Straßenränder, Böschungen, Bahndämme: Sie sind Flächen, die eh da sind. Diese “Eh da-Flächen” werden mit einem digitalen Planungswerkzeug erfasst und Maßnahmen für die ökologische Aufwertung geplant.
Bunte Wiesen, summende Insekten und lebendige Feldränder – was vor Jahrzehnten selbstverständlich war, droht heute vielerorts zu verschwinden. In Deutschland gehen Insektenbestände stark zurück, während die Konkurrenz um freie Flächen wächst. Genau hier setzt das Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) Rheinhessen-Nahe-Hunsrück an: Mit einem DBU-Projekt in der Hessischen Modellregion Homberg (Ohm) und Kirtorf rücken ungenutzte „Eh da-Flächen“ in den Fokus. Das sind Flächen, die weder wirtschaftlich noch für den Naturschutz genutzt werden, aber großes Potenzial für den Artenschutz bieten, wie beispielsweise Straßenränder, Böschungen, Verkehrsinseln oder Bahndämme.
Mithilfe von Geoinformationssystemen (GIS) werden diese Flächen erfasst, bewertet und können gezielt für Insekten und andere Arten aufgewertet werden – beispielsweise durch Pflanzungen. Ein digitales Planungswerkzeug vereinfacht den Prozess für Kommunen und andere Anwender. Dank einer Open-Source-Basis bleibt es auch nach Projektende nutzbar und lässt sich leicht auf andere Regionen übertragen.
In der Modellregion war der Ansatz bereits erfolgreich: Rund 360 Hektar ökologisch wertvolle Gebiete konnten identifiziert werden. Ausgewählte Aufwertungsmaßnahmen wurden schon mit Akteur*innen aus Verwaltung, Landwirtschaft, Naturschutz und Schulen umgesetzt.
Mehr zum Projekt: www.dbu.de/projektdatenbank/38150-01/