
Oberasbach. Schillernde Silbergrasfluren, taumelnde Tagfalter, zirpende Heuschrecken – im städtischen Ballungsraum ist die rund 195 Hektar große DBU-Naturerbefläche Hainberg ein Naturjuwel. Damit das so bleibt, kümmert sich die gemeinnützige Tochtergesellschaft der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), das DBU Naturerbe, als Eigentümerin gemeinsam mit dem Bundesforst um den Erhalt und die Pflege der Lebensräume. Am Samstag, 21. Februar, bekommen sie Unterstützung von engagierten Freiwilligen.
HINWEIS AN DIE REDAKTIONEN:
Bei Interesse sind Sie herzlich eingeladen, sich selbst einen Eindruck von den Arbeiten vor Ort zu machen. Bitte melden Sie sich beim Revierleiter Jens-Eckhard Meyer vom Bundesforstbetrieb Reußenberg (Jens-Eckhard.Meyer@Bundesimmobilien.de; Telefon: 09505–803855) oder bei uns, um einen Termin zu vereinbaren.
Rund 40 Freiwillige leisten persönlichen Naturschutzbeitrag
Ab neun Uhr in der Frühe wird kräftig angepackt: Mit Handsägen, Astscheren, Freischneider und Hacken machen sich rund 40 im Naturschutz erfahrene Freiwillige ans Werk, um den für Sandglöckchen und Ödlandschrecken wichtigen Sandmagerrasen wieder mehr Licht zu verschaffen. Denn noch ist Winterruhe und damit die beste Zeit für Pflegemaßnahmen. „Ohne Mahd, Rückschnitt und Schafbeweidung würden die artenreichen Lebensräume mit dem Aufwuchs von Gehölzen wie Kiefer, Birke und Robinie beschattet werden und dadurch allmählich verloren gehen“, sagt Dr. Roland Schröder, Offenlandmanager im DBU Naturerbe. „Manche Jungbäume sind bereits zwei bis drei Meter hoch“, sagt Revierleiter Jens-Eckhard Meyer vom Bundesforstbetrieb Reußenberg. „Auch der Ginster hat sich zunehmend ausgebreitet.“

Moose und Flechten mit Freischneider, Hacken und Rechen zurückdrängen
Revierleiter Meyer betreut das Gebiet im Auftrag des DBU Naturerbes und freut sich, wenn die Aktiven kräftig mit anpacken. Einen ganzen Tag lang leisten die Teilnehmenden rund um die ehrenamtlichen Initiatoren Norbert Meyer und Dr. Klaus Mandery einen persönlichen Beitrag, um dort Gehölze zurückzuschneiden und das Verbuschen zu verhindern. Zusätzlich wollen die Aktiven mit Freischneider, Hacken und Rechen die teils mit Moosen und Altgras verfilzten Sandmagerrasen wieder in frühe Stadien der Vegetationsentwicklung zurückversetzen. Die rund 195 Hektar große DBU-Naturerbefläche ist als Teil des Nationalen Naturerbes dem Naturschutz gewidmet und zudem als Naturschutzgebiet „Hainberg“ ausgewiesen. Mosaikartig verteilt soll im Einvernehmen mit den zuständigen Naturschutzbehörden punktuell gepflegt werden. Andrea Kerskes von der höheren Naturschutzbehörde des Regierungsbezirks Mittelfranken und Chiara Engelbrecht von der unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Fürth freuen sich über die Initiative und nehmen selbst teil.

Ehemalige militärische Nutzung hielt Sandböden offen und sicherte artenreiche Lebensräume
Die DBU-Naturerbefläche Hainberg im Landkreis Fürth umfasst die größte zusammenhängende Sandmagerrasenfläche Nordbayerns. Die großen Offenflächen sind überwiegend aus der langen bereits zu Zeiten des Dreißigjährigen Krieges begonnenen militärischen Nutzung des Hainbergs hervorgegangen. Zuletzt stellte etwa das Befahren mit schweren Rad- und Kettenfahrzeugen wie Panzern eine gewisse Dynamik und somit zeitweise Offenhaltung der Sandböden sicher. „Demnächst wollen wir eine ähnliche Bodenbearbeitung durch den Einsatz einer Kreiselegge testen“, sagt Meyer. Schröder verweist auf das durch Dünen und Flugsandfelder abwechslungsreiche Relief: „Da gibt es einige Bereiche, wo eine Kreiselegge nicht hinkommt und die Unterstützung der freiwillig Aktiven sehr willkommen ist.“ Bewuchsfreie Sandböden bieten, so Schröder, Lebensraum für spezialisierte Pflanzengesellschaften wie Silbergrasfluren und bodennistende Wildbienen. Die Initiatoren der Freiwilligenaktion verweisen zudem auf bundesweit bedeutsame Vorkommen verschiedener Wespenarten wie das der größten Goldwespe Deutschlands, die sich unter anderem am Nektar des Berg-Sandglöckchens bedienen. Wenn im Frühjahr und Sommer die Natur auf dem Hainberg wieder auflebt, profitieren neben den Tier- und Pflanzenarten auch Erholungssuchende aus den nahegelegenen Großstädten Fürth, Erlangen und Nürnberg von den Pflegemaßnahmen im Winter.