Intelligente Zisternen für die Schwammstadt

Das Start-up myCistern Operations GmbH will mit seinem System die Effektivität von Zisternen erhöhen – durch eine intelligente Steuerung und die Nutzung von Retentionszisternen zur Bewässerung. Dabei werden auch aktuelle Wetterdaten einbezogen.

Das Konzept Schwammstadt hilft Städten und Gemeinden, sich auf Extremwetterereignisse vorzubereiten, indem sie beispielsweise mittels Grünanlagen, multifunktionaler Flächen oder Zisternen überschüssiges Wasser aufnehmen und speichern, um es dann etwa durch ⁠gezieltes Bewässern von Grünflächen und Stadtbäumen wieder abzugeben. Auf diese Weise sind Städte bei Starkregen weniger von Überflutungen betroffen und bei langen Trockenperioden mit mehr Wasser versorgt.

Einen Ansatz dazu bietet das DBU-geförderte Start-up myCistern aus Landshut. Gründer Georg Dornaus: „Mit Zisternen in Gärten und auf privaten Grundstücken wollen wir auf zweifache Weise Wasser sparen: Zum einen steuert die von uns entwickelte Anlage inklusive zugehöriger Software handelsübliche Regenwasserzisternen. Das Programm passt die Bewässerung der Gärten je nach Füllstand der Zisterne an.“ Ziel sei ein möglichst effizienter Wasserverbrauch, um kaum oder bestenfalls gar kein Trinkwasser für Bewässerung zu verwenden. Dazu werden auch Wetterdaten in die Berechnungen einbezogen.

Retentionszisternen für die Bewässerung: Trinkwasser und Kosten sparen

Doch das Start-up nimmt nicht nur klassische Regenwasserzisternen, sondern auch Retentionszisternen in den Blick. Diese von manchen Gemeinden geforderten, speziellen Zisternen müssen Hausbesitzer installieren, damit bei Starkregen nicht alles Wasser direkt in die Kanalisation fließt – und so Überschwemmungen vermieden werden. Regenwasser wird temporär gespeichert und erst nach und nach in den Regenkanal abgeleitet – ein „ungenutztes Potenzial“, findet Dornaus: „Retentionszisternen können nämlich auch zur Bewässerung dienen. Zu diesem Zweck haben wir einen Verschluss entwickelt, mit dem sie zu Zeiten ohne Starkregen wie übliche Zisternen zu verwenden sind.“

Die intelligente Steuerung sei mit Wettervorhersagen verknüpft und erkennt, wenn stärkere Regenfälle bevorstehen. Dann leert sich die Retentionszisterne rechtzeitig und kann dadurch übergangsweise viel Wasser speichern. Dornaus: „Die Nutzung von Retentionszisternen zur Bewässerung spart Trinkwasser und somit auch Kosten.“

Mehr zum Projekt unter: www.dbu.de/news/gegen-die-trockenheit-intelligente-zisternen-fuer-die-schwammstadt
Das Projekt lässt sich auch in der Ausstellung Mission AQUA entdecken.

AZ 35508/19