RegioShopper UG (haftungsbeschränkt)
Lotter Str. 32
49078 Osnabrück
Der deutsche Lebensmitteleinzelhandel ist von stark zentralisierten Strukturen geprägt. Skaleneffekte in Logistik, Beschaffung und Vermarktung begünstigen Massenproduktion und großflächige Monokulturen, während kleinteilige, ökologisch und regional wirtschaftende Betriebe zunehmend unter wirtschaftlichem Druck stehen. Die daraus resultierenden umweltrelevanten Defizite sind erheblich: Monokultureller Anbau reduziert die Biodiversität, hohe Produktionsmengen erzeugen umweltschädliche Abfallströme und überregionale Transportketten verursachen unnötige CO₂-Emissionen. Die Wertschöpfung konzentriert sich zudem außerhalb der Erzeugerregionen.
Für regionale Bio-Erzeuger:innen bestehen konkrete Hemmnisse beim Marktzugang: hoher administrativer Aufwand bei der Direktbelieferung, fehlende digitale Schnittstellen, unflexible Anlieferzeiten sowie ein hoher Personalbedarf im stationären Handel, der kleinteilige Sortimente unrentabel macht. Auf Verbraucher:innenseite fehlen niedrigschwellige Einkaufsmöglichkeiten für regionale Bio-Lebensmittel und Transparenz über deren Herkunft.
Ziel des Vorhabens ist der Aufbau eines übertragbaren, digitalisierten Handelssystems, das diese Defizite adressiert und einen ökologisch wie ökonomisch tragfähigen Absatzweg für regionale Bio-Erzeugnisse schafft. Durch automatisierte Ladenprozesse und einen vollständig digitalisierten Anlieferprozess werden die technischen und personellen Hürden für eine vielfältige Direktbelieferung deutlich reduziert.
Umweltrelevante Zielsetzungen im Förderzeitraum sind insbesondere:
- Erhöhung des Anteils regionaler Lebensmittel (< 50 km) und Ausbau auf mindestens 30 regionale Erzeuger:innen je Standort
- Transparenzschaffung und Reduktion der pro Produkt gefahrenen Kilometer durch vorausschauende Bestellprozesse und einen kollaborativen Anlieferungsprozess
- Förderung von Biodiversität durch verlässliche Absatzwege für diversifizierten ökologischen Anbau
- Stärkung des Verbraucher:innenbewusstseins durch Umweltbildungsformate mit einer Reichweite von durchschnittlich 1.000 Personen pro Monat
- Schaffung der Grundlagen für die Übertragbarkeit des Systems über ein Franchise- bzw. Handelsvertretermodell.
Das Vorhaben gliedert sich in drei parallel bearbeitete Themenfelder, aus denen sich konkrete Arbeitspakete ableiten:
AP 1 – Skalierung und Übertragbarkeit (11/2025 – 12/2026):
Eröffnung einer weiteren Filiale und damit Realisierung eines mandantenfähigen Systems. Parallel werden die rechtlichen Grundlagen für ein Franchise- bzw. Handelsvertretersystem erarbeitet und ein Betreiber:innenhandbuch als Knowledge-Base aufgebaut. Methodisch werden juristische Beratung, Expert:inneninterviews mit bestehenden Franchisesystemen und die iterative Dokumentation der eigenen Betriebsprozesse kombiniert.
AP 2 – Systemarchitektur und Synergien (01/2026 – 06/2027):
Weiterentwicklung der IT-Architektur zur Nutzung möglichst vieler Synergieeffekte zwischen den Standorten, u. a. durch gemeinsame Warenwirtschaft, zentrales Controlling und einheitliche Schnittstellen. Voraussetzung für die spätere effiziente Skalierung auf weitere Standorte.
AP 3 – Regionallogistik und Erzeuger:innennetzwerk (01/2026 – 10/2027):
Ausbau auf 30 regionale Produzent:innen im Umkreis von 50 km als Indikator für effiziente Kommunikations- und Bestellprozesse. Hierzu Weiterentwicklung des digitalisierten Bestell- und Anlieferprozesses um ein vorausschauendes Bestellmodul sowie Projektierung eines freiwillig kollaborativen Anlieferungsprozesses.
AP 4 – Umweltbildung und Kommunikation (11/2025 – 10/2027):
Durchführung von Transferveranstaltungen. Aufbau digitaler und analoger Bildungsformate mit dem Ziel, durchschnittlich 1.000 Personen pro Monat zu erreichen, messbar über Newsletter, Social Media sowie App- und Website-Aufrufe. Etablierung eines Kommunikationskanals zwischen Produzent:innen und Konsument:innen über die App, zunächst als Wissenstransfer, in einem zweiten Schritt als intuitive bidirektionale Kommunikation.