Climate and Company gGmbH
Ahornallee 2 a
12623 Berlin
Die Ausgangssituation ist geprägt von wachsender Skepsis gegenüber EU-Nachhaltigkeitsregulierungen: Unternehmen nehmen die Anforderungen aus CSRD, SFDR und EU-Taxonomie zunehmend als bürokratische Belastung wahr. Regulatorische Vereinfachungen auf EU-Ebene haben dazu geführt, dass ein Großteil der Unternehmen von der Berichtspflicht befreit wurde. Der öffentliche und politische Diskurs wird zunehmend von einer „Bürokratiemonster"-Erzählung dominiert, die den eigentlichen strategischen Mehrwert der Regulierung verdeckt.
Dabei zeigen Vorreiterunternehmen aus verschiedenen Branchen, dass freiwillige Nachhaltigkeitsberichterstattung den Zugang zu Kapital verbessert, Lieferkettenrisiken reduziert, Transparenz schafft und die Wettbewerbsfähigkeit langfristig stärkt. Diese Erfolgsgeschichten existieren, sind jedoch in der öffentlichen und politischen Wahrnehmung kaum sichtbar und entfalten daher nicht die Wirkung, die sie haben könnten.
Das Fördervorhaben verfolgt zwei eng miteinander verzahnte Zielsetzungen. Erstens sollen mindestens zehn solcher Vorreiterunternehmen identifiziert, begleitet und ihre Erfahrungen in medien- und politiktaugliche Formate überführt werden. Durch Journalistenworkshops, praxisnahe Handreichungen und den gezielten Aufbau von Verbindungen zwischen Unternehmen und Medien soll die Wahrnehmung von Nachhaltigkeitsberichterstattung als regulatorische Bürde hin zu einem strategischen Wettbewerbsvorteil verschoben werden. Zweitens sollen die gewonnenen Praxiserfahrungen aktiv in politische und legislative Prozesse eingespeist werden. Durch bilaterale Gespräche mit Finanzinstitutionen, Austausch mit politischen Entscheidungsträgern auf EU- und nationaler Ebene sowie Mitwirkung in relevanten Plattformen wie der Sustainable Finance Platform sollen konkrete Unternehmensbeispiele dazu beitragen, ambitionierte Nachhaltigkeitsstandards politisch zu verankern.
Nachhaltigkeitsberichterstattung leistet nachweislich einen Beitrag zur Reduktion von Treibhausgasemissionen und zur Verbesserung weiterer Umweltkennzahlen. Diese positiven Umweltwirkungen können jedoch nur dann ihre volle Wirksamkeit entfalten, wenn Unternehmen trotz eines veränderten regulatorischen Umfelds weiterhin zur freiwilligen Berichterstattung motiviert werden. Das Projekt setzt genau hier an: Es stärkt die gesellschaftliche und politische Grundlage für eine wirksame und dauerhafte Umsetzung von Nachhaltigkeitsambitionen in Deutschland und der EU.
Das Projekt gliedert sich in vier aufeinander abgestimmte Arbeitspakete (Module), die gemeinsam darauf abzielen, die gesellschaftliche, politische und mediale Wahrnehmung von Nachhaltigkeitsberichterstattung zu stärken.
Modul A und B adressieren die politische Ebene: Durch bilaterale Gespräche, Policy Briefs und die aktive Mitwirkung in Gremien wie der EU Sustainable Finance Platform werden Praxiserfahrungen in legislative Prozesse eingespeist und Allianzen für ambitionierte Nachhaltigkeitsstandards aufgebaut.
Modul C identifiziert und begleitet mindestens zehn Vorreiterunternehmen. Ihre Erfahrungen werden in mediengerechte Fallstudien überführt und die Kommunikationsteams der Unternehmen gezielt unterstützt, ihre Geschichten gegenüber Journalisten und Entscheidungsträgern wirkungsvoll zu vertreten.
Modul D bringt diese Erfolgsgeschichten in die Öffentlichkeit. Durch Journalistenworkshops und den gezielten Aufbau von Kontakten zwischen Unternehmen und Medienschaffenden soll eine nachhaltige Berichterstattung über das Projektende hinaus gefördert werden.
Zeitlich startet das Projekt im Oktober 2025. Die erste Phase umfasst Unternehmensgewinnung und Fallstudienenentwicklung, bevor ab dem zweiten Quartal 2026 politische Gespräche, Medienarbeit und Workshops im Vordergrund stehen. Das Projekt endet im September 2026.
Zehn Vorreiterunternehmen aus unterschiedlichen Branchen und Größenklassen konnten gewonnen werden. Gemeinsam mit ihnen werden derzeit Fallstudien entwickelt, die ihre Erfahrungen mit freiwilliger Nachhaltigkeitsberichterstattung medien- und politiktauglich aufbereiten. Die Geschichten decken thematisch zentrale Bereiche der unternehmerischen Nachhaltigkeitstransformation ab: Lieferkettentransparenz, Ressourceneffizienz, Klimaschutz und der strategische Umgang mit Nachhaltigkeitsdaten. Sie verdeutlichen, dass Nachhaltigkeitsberichterstattung kein bürokratischer Selbstzweck ist, sondern konkrete wirtschaftliche und ökologische Vorteile schafft.
Parallel dazu ist Climate & Company aktiv in relevante politische Prozesse eingebunden. Als Teil der EU Sustainable Finance Platform fließen Praxiserfahrungen der Vorreiterunternehmen direkt in den europäischen Regulierungsdialog ein. So konnten im Rahmen des Projekts teilnehmende Unternehmensvertreter:innen ihre Fallstudie und Perspektiven auf Nachhaltigkeitsberichterstattung im persönlichen Austausch mit drei EU-Cabinets präsentieren. Darüber hinaus gibt das Projekt den teilnehmenden Unternehmen eine Stimme auf hochrangigen Veranstaltungen. Auf dem Sustainable Economy Summit ist beispielsweise eine eigene Session mit Unternehmensvertreterinnen und Journalistinnen geplant.
Die Journalistenworkshops sind für den Zeitraum April bis September 2026 geplant. Vorbereitende Gespräche mit Medienschaffenden aus Wirtschafts-, Fach- und Lokalmedien laufen bereits.
Die Umweltentlastung durch dieses Projekt entfaltet sich voraussichtlich weniger durch direkt messbare Emissionsreduktionen, sondern vielmehr durch indirekte Effekte: Durch die gezielte Verbreitung von Erfolgsgeschichten und die Stärkung des öffentlichen und politischen Bewusstseins sollen nicht nur die beteiligten Unternehmen, sondern möglichst viele weitere Unternehmen zur freiwilligen Nachhaltigkeitsberichterstattung motiviert werden. So werden Veränderungsprozesse angestoßen, die mittel- und langfristig zur Erreichung des EU Green Deals beitragen können.
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Die Ergebnisse des Projekts werden über mehrere Kanäle einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Im Mittelpunkt stehen die entwickelten Fallstudien, die als kompakte, mediengerechte Handreichungen digital und in gedruckter Form verbreitet werden. Sie richten sich an Journalisten, Unternehmen, Verbände und politische Entscheidungsträger.
Climate & Company wird mit dem Projekt auf verschiedenen Veranstaltungen und in relevanten Fachmedien vertreten sein. Ergänzend werden Journalistenworkshops durchgeführt, bei denen Medienschaffende aus Wirtschafts-, Fach- und Lokalmedien direkt erreicht werden. Als Teil der EU Sustainable Finance Platform fließen die Erkenntnisse zudem in den europäischen Regulierungsdialog ein.
Kleinen und mittelständischen Unternehmen soll der Zugang besonders erleichtert werden: Die Fallstudien sind praxisnah aufbereitet und zeigen, wie Nachhaltigkeitsberichterstattung auch mit begrenzten Ressourcen gelingen kann. Über Branchenverbände und Netzwerke sollen die Materialien gezielt weitergegeben werden. Auch über das Projektende hinaus sollen die Fallstudien dauerhaft zugänglich bleiben.
as Projekt hat in seiner ersten Hälfte eine solide Grundlage geschaffen. Die Gewinnung von zehn Vorreiterunternehmen und die gemeinsame Entwicklung praxisnaher Fallstudien zeigen, dass der gewählte Ansatz funktioniert: Unternehmen sind bereit, ihre Erfahrungen zu teilen und als Vorbilder sichtbar zu werden, auch in einem regulatorisch unsicheren Umfeld.
Die Verbindung aus Unternehmensgeschichten, politischer Einbindung über die EU Sustainable Finance Platform und gezielter Medienarbeit hat sich als tragfähiges Konzept erwiesen. Für die zweite Projektphase liegt der Schwerpunkt auf der Durchführung der Journalistenworkshops und dem Aufbau nachhaltiger Verbindungen zwischen Unternehmen und Medien.
In einem politischen Umfeld, das Nachhaltigkeitsregulierung zunehmend in Frage stellt, ist die Sichtbarmachung positiver Praxisbeispiele wichtiger denn je. Das Projekt leistet einen wertvollen Beitrag dazu, Nachhaltigkeitsberichterstattung als strategisches Werkzeug zu verankern und damit mittel- und langfristig zur Umweltentlastung beizutragen.