Im Auftrag der Deutschen Bundesstiftung Umwelt hat das IZT – Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung – gemeinsam mit dem Landschaftsforschungszentrum Dresden e. V. und Consideo GmbH im Laufe des Jahres 2025 eine Handlungsfeldanalyse zum Themenkomplex „Biodiversität und Wirtschaft“ erstellt.
Die Analyse bietet einen dezidierten Überblick über die Mechanismen zur strategischen Integration von Biodiversität in Unternehmensstrategien, aktuelle Entwicklungen auf nationaler und internationaler Ebene sowie rechtliche Regulierungen, zentrale Einschätzungen von Expert*innen, Analyse von Handlungsansätzen und die Ergebnisse einer Umfrage unter Unternehmen zum Umgang mit Biodiversität.
Zehn Kernaussagen auf einem Blick:
- Die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) und die European Sustainability Reporting Standards (ESRS) sind teilweise von Unternehmen bereits aufgenommen worden. Künftig wirken sie über Umwege und zeitverzögert auch auf KMU – freiwillig als leitende Orientierungshilfe oder über Geschäftsbeziehungen.
- Externen Stakeholdern wie Banken, Versicherungen, Kunden und Lieferkettenpartnern kommt eine zentrale Bedeutung zu.
- Die Finanzwirtschaft ist voraussichtlich ein zukünftiger Treiber des Themas.
- Es mangelt noch an griffigen, standardorientierten Kennzahlen zu Biodiversität und Ökosystemleistungen.
- Trotz umfangreicher Forschung zu Biodiversität fehlt es an praxisnahen Ansätzen, wie Unternehmen das Thema Biodiversität so integrieren können, dass daraus wirtschaftliche Vorteile entstehen.
- Für die Unterstützung von KMU haben Wissensplattformen und die Vernetzung von Unternehmen ein großes Potenzial.
- Sowohl für einzelne Unternehmen als auch die Anbieter von Tools und Hilfestellungen wäre es eine große Vereinfachung, wenn branchenspezifische Indikatoren zur Verfügung stehen würden. Die doppelte Wesentlichkeitsanalyse könnte so bereits für Branchen übergeordnet bereitgestellt werden.
- Derzeit fehlen konkrete monetäre Anreize, sich biodiversitätsfördernd zu verhalten und die Geschäftsmodelle entsprechend auszurichten. Gleichzeitig entsteht durch Naturkapitalansätze, TNFD-Vorschläge und neue Marktmechanismen („Biodiversitätskredite“) ein wachsendes Momentum.
- Um neue, biodiversitätsfreundliche Geschäftsmodelle zu entwickeln und zu stärken und entsprechende Wertschöpfungsketten zu etablieren, braucht es innovative Kooperationsformen.
- Die positiven Effekte der Leistungen von unterschiedlichen Ökosystemen für Wirtschaft und Gesellschaft werden weiterhin oft unterschätzt, somit implizit der Wert von Biodiversität, welche diesen Leistungen in der Regel zugrunde liegt.
Weitere Informationen und die komplette Studie zum Download gibt es unter: www.dbu.de/projektbeispiele/handlungsfeldanalyse-biodiversitaet-und-wirtschaft/