtschaft, Energie und Betriebe im Rahmen der Umsetzung des Masterplans Industriestadt Berlin 2018 – 2021 kann das Projekt fĂŒr mindestens ein Jahr fortgesetzt werden.

Übersicht

Fördersumme

123.850,00 €

Förderzeitraum

01.08.2019 - 01.08.2021

Bundesland

Berlin

Schlagwörter

Umweltkommunikation