Mit trockenen Füßen durchs Moor

Neue Schilder für den Moorerlebnispfad auf der DBU-Naturerbefläche Pöllwitzer Wald
Neue Schilder schmücken das 2015 eingeweihte Gemeinschaftsprojekt des Tourismusverbandes Vogtland und des DBU Naturerbes.

Zeulenroda-Triebes. Einmal durchs Moor, ohne nasse Füße zu bekommen. Auf der DBU-Naturerbefläche Pöllwitzer Wald können Interessierte das Moor spielerisch und lehrreich über einen 650 Meter langen Holzbohlenweg erkunden. Das 2015 eingeweihte Gemeinschaftsprojekt des Tourismusverbandes Vogtland und des DBU Naturerbes, eine Tochtergesellschaft der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), bietet 20 Informations- und Erlebnistafeln entlang des Moorerlebnispfades, die das DBU Naturerbe nun erneuert hat. „Das Leben im Moor macht neugierig. Wir geben wertvolle Einblicke in diesen faszinierenden Lebensraum und verdeutlichen gleichzeitig die Herausforderung, ihn als Ort der biologischen Vielfalt für die Zukunft zu erhalten“, erklärt Susanne Belting, Fachliche Leiterin im DBU Naturerbe.

20 Informations- und Erlebnistafeln wurden erneuert und vergangene Woche entlang des Moorerlebnispfades angebracht.

Moorgeschichten entlang des Lehrpfades

Der Moorkönig habe die Tochter der Moorfee, Mosi Moosbeere, entführt. So lautet es zu Beginn des Moorlehrpfades auf einer Tafel. Nur wer alle Aufgaben gekonnt löst, kann das entführte Maskottchen aus den Fängen des heimtückischen Königs befreien. Daneben laden die bunt gestalteten Tafeln ein, die Geschichte der Landschaft und die Welt der Tiere und Pflanzen zu erkunden. Auch die Themen Moorschutz und biologische Vielfalt werden veranschaulicht „Wir nehmen den Lebensraum Moor unter die Lupe und haben bei den Rätseln vor allem an Familien und unsere jungen Besucherinnen und Besucher gedacht“, erklärt Belting. Es gelte, beim Baummemorie alle im Moor vorkommenden Baumarten den richtigen Früchten und Blättern zuzuordnen, einen wackligen Moorsteg zu passieren oder dem Moorfrosch einen Ton zu entlocken. Highlight ist der neun Meter hohe Aussichtsturm, von dem aus man zu jeder Jahreszeit einen faszinierenden Blick über die Moorlandschaft hat.

Achtsames Naturerlebnis

Mit dem Einzug der neuen Schilder, beginnt auch die allgemeine Brut-, Setz- und Aufzuchtzeit von Wildtieren. Eine Phase, in der etwa Jungvögel schlüpfen und Rehkitze ihre ersten Laufversuche unternehmen. Besonders in diesem sensiblen Lebensabschnitt benötigen die Jung- und Elterntiere Schutz und einen ungestörten Rückzugsort. „Wir bitten alle Gäste, die DBU-Naturerbefläche Pöllwitzer Wald nur auf ausgewiesenen Wegen zu erkunden und Hunde angeleint zu halten“, betont Belting. So würden Bodennester nicht beschädigt, Störungen vermieden und der Lebensraum für Tier- und Pflanzen erhalten.

Einmal durchs Moor, ohne nasse Füße zu bekommen: Über einen 650 langen Holzbohlenweg können Interessierte das Moor auf der DBU-Naturerbefläche Pöllwitzer Wald erleben.

Pöllwitzer Wald ist eine von 66 DBU-Naturerbeflächen

2011 hat das DBU Naturerbe den ehemaligen militärischen Übungsplatz als Teil des Nationalen Naturerbes vom Bund übernommen. Insgesamt verantwortet die Stiftungstochter den Naturschutz auf 66 Naturerbeflächen mit rund 70.000 Hektar in zehn Bundesländern. Der Bund verzichtet seit 2005 auf den Verkauf ausgewählter, wertvoller Naturflächen im Bundeseigentum und hat bislang rund 164.000 Hektar stattdessen dem Naturschutz gewidmet und einen Großteil an Stiftungen, Naturschutzverbände oder Bundesländer übertragen. Zum Nationalen Naturerbe zählen ehemals militärisch genutzte Gebiete, Flächen entlang der früheren innerdeutschen Grenze, Treuhandareale und stillgelegte Braunkohletagebaue. Im DBU Naturerbe sollen offene Lebensräume mit seltenen Tier- und Pflanzenarten durch Pflege bewahrt, Wälder möglichst ohne menschlichen Eingriff ihrer natürlichen Entwicklung überlassen, strukturarme Forste zu naturnahen Wäldern umgewandelt und Feuchtgebiete sowie Gewässer ökologisch aufgewertet oder erhalten werden. Zudem möchte die DBU-Stiftungstochter Menschen für die heimische Natur begeistern.

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