Projekt 40378/01

Baltic Sea Rangers: Stewards of Marine Conservation and Resilient Seas

Projektdurchführung

Baltic Sea Conservation Foundation
Richard-Wagner-Str. 1 a
18055 Rostock

Zielsetzung

Die Ostsee ist ein ökologisch, wirtschaftlich und kulturell bedeutsamer Meeresraum, in dem die biologische Vielfalt trotz umfangreicher Schutzbemühungen weiterhin zurückgeht. Auch die kleinskalige Küstenfischerei, einst von zentraler Bedeutung für die Region, befindet sich aufgrund schrumpfender Fischbestände und steigender Kosten in starkem Rückgang. Infolgedessen drohen traditionelles Wissen und lokale Verantwortung für marine Ökosysteme verloren zu gehen. Der EU Oceans Pact nennt die Ostsee als Modellregion für eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen den EU-Mitgliedsstaaten, wobei der Schutz der Biodiversität sowie die Unterstützung einer umweltverträglichen Fischerei im Fokus stehen.
Das Baltic Sea Ranger-Projekt verknüpft den Meeresschutz gezielt mit der Förderung der kleinskaligen, nachhaltigen Fischerei. Das Projekt setzt auf einen integrativen Ansatz, der den Erhalt der marinen Biodiversität mit lokaler wirtschaftlicher Stärkung verbindet. Durch die Schaffung alternativer Einkommensquellen wie Umweltmonitoring, Naturschutzmaßnahmen und öffentliche Aufträge werden Fischer zu aktiven Akteuren des Meeresschutzes. Durch Wissensaustausch und sektorübergreifende Zusammenarbeit unterstützt das Projekt die Ziele der UN-Ozeandekade und trägt zu einer nachhaltigen Zukunft für Küstengemeinden bei.
Das Projekt entwickelt das Konzept der Baltic Sea Ranger in Estland, Lettland und Litauen. Aufbauend auf den Erfahrungen aus dem deutschen Sea Ranger-Projekt werden in Zusammenarbeit mit verschiedenen Akteuren der kleinskaligen Küstenfischerei drei regional angepasste Baltic Sea Ranger-Konzepte erarbeitet. In jedem der drei Länder wird zunächst eine Interessengemeinschaft aufgebaut, auf deren Grundlage ein jeweils regional angepasstes Baltic Sea Ranger-Konzept entsteht. Die Umsetzung dieser Konzepte soll durch neu zu gründende Vereine sichergestellt werden. Im nächsten Schritt wird für jedes Land ein Bildungsprogramm zur Weiterqualifizierung zu Baltic Sea Rangern entwickelt. Diese drei regionalen Konzepte und Bildungsprogramme bilden die Grundlage für die Entwicklung eines übertragbaren Ostsee-Konzepts zur ostseeweiten Umsetzung des Baltic Sea Ranger Konzepts.

Arbeitsschritte

Das Projekt gliedert sich in 6 Arbeitspakete (APs), die gemeinsam zur Entwicklung, Erprobung und Verstetigung des Baltic Sea Ranger-Konzepts beitragen. Ziel ist es, die Ostsee durch lokale, partizipativ erarbeitete Lösungen ökologisch zu entlasten und gleichzeitig sozioökonomische Nachhaltigkeit zu fördern.
Im AP 1 Projektkoordination (Q1 / 2025–Q3 / 2028) erfolgen Gesamtsteuerung, Monitoring und Risikomanagement.
AP 2 Stakeholder & Interessensgemeinschaften (Q1 / 2025–Q3 / 2027) bildet die Grundlage für die praktische Umsetzung des Konzepts. Nach einer umfassenden Stakeholderanalyse (D3, Q4 / 2025) werden in 3 Ländern Interessensgemeinschaften aufgebaut, die als Träger der Baltic Sea Ranger fungieren. Der Aufbau endet mit der formalen Gründung der Vereinigungen (M3, Q3 / 2027).
In AP 3 Baltic Sea Ranger-Konzepte (Q3 / 2026–Q1 / 2027) werden in drei Living Labs – partizipativen Experimentierräumen mit jeweils rund 25 Teilnehmenden – regionale Konzepte entwickelt. Unter Anwendung der Methode „Liberating Structures“ entstehen kooperative, praxisnahe Lösungen, die in Abstimmung mit den Interessensgemeinschaften finalisiert werden (D4, Q1 / 2027).
Darauf aufbauend werden in AP 4 Ausbildungskonzepte (Q3 / 2027–Q3 / 2028) nationale Curricula für die Ausbildung von Baltic Sea Rangern erarbeitet (D5, Q2 / 2028). Erste Ausbildungsgänge sollen bereits während der Projektlaufzeit starten.
AP 5 Ostsee-Konzept (Q4 / 2026–Q3 / 2028) überführt die drei regionalen Konzepte in ein skalierbares, ostseeweites Modell (D6), das die Übertragbarkeit und institutionelle Verankerung sicherstellt.
Begleitend entwickelt AP 6 Kommunikation & Sichtbarkeit (Q4 / 2025–Q3 / 2028) eine Kommunikationsstrategie mit wissenschaftlichen, medialen und politischen Formaten. Das Projekt endet mit der Vorstellung des Ostsee-Konzepts auf einer internationalen Konferenz (M11, Q3 / 2028).
Die Arbeitspakete greifen ineinander: Netzwerke (AP 2) ermöglichen Konzeptentwicklung (AP 3), daraus entstehen Ausbildungsgänge (AP 4), die in ein überregionales Modell (AP 5) münden, dessen Wirkung durch gezielte Kommunikation (AP 6) verstärkt wird. So entsteht eine dauerhafte Struktur, die lokale Akteure befähigt, Verantwortung für Küsten- und Meeresmanagement zu übernehmen. Dadurch wird die Ostsee langfristig ökologisch entlastet, während regionale Wertschöpfung, Kooperation und Umweltbewusstsein gestärkt werden.

Öffentlichkeitsarbeit

Mit einer Kick-off-Veranstaltung am 21. November 2025 in Rostock ist das Projekt „Baltic Sea Ranger“ offiziell gestartet. Ziel ist es, den Schutz der Ostsee zu stärken und zugleich die kleinstrukturierte Küstenfischerei als wichtigen Bestandteil maritimer Kultur und nachhaltiger Nutzung zu erhalten.

„Es geht um die Rettung der Ostsee und den Erhalt der kleinen Küstenfischerei“, betont Oliver Greve, Vorsitzender des Sea Ranger Vereins. Grundlage des Projekts ist ein in Deutschland entwickelter Ansatz: Küstenfischer werden qualifiziert, wissenschaftliche Daten zu erheben und aktiv im Meeresschutz mitzuwirken. So können sie künftig Dienstleistungen etwa im Umweltmonitoring oder in der Forschung anbieten, während ihr Praxiswissen systematisch in Schutz- und Managementmaßnahmen einfließt.

In Mecklenburg-Vorpommern haben erste Sea Ranger ihre Zusatzausbildung bereits 2024 abgeschlossen. Das von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) geförderte Projekt soll dieses Modell nun auf den baltischen Raum übertragen. Geplant ist der Aufbau von Sea-Ranger-Strukturen in Estland, Lettland und Litauen, mit dem Ziel, ein kooperatives und übertragbares Modell für den Meeresschutz in der gesamten Ostsee zu etablieren.

Übersicht

Fördersumme

175.000,00 €

Förderzeitraum

20.10.2025 - 20.10.2028

Bundesland

Grenzüberschreitend

Schlagwörter

Cross-border