Effektive Waldbrandbekämpfung aus der Luft und sparsamer Umgang mit Wasser: Daran arbeitet das Start-up Caurus Technologies. Ein modulares System sammelt digitale Informationen und ermöglicht einen präzisen Abwurf des Wassers.
Waldbrände werden weltweit zur wachsenden Bedrohung für Menschen, Tiere und Umwelt – verbunden mit enormem Ausstoß von Treibhausgasen. Und: Immer öfter sind sie Folgen der Klimakrise. Ein DBU-Projekt des Münchner Start-ups Caurus Technologies verspricht Hoffnung bei derartigen Gefahrenlagen. „Wir entwickeln eine neue Technologie für Löscharbeiten aus der Luft per Flugzeug, Helikopter oder Drohne“, so die Start-up-Gründer und Brüder Henrik und Philippe Telle. „Unser modulares System soll sowohl effektiver löschen als auch den Prozess und das Ergebnis analysieren.“
Sensormodul und Löschmodul

Das System soll aus zwei Modulen bestehen: einem robusten Aluminiumbehälter mit Sensoren und Kameras, dem sogenannten Sensormodul, und dem eigentlichen Löschmodul. Dieses sieht einen neuartigen vorbefüllten Wasserbehälter mit eingebautem Öffnungsmechanismus vor, der über oder im Brandherd eine Wasser-Aerosol-Wolke ausbläst. Zuerst wird das Sensormodul, dann der Wasserbehälter zum Beispiel unter einen Helikopter gehängt. Während des Fluges analysiert der Sensor das Brandgeschehen, erkennt unter anderem die Hitzeintensität und leitet diese Daten an die Einsatzleitung weiter. Mit den Echtzeitdaten wird dann die beste Wasserabwurfstelle bestimmt. So soll laut Firmenangaben deutlich wirkungsvoller gelöscht werden, als es derzeit mit herkömmlichen Methoden möglich ist. Die Telle-Brüder: „Das Sensormodul befindet sich zurzeit in der Testphase bei Übungen mit herkömmlichen Wasserbehältern am Helikopter, das Löschmodul ist noch im Laborstadium.“
Verbesserte Abwurfpräzision, gesteigerte Wassereffizienz, erhöhte Sicherheit der Einsatzkräfte sowie die Minimierung der Zerstörung durch Waldbrände und des CO2-Ausstoßes sind die Ziele des Projektes. Mit der DBU-Förderung will das Unternehmen den bisherigen Prototypen des Sensorgeräts kurzfristig intensiv testen, weiter justieren und marktreif machen. Parallel arbeitet das Team daran, die Effektivität der Aerosolwolke weiter zu erhöhen und die Zusammensetzung des Wasserbehälters umweltfreundlicher zu gestalten.
AZ 35508/52
Titelbild: Die Gründer des Start-ups Caurus Technologies, Henrik (links) und Philippe Telle