Deutsche Innovation schont Klima und steigert Produktion

Staatssekretär Kampeter zu Besuch bei weseralu – DBU-Förderung ebnete Weg für weltweit ersten Technikeinsatz

Minden. Was wären die kühnsten Ideen, die kreativsten Entwicklungen, wenn sie keiner in der Praxis umsetzt? Die kooperierenden Unternehmen Bültmann (Neuenrade) und Zenergy Power (Rheinbach) fanden mit ihrer klimaschonenden Technologie den Weg auf den Markt: Mit Hilfe der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) entwickelten sie einen energiesparenden Magnetheizer für die metallverarbeitende Industrie. In dem mittelständischen Betrieb weseralu kam die Anlage weltweit erstmalig zum Einsatz. Der Mut hat sich gelohnt: „Mit dem neuen Verfahren sparen wir fast die Hälfte an Energie und können die Produktion um ein Viertel steigern“, so weseralu-Geschäftsführer Bardo Ostermeyer. Für Dr. Wulf Grimm, DBU-Abteilungsleiter Umwelttechnik, ist das ein Beispiel, „dass Ökonomie und Ökologie sich ideal ergänzen können“. Er war heute mit dem neuen DBU-Kuratoriumsmitglied Steffen Kampeter, Bundestagsabgeordneter und parlamentarischer Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, bei weseralu in Minden.

Mit neuer Anlage Stromverbrauch halbieren - Zeit und Ressourcen sparen

Hochtemperatursupraleiter sind ein Schlüssel zu mehr Energieeffizienz in der metallverarbeitenden Industrie. Bis zu hundertmal mehr Strom als ein vergleichbarer klassischer Kupferdraht können sie übertragen – und das nahezu verlustfrei. Das Potenzial dieser Technik haben die nordrhein-westfälischen Unternehmen Bültmann und Zenergy Power früh erkannt. Sie entwickelten mit finanzieller Hilfe der DBU einen Magnetheizer auf Basis der Supraleiter-Technologie. „Um Metallblöcke für die Weiterverarbeitung zu erhitzen, waren bislang große Mengen an Energie notwenig. Mit unserer Anlage lässt sich der Stromverbrauch halbieren“, sagt Dr. Carsten Bührer, Geschäftsführer von Zenergy Power. Das spare Zeit und Ressourcen. „Für Betriebe, die die klimaschonende Technik künftig nutzen, bieten sich zusätzlich auch wirtschaftliche Vorteile“, so Kampeter.

weseralu-Geschäftsführer Bardo Ostermeyer (M.) präsentiert ein Presswerkzeug zur Herstellung von Aluminiumprofilen vor dem neuen energiesparenden Magnetheizer im Beisein von (v.l.) Andreas Bültmann, Dr. Carsten Bührer, Steffen Kampeter und Dr. Wulf Grimm.
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In Minden weltweit erstmaliger Einsatz - Produktion um 25 Prozent gesteigert

Bei dem Aluminiumstrangpresswerk weseralu kam der magnetische Blockheizer weltweit erstmalig in der industriellen Produktion zum Einsatz. Mit der Anlage werden beispielsweise Aluminiumprofile für den Fensterbau erhitzt und geformt. „Was vorher zweieinhalb Minuten gedauert hat, lässt sich nun in nur 75 Sekunden umsetzen“, betont Ostermeyer. „Dadurch konnten wir unsere Produktion um 25 Prozent steigern. Bis Ende des Jahres werden wir unseren Betrieb komplett auf die neue Technik umstellen.“

Kreative Köpfe hinter der Idee bereits mit Deutschem Umweltpreis ausgezeichnet

Nicht nur die Firma weseralu, auch die DBU war von der Entwicklung von Bültmann und Zenergy Power überzeugt und förderte die Innovation in den Jahren 2005 bis 2008 mit knapp 600.000 Euro. Vergangenes Jahr verlieh die Stiftung den kreativen Köpfen hinter der Idee, den Geschäftsführern von Bültmann und Zenergy Power, Petra Bültmann-Steffin und Dr. Carsten Bührer, ihren Deutschen Umweltpreis 2009. Grimm: „Für die Supraleiter-Technologie bestehen in der Energietechnik zahlreiche Einsatzmöglichkeiten. In Zeiten, in denen Klimaschutz und Energieeffizienz dringlicher sind denn je, stellen sie eine zukunftsträchtige Lösung dar.“

Ansprechpartner für Fragen zum Projekt:

Bardo Ostermeyer, Weseralu GmbH & Co. KG, Telefon: 0571/387050, Telefax: 0571/3870555

Dr. Carsten Bührer, Zenergy Power GmbH, Telefon: 02226/9060607, Telefax: 02226/9060900

Petra Bültmann-Steffin, Bültmann GmbH, Telefon: 02394/18231, Telefax: 02394/18171

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