Neue DBU-Förderinitiative Digital.Natur.Landschaft

Die Förderinitiative Digital.Natur.Landschaft unterstützt ab sofort digitale Entwicklungen, die einen messbaren Beitrag zum Umweltschutz in der Landnutzung leisten. Förderfähig sind insbesondere Vorhaben, die digitale Technologien gezielt zur Erfassung, Bewertung und Steuerung ökologischer Prozesse einsetzen. Zielgruppe sind kleine und mittlere Unternehmen.

Intakte Ökosysteme erbringen unverzichtbare Leistungen wie saubere Luft und reines Wasser, fruchtbare Böden, Nahrungsmittel und Holz sowie Naturerholung und Lebensqualität. Die Digitalisierung bietet ein erhebliches Potenzial, den Umwelt-, Klima- und Biodiversitätsschutz wirksam zu unterstützen. Mit einer neuen Förderinitiative bringt die DBU beides zusammen.

„Wir haben uns gefragt, wie sich Umweltaufgaben trotz Fachkräftemangel effizient bewältigen lassen. Da sehen wir einen zunehmenden Bedarf für die Nutzung digitaler Prozesse. Zugleich bietet die dynamische Entwicklung digitaler Technologien die Chance, innovative und wirksame Maßnahmen zum Schutz der biologischen Vielfalt und zur nachhaltigen Landnutzung zu erarbeiten.Mit der Förderinitiative ‚Digital.Natur.Landschaft‘ bündelt die DBU deshalb ihre Förderung, um digitale Anwendungen für Biodiversität, Klimaanpassung und Bodenschutz gezielt in die Praxis zu bringen – dort, wo Umweltentscheidungen heute unter Zeitdruck, Datenfragmentierung und Fachkräftemangel getroffen werden“, erklärt Dr. Steffen Walther, Referat Landnutzung und Digitalisierung der DBU.

Ziel der Förderinitiative ist die Entwicklung, Erprobung und Überführung interoperabler, skalierbarer und verstetigungsfähiger digitaler Anwendungen für zentrale Umweltziele der Landnutzung. Die digitalen Entwicklungen sollen einen messbaren Beitrag zum Umweltschutz in der Landnutzung leisten und zugleich die Umsetzung von Umweltaufgaben in Planung, Vollzug und Bewirtschaftung erleichtern.

Themenfelder Biodiversität, Klimaanpassung und Wasserhaushalt sowie Bodenschutz

Der Fokus liegt insbesondere auf den Themenfeldern Biodiversität (Erfassung, Monitoring und Management), Klimaanpassung und Wasserhaushalt (Dürre-, Hitze- und Starkregen-Vorsorge sowie Wasserrückhalt und -nutzung) sowie Bodenschutz (Erosion, Bodenfeuchte und Standortbewertung).

Gefördert werden praxisnahe Modell- und Pilotvorhaben mit klarer Umweltwirkung, messbaren Indikatoren und hoher Anschlussfähigkeit in die Praxis. Die Vorhaben sollen offene Schnittstellen, geeignete Datenstandards und, wo möglich, Open-Source-Komponenten vorsehen und eine Übertragbarkeit auf andere Regionen und Anwendungsfelder sicherstellen. Die Umweltwirkungen sollen projektangemessen beschrieben und, soweit möglich, durch geeignete Indikatoren nachvollziehbar dargestellt werden. Förderfähig sind insbesondere Vorhaben, die digitale Technologien gezielt zur Erfassung, Bewertung und Steuerung ökologischer Prozesse einsetzen.

Zielgruppe: Kleine und mittlere Unternehmen

„Die Förderinitiative richtet sich insbesondere an kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sowie an Kooperationen zwischen Praxisakteuren und Forschungseinrichtungen. Einzelanträge von KMU sind ausdrücklich erwünscht“, sagt Walther. „Wir haben auch in der Vergangenheit derartige Ansätze gefördert, beispielsweise zum Tracking von Vögeln, zum Aufbau von Akteursnetzwerken zum Thema Wald oder zu digitalen Planungswerkzeugen für die ökologische Aufwertung von Flächen (siehe nachfolgende Projektbeispiele). Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, das Thema in einer Förderinitiative zu bündeln, weil digitale Technologien reif für den breiten Praxiseinsatz sind und zugleich der Handlungsdruck in Naturschutz, Wasser- und Flächenmanagement deutlich zunimmt.“ Projektanträge können ab sofort gestellt werden.

Mehr zur Förderinitiative Digital.Natur.Landschaft gibt es unter: https://www.dbu.de/themen/foerderinitiativen/digital-natur-landschaft/

Dr. Walther Steffen

Dr. Steffen Walther vertritt seit April 2025 das Referat „Landnutzung und Digitalisierung“ in der Abteilung Umweltforschung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). Als promovierter Agrarwissenschaftler mit langjähriger Erfahrung in der Agrartechnik und im Precision-Farming-Umfeld interessiert er sich insbesondere für die nachhaltige Gestaltung von Landnutzungssystemen in Agrar-, Natur- und Siedlungsräumen sowie für die Potenziale digitaler Technologien zur Transformation von Landnutzungs- und Agrarsystemen, darunter KI-gestützte Umweltmonitoring-Ansätze, Fernerkundung, Entscheidungsunterstützungssysteme sowie datengetriebene Innovationen für Biodiversität, Klimaschutz und Ressourceneffizienz. Er ist Ansprechpartner für die DBU-Förderinitiative „Digital.Natur.Landschaft“.