Kritisches Denken für nachhaltigere Gemeinschaften
Projektdurchführung
Deutsche Gesellschaft für Umwelterziehung (DGU) e. V.
Lindenstr. 6
19406 Neu Pastin
Zielsetzung und Anlass des Vorhabens
Ziele des Projekts:
- Einbindung von Lehrkräften und SchülerInnen in einen innovativen Lernprozess für eine eingehende Reflexion über die Herausforderungen der heutigen und zukünftigen Welt und den Übergang zur Nachhaltigkeit.
- Erweiterung des Wissens und Verbesserung der Kompetenzen des kritischen Denkens über globale Herausforderungen und Interdependenzen Lehrkräften und SchülerInnen, um das Bewusstsein für Nachhaltigkeit zu schärfen.
- Entwicklung und Bereitstellung von interaktiven Instrumenten und Aktivitäten für Lehrkräfte und SchülerInnen, um die Notwendigkeit von Maßnahmen für eine nachhaltigere Welt zu unterstreichen.
- Förderung von Solidarität, Offenheit und Empathie durch schulische Maßnahmen zur Bewältigung globaler Herausforderungen in lokalen Kontexten und Partnerschaften.
Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten Methoden1. Entwicklung, Testen und Verbreitung von Bildungsmaterialien in Zusammenarbeit mit LehrerInnen und ExpertInnen
Die neuen Bildungsmaterialien werden in der Kooperation mit der aufgebauten Gruppe von erfahrenen LehrerInnen und ExpertInnen (ca. 20 Personen) entwickelt, welche über Erfahrungen im Globalen Lernen verfügen. Diese Arbeitsgruppe entscheidet, welche Themen und Werkzeuge für die SchülerInnen am relevantesten und nützlichsten sind. Diese Informationen führen zur Erstellung eines endgültigen Konzepts mit Unterrichtsplänen & kurzen Übungen, Experimenten, Werkzeugen zur Selbstreflexion, Infografiken, Vorschlägen für Outdoor-Aktivitäten und Programmleitfäden, die sich mit Nachhaltigkeit, kritischem Denken und Klimawandel beschäftigen. Die Entwurfsversionen werden von den Mitgliedern der AG in ihren Schulen getestet. Das Feedback aus dem Testen wird von den Autoren in die Endversionen der Materialien eingearbeitet. Alle Materialien werden korrekturgelesen und grafisch gestaltet und in elektronischen Versionen auf die CEO/CCE-Website (www.globalna.ceo.org.pl) gestellt. Die Publikation über den Nachhaltigkeitsrahmen des Programms und die Materialien für LehrerInnen werden auch in gedruckter Form zur Verfügung stehen und zur Verbreitung an die an den Blended-Learning-Kursen teilnehmenden LehrerInnen und weitere Interessierte geschickt (500 Exemplare).
- 3-tägiges persönliches Arbeitsgruppentreffen zur Konzeptentwicklung der Materialien mit 20 Lehrern/Experten, weitere Online-Treffen;
- 30 Materialien für LehrerInnen wie Unterrichtspläne & kurze Übungen, Experimente, Werkzeuge zur Selbstreflexion, Infografiken, Vorschläge für Aktivitäten im Freien (25 x 5 Seiten);
- 1 Publikation über den Nachhaltigkeitsrahmen des Projekts (30 Seiten).
2. Entwicklung, Testen und Umsetzung von neuen Blended-Learning-Kursen für Lehrer
Der Grundkurs besteht aus wesentlichen Informationen über globales Lernen, globale Zusammenhänge, globale Herausforderungen und die Organisation von Jugendprojekten zu globalen Herausforderungen, insbesondere zum Klimawandel. Der Aufbaukurs beinhaltet Elemente einer breiteren Sichtweise auf globale Herausforderungen, neue Darstellungen und Lösungen. Die Blended-Learning-Methode besteht sowohl aus online-Unterstützung als auch aus Face-to-Face (F2F)-Training und wird von CEO/CCE als effektive Lehrmethode verwendet und empfohlen. Jeder Kurs besteht aus 6 Modulen (3 Module pro Semester), wobei die ungefähre Dauer eines Modules 1 Monat beträgt. Jedes Modul beinhaltet eine praktische Aufgabe, die von der Lehrkraft in der Kooperation mit einer Schülergruppe umgesetzt wird. Es werden einführende und abschließende Online-Workshops für die TeilnehmerInnen der Kurse durchgeführt. Als ein Angebot für diejenigen, die ihre berufliche Entwicklung im Bereich der globalen Herausforderungen, Nachhaltigkeit und transformativen Bildung planen, wird ein Global Club für LehrerInnen eingerichtet. Die im Club behandelten Themen werden den Lehrplan des Aufbaukurses unterstützen und neue Narrative, Postwachstumstheorien und auch Themen, die von den Teilnehmenden als interessant und teilenswert angegeben werden, umfassen. Es werden 10 Online-Seminare des Clubs geben, jeweils 1,5 Stunden lang, offen für die Kursteilnehmenden sowie für andere am Thema interessierte LehrerInnen.
- 2x Testen des Blended-Learning-Grundkurses (6 Module) für je 50 LehrerInnen;
- 2x Testen des Blended-Learning-Aufbaukurses (6 Module) für je 40 LehrerInnen;
- 4x einführende + 4x abschließende Online-Workshops;
- Mentoring für Kursteilnehmer;
- 2x zweitägige Face-to-Face (F2F)-Trainings für je 30 LehrerInnen;
- 10 Online-Seminare des Global Club für 10 LehrerInnen.
3. Aktionen für Jugendliche: Vorbereitung und Durchführung
LehrerInnen, die an dem Kurs teilnehmen, werden mit den SchülerInnen in ihren Schulen arbeiten. Jede Lehrkraft (oder ein Lehrerpaar aus einer Schule) wird eine Schülergruppe (min. 5, max. 15 Personen) in den Lernprozess einbeziehen. Sie werden die Schüler in die Gestaltung des Unterrichts auf der Grundlage von im Rahmen des Projekts entwickelten Unterrichtsplänen und durch andere spezifische Aufgaben, die ihnen während des Kurses zugewiesen werden, einbeziehen; das wichtigste Ziel ist die Vorbereitung und Umsetzung von ca. 50 Schülerprojekten zum Thema Klimawandel und Nachhaltigkeit. Um die Qualität der Schülerprojekte zu sichern, wird folgende Unterstützung für die Schülergruppen angeboten:
- Online-Mentoring von Experten (max. 1 Stunde, ca. 2x pro Gruppe);
- Aufbau von Partnerschaften mit lokalen Institutionen und Organisationen;
- 40 Online-Workshops (je 3 Stunden) für die Gruppen, die das Wissen erweitern und die Kompetenzen des kritischen Denkens erhöhen möchten;
- 2x Online-Festival für je 600 SchülerInnen;
- 1x Online-Spiel;
- 2x eintägige nationale Konferenz für je 800 SchülerInnen und LehrerInnen;
- 2x fünftägiger Jugend-Nachhaltigkeits-Camp für 2x20 SchülerInnen;
- Video über Schülerprojekte / Jugend-Nachhaltigkeits-Camp.
Innovation
Das Projekt konzentriert sich auf einen neuen methodischen Ansatz zur Entwicklung und Stärkung des Bewusstseins für Nachhaltigkeit im formalen Bildungssektor. Dabei werden die Bedeutung und die besonderen Lösungen der Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) gefördert und gleichzeitig die Offenheit und neue Lösungen im Rahmen des Bottom-up-Ansatzes stärken. Während Globales Lernen in den Schulen in Polen als recht populär und etabliert angesehen werden kann, können die Ansätze, die eine Vertiefung der kritischen Reflexion, die Öffnung des Feldes für neue Narrative und die Suche nach komplexeren und mutigeren Lösungen für den Aufbau einer nachhaltigeren Welt (transformative Bildung) beinhalten, immer noch als Neuheit betrachtet werden. Das neue Bildungsangebot zielt auf das formale Bildungssystem und stellt ein komplettes Paket von Werkzeugen und Aktivitäten dar. Der neue Ansatz zielt insbesondere an die Partizipation der Jugendlichen an der Veränderung ihres Umfelds in der Schule oder/und in der lokalen Gemeinschaft.
Die Schüler
- verstehen die globalen Herausforderungen und sind in der Lage, über bestehende Lösungen hinauszublicken.
- ergreifen kollektive Maßnahmen, sie entwickeln Innovationen für ihre Gemeinschaften (Schule oder/und Kommune).
- werden zu aktiven und bewussten Bürgern der Welt.
- leisten einen Beitrag zum kollektiven Wohlbefinden und zu einer nachhaltigen Umwelt.
Als Innovationen werden auch die Projekte, die Jugendliche für und mit ihren Gemeinschaften vorbereiten und umsetzen, verstanden. Dabei kann es sich um Innovationen handeln, die den Schulbetrieb betreffen: ein neues vegetarisches Menü in der Schulkantine, ein Energie-Audit, Reparatur-Cafés, Unterricht im Freien im Grünen oder um Innovationen in den Gemeinden: Vorschläge für die Stadtverwaltung zur Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs, nachhaltigerer Energieverbrauch, Wassereinsparung usw. Ein weiteres innovatives Element des Projekts ist die Anwendung der Methode des "guten Dialogs", die es den jungen Menschen ermöglicht, vor der Durchführung von eigenen Projekten eingehendere kritische Gespräche und Überlegungen zu den im Jugendprojekt untersuchten Themen anzustellen. Die Methode wird auch für die Behandlung von Nachhaltigkeitsthemen (z.B. Degrowth, Dekonsum usw.) eingesetzt. Sie setzt voraus, dass sensible oder schwierige (globale) Themen in einer sicheren Atmosphäre diskutiert werden, so dass unterschiedliche Werte und Einstellungen zum Vorschein kommen und neue Lösungen gefunden werden können.
Ergebnisse und Diskussion
252 Lehrkräfte nahmen an fünf Ausgaben der E-Learning-Grund- und Fortgeschrittenenkurse teil und erreichten damit das Hauptziel, Pädagoginnen und Pädagogen in einen innovativen Prozess des Lernens und der Reflexion über globale Herausforderungen und Nachhaltigkeit einzubeziehen. Die Teilnehmenden zeigten sich sehr zufrieden mit der Schulung und berichteten von einer deutlichen Steigerung ihrer Kompetenzen, insbesondere im Bereich des kritischen Denkens.
Im Rahmen des Projekts wurden mehr als 30 Unterrichtsmaterialien entwickelt, darunter Unterrichtspläne, Übungen, interaktive Genially-Aktivitäten sowie Anregungen und bewährte Verfahren für nachhaltige Aktionen für Schülergruppen. Siebzehn davon wurden in einer umfassenden gedruckten und elektronischen Publikation veröffentlicht, die die theoretischen und praktischen Ergebnisse des Projekts zusammenfasst.
47 Lehrkräfte nahmen an zwei Präsenzworkshops teil, die ihre Kompetenzen stärkten und das Zugehörigkeitsgefühl zu einer von CEO/CCE koordinierten Lerngemeinschaft förderten. Diese Treffen unterstützten das Ziel des Projekts, Solidarität, Offenheit und Empathie unter Pädagoginnen und Pädagogen zu fördern.
349 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, überwiegend Lehrkräfte, nahmen an den Treffen des Global Club teil – einem fortlaufenden Online-Netzwerk und Lernraum, der die Wirkung des Projekts erweitert, indem er Lehrkräfte miteinander verbindet, die sich für globale Bildung und Nachhaltigkeit engagieren.
48 junge Menschen nahmen an zwei Ausgaben des Youth Sustainability Camp teil, wo sie inspiriert und befähigt wurden, sich in ihren Schulen und Gemeinden für Nachhaltigkeit zu engagieren.
Lehrerinnen und Lehrer führten gemeinsam mit ihren Schülerinnen und Schülern 66 Jugendaktionen durch, die sich mit globalen Herausforderungen im lokalen Kontext befassten. Beispiele hierfür waren die Schaffung von Entspannungsräumen in Schulen, die Anlage nachhaltiger Gärten und die Durchführung von Schulkampagnen, beispielsweise gegen Lebensmittelverschwendung. Diese Initiativen ermöglichten es den Teilnehmenden, ihr Wissen in die Praxis umzusetzen und Verantwortungsbewusstsein, Kooperationsbereitschaft und Empathie zu entwickeln.
Die Materialien und das Gesamtkonzept des Projekts wurden über die Kommunikations- und Informationskanäle des CEO/CCE, darunter Facebook, die CEO/CCE-Website, ein Blog und partnerschaftliche Bildungsmedien, breit beworben, wodurch eine große Sichtbarkeit und Beteiligung in der gesamten polnischen Bildungsgemeinschaft gewährleistet wurde.
Öffentlichkeitsarbeit und Präsentation
Kommunikationskanäle:
- Globaler Bildungs-Newsletter
- Haupt-Newsletter des CEO/CCE (über 25.000 Empfänger)
- Mailings an alle Schulen in der CEO/CCE-Datenbank
Social Media Kanäle:
- CEO/CCE Facebook
https://www.facebook.com/fundacjaCEO/ (45.000+ Empfänger)
- Facebook Global Education
https://www.facebook.com/edukacjaglobalnaCEO/ (5.400+ Empfänger)
Veröffentlichung mit einer Zusammenfassung des Projekts, online verfügbar unter:
https://biblioteka.ceo.org.pl/szkola-pelna-nadziei/
Alle separat veröffentlichten Artikel sind im Abschlussbericht mit entsprechendem Link zu finden.
Fazit
Die geplanten und durchgeführten Maßnahmen wurden erfolgreich umgesetzt und schufen eine gute Grundlage für die Umsetzung weiterer Maßnahmen und die Fortsetzung des Projekts. Auf der Grundlage der bisher durchgeführten Aktivitäten haben die Teilnehmer im Laufe des Projekts und darüber hinaus bereits ausreichende Kenntnisse und Erfahrungen erworben. Es fanden regelmäßige Online-Treffen zwischen der DGU und dem CEO/CCE statt, um die Planung und den reibungslosen Ablauf der Maßnahmen zu unterstützen und die Verwaltung des Projekts sicherzustellen. Die Zusammenarbeit mit der Förderorganisation DBU war geprägt von Vertrauen, Offenheit und Flexibilität, was wesentlich zur reibungslosen Umsetzung und zum Gesamterfolg des Projekts beigetragen hat.
Die praktischen Unterrichtsmaterialien (Unterrichtspläne und Übungen) sind auf der CEO/CCE-Website verfügbar und in der Publikation enthalten. Sie werden während globaler Festtage im Laufe des Jahres, wie dem Weltwassertag, dem Tag der biologischen Vielfalt oder während Webinaren für Lehrkräfte, beworben und werden auch weiterhin beworben werden.
Das Global-Club-Konzept – ein Netzwerk von Lehrkräften im Bereich der globalen Bildung – wurde beibehalten und wird durch die Suche nach neuen Partnern weiterentwickelt, um seine Reichweite und Nachhaltigkeit zu erhöhen. Im laufenden (Wintersemester) werden mit Unterstützung anderer Finanzierungsquellen drei zusätzliche Treffen organisiert.
Das Projekt hat auch dazu beigetragen, die Fähigkeiten zum kritischen Denken unter den Mitarbeitern von CEO/CCE und engen Mitarbeitern, darunter auch Lehrern, die während des ELearning-Kurses als Mentoren tätig waren, zu stärken – insbesondere im Hinblick darauf, wie Narrative konstruiert sind, wie sie unsere Wahrnehmung und unser Handeln beeinflussen und wie positive, auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Narrative in der pädagogischen Praxis gefördert werden können. Dieser Kapazitätsaufbau wird die Fortsetzung und Qualität künftiger Initiativen unterstützen.
Das Projekt führte Wohlbefinden und Selbstfürsorge („Verändere die Welt – beginne damit, dich um dich selbst zu kümmern“) als entscheidende Dimension nachhaltigen Engagements ein. Dieser Ansatz war eine der ersten Initiativen innerhalb des CEO/CCE, die Wohlbefinden als wichtigen Faktor in der Bildungsarbeit verankerte. Dies führte zur Einrichtung einer neuen Abteilung und zur Entwicklung groß angelegter Aktivitäten zur Förderung des Wohlbefindens in der Bildung.