Umweltschutz auf den Gipfel treiben: DBU fördert pfiffiges Hüttenprojekt

Mindelheimer DAV-Sektion mit 154.000 Euro unterstützt - Insgesamt drei Millionen Euro für innovative Ver- und Entsorgungskonzepte
Allgäuer Alpen. Der Öffentlichkeit erstmals vorgestellt wurde heute eine der modernsten Energie- und Wasserversorgungsanlagen für Berghütten im Alpenraum. "Durch die bislang einzigartige Konzeption umweltverträglicher Technologien - Solarenergie, Pflanzenöl-Blockheizkraftwerk und Regenwas-sernutzung - nimmt die Mindelheimer Hütte eine Vorreiterrolle in Sachen Um-weltverträglichkeit ein," betonte Josef Schafnitzel, Vorsitzender der Sektion Mindelheim des Deutschen Alpenvereins (DAV), bei der Präsentation. Mit insgesamt 154.000 Euro fördert die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) im Rahmen eines Drei-Millionen-Euro-Förderschwerpunktes das besonders pfiffige Ver- und Entsorgungskonzept. Fast zwei Drittel dieses Etats sind nach Angaben von DBU-Generalsekretär Dr.-Ing. E. h. Fritz Brickwedde bereits vergeben.

Regenwasser von den Dachflächen gesammelt

Die Konzeption umfasst drei wesentliche Bereiche: die Versorgung der Hütte mit Wasser und Strom sowie die Entsorgung der Abwässer. Für die Besucher weitgehend unsichtbar gelangt das Wasser in die sanierten und durch unterirdische Tanks erweiterten Reserven. Von dort wird es als Trink- oder Brauchwasser zur Hütte geleitet. Das Schneefeld - einst Wasserspender für den ganzen Sommer - war in den vergangenen Jahren häufig schon zur Mitte der Saison vollständig abgetaut. Nun konnten zwei Quellen gefasst werden. Gemeinsam mit dem Schneefeld versorgen sie die Hütte mit Trinkwasser. Zugleich wird das Regenwasser von den Dachflächen gesammelt und für die Toilettenspülungen genutzt.

Sonnenkollektoren sorgen für elektrischen Strom

Was die Energieversorgung angeht, erzeugen Sonnenkollektoren auf dem Dach und an der Westwand der Hütte elektrischen Strom, der in Batterien gespeichert werden kann. Selbst Spitzenverbraucher wie die Materialseilbahn könnten daraus betrieben werden. Bei Engpässen wird ein Blockheizkraftwerk mit Rapsölantrieb zugeschaltet. Die entstehende Wärme wird für den Trockenraum und die Warmwasserbereitung genutzt. Eine vollbiologische Klär-anlage rundet die leistungsfähige Kombination unterschiedlicher Technologien in der klimatisch extremen Gebirgslage über 2.000 Meter ab.

"Umfassender und innovativer Ansatz"

Vor Ort begründete Fritz Brickwedde das Engagement der größten Umweltstiftung Europas für die Mindelheimer Hütte: "Dieser umfassende und innovative Ansatz hat uns überzeugt. Er hat Modellcharakter für andere Alpenvereinshütten und eröffnet neue Möglichkeiten zur Entlastung unserer Umwelt."

Ansprechpartner zum Projekt: Günther Träumer, Tel.: 08261/738073, Fax: 08261/738074 oder Markus Wölfle, Tel.: 089/30002512, E-Mail: markus.woelfle@gmx.de oder Michael Berger, Tel.: 08821/9668980, Fax: 08821/9668981, E-Mail: ingenieurbuero.berger@t-online.de
Immer offen für innovative Lösungen: In die Hauswand integrierte Photovoltaikpaneele sind im Winter wesentlich geringeren Belastungen durch Eis und Schnee ausgesetzt. Foto: Archiv DAV-Sektion Mindelheim
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Der Quellsammelschacht – hier im Bau – ist heute vollständig ins Erdreich eingelassen und für die Besucher der Mindelheimer Hütte nicht mehr sichtbar. Foto: Archiv DAV-Sektion Mindelheim
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Die Mindelheimer Hütte liegt in über 2.000 Metern Höhe auf einer Aussichtsterrasse gegenüber des eindruckvollen Allgäuer Hauptkammes. Sie ist ein eindrucksvolles Ziel für Wanderer, Bergsteiger, Klettersteigliebhaber, Kletterer und Genießer. Foto: Archiv DAV-Sektion Mindelheim
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