Projekt 40696/01

URBAN WILDERNESS – klimaresiliente Quartiersentwicklung am Pina Bausch Zentrum in Wuppertal

Projektdurchführung

Neue Effizienz gGmbH
Wiesenstr. 118
42105 Wuppertal

Zielsetzung

Urban Wilderness ist ein 15-monatiges Modellprojekt des Pina Bausch Zentrums und der Neuen Effizienz gGmbH zur klimaresilienten, partizipativen Quartiersentwicklung im Umfeld des künftigen Pina Bausch Zentrums in Wuppertal. Das Projekt findet in der Phase vor den eigentlichen Umbaumaßnahmen statt und wird von der Bundesstiftung Umwelt DBU gefördert. Es konzentriert sich bewusst auf Konzept, Erprobung, Evaluation und Transfer, nicht auf bauliche Investitionen.  

Der Außenraum des denkmalgeschützten Schauspielhauses ist stark versiegelt, klimaempfindlich, hitze- und hochwassergefährdet und weist geringe Aufenthaltsqualität auf. Gleichzeitig entsteht mit dem neuen Pina Bausch Zentrum ein bedeutender Kultur- und Bildungsort – mit hohem Potenzial für eine beispielhafte ökologische und soziale Transformation.  

Das Projektziel ist die Entwicklung eines modellhaften Reallabors, das ökologische Aufwertung, soziale Teilhabe und kulturelle Vermittlung kombiniert. Ziel ist ein übertragbarer Prozess, der dauerhaft wirkt und bundesweit nutzbar ist.

Arbeitsschritte

Das Vorhaben ist als systemisches Quartiers-Reallabor konzipiert, das ökologische, soziale und kulturelle Dimensionen integriert.


Arbeitsschritte und zeitlicher Vorhabensverlauf

AP 0: Projektmanagement & Evaluation (Monat 1–15): Kontinuierliche Steuerung, Qualitätssicherung und begleitende Evaluation der Innovationsbausteine.
AP 1: Temporäre Erprobung (Monat 3–10): Auswahl von Flächen (z.B. Vorplatz, Wupperufer) und Installation reversibler Testmodule wie modularer Pflanzinseln und Versickerungselemente zur Prüfung von Wirksamkeit und Akzeptanz.
AP 2: Aufbau Grünkollektiv (Monat 3–15): Etablierung einer Co-Governance-Struktur aus Bürgerschaft, Verwaltung und Kultur zur langfristigen Verankerung und Pflege des Quartiers.
AP 3: Young Citizen Science (Monat 4–10): Einbindung von Kindern und Jugendlichen als „Citizen Scientists“ zur Erfassung ökologischer Parameter wie Bodenfeuchte und Artenvielfalt.
AP 4: Science meets Senses (Monat 7–12): Übersetzung der erhobenen Daten in sinnlich erfahrbare Formate wie Licht- oder Klanginstallationen zur Bewusstseinsbildung.
AP 5: Transfer & Urban Green Kit (Monat 7–15): Bündelung der Ergebnisse in ein offen lizenziertes Toolkit (Leitfäden, Vorlagen) für die bundesweite Nachnutzung.


Angewandte Methoden und Zusammenwirken

Das Projekt nutzt einen partizipativen Co-Design-Ansatz, bei dem Akteure zu Mitgestaltenden werden. Die Methoden kombinieren naturwissenschaftliche Datenerhebung (Young Citizen Science), soziale Organisationsentwicklung (Grünkollektiv) und ästhetische Vermittlung (Science meets Senses). Die temporären Erprobungen (AP 1) liefern die notwendige Evidenz für die spätere bauliche Umsetzung, während das Grünkollektiv (AP 2) die soziale Akzeptanz und Pflege sicherstellt.


Innovationsgehalt und Stand des Wissens

Das Projekt geht über den aktuellen Stand der Praxis hinaus, indem es ökologische Maßnahmen, soziale Governance und kulturelle Vermittlung – die bisher meist nur isoliert betrachtet wurden – in einem integrierten Prozess zusammenführt. Während naturbasierte Lösungen (Entsiegelung, Schwammstadt) bekannt sind, fehlt es oft an praxistauglichen Modellen für deren soziale Einbettung. Urban Wilderness schließt diese Lücke durch die Entwicklung übertragbarer Co-Governance-Modelle und das „Urban Green Kit“.

Übersicht

Fördersumme

69.854,00 €

Förderzeitraum

01.01.2026 - 01.04.2027

Bundesland

Nordrhein-Westfalen

Schlagwörter

Land use
Nature Conservation
Environmental communication