Mehrheit der Deutschen will mehr Tempo bei GreenTech

Forsa-Umfrage zu grünen Technologien im Auftrag der DBU
Deutliches Signal: In einer von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) beauftragten repräsentativen Umfrage des forsa-Meinungsforschungsinstituts zu GreenTech geht eine klare Mehrheit (80 Prozent) der Deutschen davon aus, dass die Herstellung und der Export umweltfreundlicher Technologien wichtige Säulen für Deutschlands wirtschaftliche Zukunft sind.

Osnabrück. Die Branche mit grünen Technologien, im Fachjargon kurz GreenTech, bleibt zwar für eine von Krisen und Kriegen durchgerüttelte Wirtschaft Wachstumsmotor, Stabilitätsfaktor und Innovationstreiber zugleich. Doch offenbar erwarten die Deutschen von Politik, Wirtschaft und Wissenschaft noch mehr Tempo bei GreenTech. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des forsa-Meinungsforschungsinstituts im Auftrag der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) für den DBU-Umweltmonitor „GreenTech“. DBU-Generalsekretär Alexander Bonde: „Die GreenTech-Branche ist eine Erfolgsgeschichte made in Germany. Seit 2010 hat der Sektor die Bruttowertschöpfung hierzulande jedes Jahr um rund fünf Prozent gesteigert – und stellt zudem mehr als acht Prozent der Exporte sicher. Diesen Trumpf dürfen wir nicht verspielen. Mit innovativem Umweltschutz lässt sich Geld verdienen.“

Ergebnisse der Umfrage übertragbar auf Gesamtheit der Bevölkerung

Mehr Tempo: Fast zwei Drittel (60 Prozent) der Befragten in einer von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) beauftragten Erhebung des forsa-Meinungsforschungsinstituts zu GreenTech bewerten Deutschlands Fortschritt in dem Bereich als lediglich „durchschnittlich“, rund ein Viertel (24 Prozent) gar als „rückständig“.

Es mangele nicht an klugen Köpfen, so Bonde. „Das zeigen die jedes Jahr von der DBU hundertfach geförderten Projekte mittelständischer Unternehmen und Startups.“ GreenTech, die Kurzform für Green Technology (grüne Technologie), mache „die Wirtschaft wettbewerbsfähig“, sagt der DBU-Generalsekretär. Dem 2025 vorgelegten GreenTech-Atlas zufolge vereint die Branche mit grünen Technologien auf Grundlage umweltfreundlicher Produktentwicklungen und Firmenstrategien die Bereiche Umwelt, Technik, Wissenschaft und Wirtschaft. Der GreenTech-Atlas unterscheidet sieben sogenannte „Leitmärkte“, darunter Circular Economy (eine umfassende Kreislaufwirtschaft), Energieeffizienz und umweltfreundliche Mobilität. Die forsa-Umfrage vom 6. bis 19. Januar dieses Jahres zu GreenTech sollte unter anderem herausfinden, wie die Menschen in Deutschland auf umweltfreundliche Technologien und damit verbundene Industrien schauen. Abgefragt wurden ebenfalls Meinungen zur Rolle des Staates etwa bei Förderungen sowie Präferenzen beim Konsum umweltfreundlicher Waren. Die forsa-Ergebnisse können wie bei ähnlichen Stichprobenerhebungen mit üblicher Fehlertoleranz (in diesem Fall plus/minus drei Prozentpunkte) auf die Gesamtheit der Bevölkerung ab 18 Jahren in Deutschland übertragen werden.

Mehrheit der Befragten: Deutschland hat großen Nachholbedarf bei grüner Technologie

Überraschendes Ergebnis: Die drei Branchen Bildung und Digitalisierung, Gesundheit und Pflege sowie umweltfreundliche Energieversorgung sind laut einer von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) beauftragten repräsentativen Umfrage des forsa-Meinungsforschungsinstituts zu GreenTech aus Sicht der Mehrheit der Deutschen am besten prädestiniert für Innovationen – mehr noch als Verkehr und Mobilität oder Bauen und Wohnen, beides Sektoren mit erheblichem Potenzial zur Reduzierung klimaschädlicher Treibhausgasemissionen.

Fast zwei Drittel (60 Prozent) der insgesamt 1.006 forsa-Befragten bewerten demnach den Fortschritt Deutschlands auf Feldern wie erneuerbare Energie, Energieeffizienz, Recycling und Wasserstoff im globalen Maßstab als durchschnittlich, fast ein Viertel (24 Prozent) gar als rückständig. Lediglich elf Prozent sehen Deutschland in den genannten Themen als führend. Diese Erkenntnisse sind umso bemerkenswerter, als eine klare Mehrheit der Befragten (80 Prozent) laut forsa überzeugt ist, dass Herstellung und Export umweltfreundlicher Technologien wichtige Säulen für Deutschlands wirtschaftliche Zukunft sind. Bonde: „Das Votum ist ein wichtiges Signal an Wirtschaft, Wissenschaft, Gesellschaft und Politik, um in Deutschland weiter die Weichen für umweltinnovative GreenTech-Vorhaben zu stellen.“  

Wunsch nach Innovationen in den Branchen Bildung und Digitalisierung sowie Gesundheit und Pflege

Die überragende Mehrheit der Deutschen (93 Prozent) hat keinen Zweifel daran, dass technologische Innovationen für die Zukunft des Landes sehr oder eher wichtig sind. In der Kategorie „sehr wichtig“ liegen dabei Männer mit 70 Prozent deutlich vor den Frauen (38 Prozent). Eine – umgekehrte – Geschlechterpräferenz tritt bei einer anderen Frage zutage, die zu einer weiteren aufschlussreichen Erkenntnis führt. Die Befragten durften aus einer Liste bis zu drei Branchen auswählen, für die sie sich am meisten Innovationen wünschten. Überraschendes Ergebnis: Auf den ersten drei Plätzen liegen die Branchen Bildung und Digitalisierung (61 Prozent), Gesundheit und Pflege (60 Prozent) sowie umweltfreundliche Energieversorgung (49 Prozent). Erst weit dahinter folgen Verkehr und Mobilität (39 Prozent) sowie Bau und Wohnen (18 Prozent) – beides Sektoren mit viel Potenzial zur Reduktion klimaschädlicher Treibhausgas-Emissionen. Der Unterschied zwischen Männern und Frauen manifestiert sich besonders im Bereich Gesundheit und Pflege: Frauen (70 Prozent) wünschen sich demnach deutlich häufiger als Männer (50 Prozent) in diesem Bereich mehr innovatives GreenTech. Dazu DBU-Generalsekretär Bonde: „Der Gesundheitssektor mit rasantem Rohstoff- und Ressourcenverbrauch, täglich tonnenweise Abfall und hohen Treibhausgasemissionen bietet tatsächlich enormes Potenzial, um mit Innovationen Umwelt und Klima besser zu schützen.“ Die DBU-Förderinitiative „CirculAid sei ein Beispiel dafür, „was alles möglich ist“. Bislang sind fünf CirculAid-Projekte von der DBU mit fast 1,2 Millionen Euro unterstützt worden; wer eine kluge Idee hat, kann weiterhin einen Förderantrag stellen.

Mehr staatliche Förderung von Umwelttechnologien hält eine Mehrheit der Deutschen für angebracht. Laut einer repräsentativen Umfrage des forsa-Meinungsforschungsinstituts zu GreenTech im Auftrag der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) wünschen sich insgesamt 69 Prozent der Befragten ein stärkeres Förder-Engagement des Staates auf dem Gebiet. Lediglich ein Zehntel meint, es werde staatlicherseits zu viel gefördert.

Stärkeres Förder-Engagement des Staates bei GreenTech gefordert

Für die Zukunft Deutschlands: Eine überragende Mehrheit der Deutschen (insgesamt 93 Prozent) stuft technologische Innovationen als sehr oder eher wichtig ein – so eine repräsentative Umfrage des forsa-Meinungsforschungsinstituts zu GreenTech im Auftrag der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU).

Laut forsa-Umfrage wünscht sich eine deutliche Mehrheit der Deutschen ein stärkeres Engagement des Staates: Insgesamt 69 Prozent der Befragten hält eine etwas oder deutlich stärkere staatliche Förderung von Umwelttechnologien für notwendig. Rund 16 Prozent sind mit der gegenwärtigen Förderung durch den Staat zufrieden. Lediglich ein Zehntel meint hingegen, es werde staatlicherseits zu viel gefördert. Interessant ist in diesem Zusammenhang, wo diejenigen mit Präferenz für eine stärkere staatliche Förderung Schwerpunkte setzen würden, damit die GreenTech-Branche in Deutschland schneller wächst: Jeweils zwei Drittel (65 Prozent) empfehlen eine stärkere Förderung des Staates für Forschung und Entwicklung sowie in der Kreislaufwirtschaft, also etwa Recycling und Wiederverwertung. Und noch eine Differenzierung ermöglicht die forsa-Umfrage: Wer sich für eine stärkere staatliche Förderung von Umwelttechnologien ausspricht, konnte zudem die nach persönlicher Sicht Hauptverantwortlichen für den Ausbau von Umwelttechnologien benennen. Fazit: Gefordert sind demnach vor allem Staat und Politik, so 39 Prozent der Befragten. Etwa ein Fünftel (21 Prozent) weist diese Rolle indes Industrie und Unternehmen zu. Und rund ein Drittel (32 Prozent) meint, alle seien gleichermaßen für den Ausbau verantwortlich – von Politik über Wirtschaft bis Wissenschaft.

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