Projekt 39353/01

Aufbau und Einführung einer Nährstoffbörse für Wirtschaftsdünger in der Republik Moldau

Projektdurchführung

Maschinenring Kommunalservice (MRK) GmbH
Götzenbreite 10
37124 Rosdorf

Zielsetzung

Die Landwirtschaft in der Republik Moldau steht vor erheblichen strukturellen und ökologischen Herausforderungen. Einerseits fallen insbesondere in der Tierhaltung relevante Mengen an Wirtschaftsdüngern (Gülle und Mist) an, die bislang nur unzureichend genutzt oder fachlich nicht bedarfsgerecht ausgebracht werden. Andererseits besteht im Ackerbau eine hohe Abhängigkeit von importierten mineralischen Düngemitteln, während gleichzeitig Bodenfruchtbarkeit, Humusgehalte und Ertragsstabilität vieler Standorte rückläufig sind. Hinzu kommen erhebliche Umweltbelastungen durch Nährstoffverluste, insbesondere Nitrat- und Phosphoreinträge in Oberflächengewässer, die zur Eutrophierung beitragen und regionale Wasserressourcen gefährden.

Als wesentliche Hemmnisse sind eine unzureichende betriebliche und regionale Koordination von Nährstoffströmen, fehlende Transparenz über verfügbare Wirtschaftsdüngermengen, Defizite in der fachlichen Beratung sowie begrenzte technische und organisatorische Strukturen für Transport, Lagerung und Ausbringung zu nennen. Zudem existieren bislang keine praxistauglichen Instrumente, um Angebot und Nachfrage von Wirtschaftsdüngern systematisch zusammenzuführen und zugleich Umwelt- und Gewässerschutzanforderungen zu berücksichtigen.

Ziel des Fördervorhabens ist der Aufbau und die Erprobung einer Nährstoffbörse für Wirtschaftsdünger in der Republik Moldau, die als organisatorische und perspektivisch digitale Plattform zur Vermittlung, Dokumentation und Koordination von Wirtschaftsdüngerströmen dient. Durch die gezielte Nutzung organischer Dünger sollen Mineraldüngereinsatz und Nährstoffverluste reduziert, die Bodenfruchtbarkeit verbessert und geschlossene regionale Nährstoffkreisläufe gefördert werden.

Ein besonderer Schwerpunkt des Vorhabens liegt auf der Reduzierung umweltrelevanter Belastungen: Dazu zählen die Verringerung von Nährstoffeinträgen in Gewässer, die Minderung von klimarelevanten Emissionen aus unsachgemäßer Lagerung und Ausbringung sowie der Schutz und Aufbau fruchtbarer Böden als zentrale Grundlage nachhaltiger landwirtschaftlicher Produktion. Begleitend werden landwirtschaftliche Betriebe praxisnah beraten, vernetzt und für eine ressourceneffiziente und umweltverträgliche Nutzung von Wirtschaftsdüngern qualifiziert. Das Vorhaben leistet damit einen konkreten Beitrag zum Umwelt-, Klima- und Ressourcenschutz und stärkt zugleich die Resilienz der moldauischen Landwirtschaft.

Arbeitsschritte

Das Vorhaben ist in aufeinander aufbauende Arbeitsschritte gegliedert, die Analyse, praktische Umsetzung und institutionelle Verankerung miteinander verbinden. Ausgangspunkt bildet eine Bestandsaufnahme der Erzeugung, Lagerung und Nutzung von Wirtschaftsdüngern auf ausgewählten landwirtschaftlichen Betrieben in der Republik Moldau. Diese erfolgt durch Betriebsbesichtigungen, Beratungsreisen sowie Fachgespräche mit Betrieben, Beratungsstellen und Behörden.

Darauf aufbauend werden praxisorientierte Beratungs- und Demonstrationsmaßnahmen durchgeführt. Auf Pilotbetrieben werden bestehende Ausbringtechniken bewertet, Ausbringmengen analysiert und konkrete Empfehlungen zur effizienteren und umweltverträglichen Nutzung von Wirtschaftsdüngern entwickelt. Ergänzend erfolgen Boden- und Wirtschaftsdüngeranalysen, um eine bedarfsgerechte Nährstoffplanung zu ermöglichen und Umweltwirkungen fachlich abzusichern.

Parallel wird ein organisatorisches Modell für eine Nährstoffbörse entwickelt, das Angebot und Nachfrage von Wirtschaftsdüngern regional zusammenführt und logistische, rechtliche sowie betriebswirtschaftliche Rahmenbedingungen berücksichtigt. Die Erkenntnisse aus den betrieblichen Anwendungen fließen unmittelbar in die Ausgestaltung dieses Modells ein. Perspektivisch ist eine digitale Abbildung vorgesehen, die an bestehende Informationsplattformen angebunden wird.

Der zeitliche Vorhabensverlauf ist so angelegt, dass Analyse- und Umsetzungsphase eng verzahnt sind. Erste Beratungsergebnisse bilden die Grundlage für die Weiterentwicklung der Börsenstruktur, deren Zwischenergebnisse wiederum in weiteren Betrieben erprobt und angepasst werden. Begleitend werden Workshops und Fachveranstaltungen durchgeführt, um Ergebnisse zu verbreiten und zusätzliche Akteure einzubinden.

Die Arbeitsteilung erfolgt komplementär: Der Maschinenring Kommunalservice Göttingen übernimmt Projektkoordination, fachliche Konzeption und Betriebsberatung. Nationale Beratungs- und Forschungseinrichtungen begleiten Analytik und Wissenstransfer, externe Fachberater bringen betriebswirtschaftliche und technische Expertise ein.

Das Vorhaben geht über den bisherigen Stand des Handelns hinaus, indem Wirtschaftsdünger als regional zu steuernde Ressource betrachtet werden. Dadurch werden Nährstoffverluste, Gewässerbelastungen und Emissionen reduziert und die Bodenfruchtbarkeit nachhaltig verbessert.

Ergebnisse

Im bisherigen Projektverlauf konnten zentrale Grundlagen zur Erreichung der Projektziele erfolgreich erarbeitet und teilweise praktisch umgesetzt werden. Entsprechend dem Arbeits- und Zeitplan lag der Schwerpunkt zunächst auf Analyse-, Aufbau- und Pilotmaßnahmen. Die Entwicklung einer dauerhaft funktionsfähigen Nährstoffbörse ist als mehrstufiger Prozess angelegt und befindet sich derzeit in der Umsetzungs- und Erprobungsphase.

Die geplanten Beratungs- und Demonstrationsmaßnahmen wurden durchgeführt und führten zur praktischen Anwendung von Wirtschaftsdüngern auf ausgewählten landwirtschaftlichen Betrieben. Durch begleitende Boden- und Wirtschaftsdüngeranalysen konnten bedarfsgerechte Ausbringstrategien entwickelt und vermittelt werden. Erste Ergebnisse zeigen, dass sich der Einsatz mineralischer Düngemittel reduzieren lässt, während gleichzeitig die Nährstoffeffizienz steigt (Reduktion mineralischer Stickstoffdünger um bis zu ca. 20–30 % auf Pilotflächen).

In ökologischer Hinsicht leistet das Projekt einen messbaren Beitrag zur Umweltentlastung. Durch die fachlich gesteuerte Nutzung von Wirtschaftsdüngern werden Nährstoffüberschüsse reduziert, Einträge in Gewässer vermindert und Emissionen aus unsachgemäßer Lagerung und Ausbringung gesenkt (Minderung klimarelevanter Emissionen durch effizientere Nutzung organischer Dünger). Gleichzeitig wird die Bodenfruchtbarkeit verbessert, was langfristig zu stabileren Erträgen beiträgt.
Die erzielten Effekte gehen dabei über bestehende gesetzliche Mindestanforderungen hinaus, da nicht nur Regelkonformität, sondern eine freiwillige Optimierung regionaler Nährstoffkreisläufe angestrebt wird.

Über gesetzliche Mindestanforderungen hinaus verfolgt das Vorhaben einen integrierten Ansatz, der Wirtschaftsdünger nicht nur regelkonform nutzt, sondern als wertvolle Ressource in regionalen Nährstoffkreisläufen etabliert und ökologische sowie ökonomische Vorteile miteinander verbindet.

Institutul Național de Cercetări Aplicative în Agricultură și Medicină Veterinară (INCAAMV)

Öffentlichkeitsarbeit

Die Öffentlichkeitsarbeit des Projekts ist auf den fachlichen Wissenstransfer sowie die nachhaltige Verankerung der Projektergebnisse in der landwirtschaftlichen Praxis ausgerichtet. Ziel ist es, landwirtschaftliche Betriebe, Beratungsinstitutionen, Verbände und zuständige Behörden über Möglichkeiten und Umweltwirkungen der ressourceneffizienten Nutzung von Wirtschaftsdüngern zu informieren.

Zentrale Maßnahmen sind praxisnahe Workshops, Fachveranstaltungen und Betriebsbesichtigungen, in denen Projektziele, Zwischenergebnisse und Handlungsempfehlungen vorgestellt und diskutiert werden. Ergänzend erfolgt eine kontinuierliche Berichterstattung über etablierte agrarische Fachmedien, um eine breite fachliche Reichweite zu erzielen und den Erfahrungsaustausch zu fördern.

Die Projektergebnisse werden in aufbereiteter Form (Fachbeiträge, Präsentationen, Praxisbeispiele) öffentlich zugänglich gemacht und gezielt an relevante Multiplikatoren weitergegeben. Dabei wird auf bestehende nationale und internationale Netzwerke zurückgegriffen, um die Übertragbarkeit der Ansätze zu unterstützen. Die Öffentlichkeitsarbeit trägt somit zur Sensibilisierung für Umweltwirkungen der Düngung und zur Verbreitung guter fachlicher Praxis bei.

Centrul de Consiliere Agricolă și Rurală (CCAR)Agrobiznes

Übersicht

Fördersumme

124.480,00 €

Förderzeitraum

08.11.2024 - 31.10.2027

Bundesland

Grenzüberschreitend

Schlagwörter

Cross-border
Land use