Projekt 41233/01

Riffretter Ostsee: Strategien für die Wiederherstellung von flachen Steinriffen

Projektdurchführung

Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Center for Ocean and Society (CeOS)
Fraunhofer Str. 16
24118 Kiel

Zielsetzung

Die Ostsee ist durch menschliche Einflüsse wie Überdüngung, Schadstoffein-träge und den Klimawandel stark belastet. Dazu kommen die Folgen der großflächigen Ent-nahme von Findlingen („Steinfischerei“) bis in die 1950er Jahre, durch die wertvolle Riffle-bensräume zerstört wurden. Dadurch gingen rund 100–200 km² besiedelbare Hartsubstrate verloren, die zuvor einer vielfältigen marinen Flora und Fauna als Lebensraum dienten. Die Auswirkungen der Steinfischerei beeinträchtigen das Ökosystem bis heute.
Riffretter zielt darauf ab, die ökologische und soziale Wirksamkeit von Wieder-herstellungsmaßnahmen flacher Steinriffe in der westlichen Ostsee nachzuweisen. Es beglei-tet eine geplante Riffanlage bei Waabs/Boknis Eck wissenschaftlich und verbindet ökologische Forschung mit sozial-ökologischer Analyse, Umweltbildung und Wissenstransfer. Ziel ist es, die Wirkung solcher Renaturierungen auf Biodiversität und Küstengemeinden zu bewerten, die Zusammenarbeit der in die Maßnahme eingebundenen Akteure zu unterstützen, ge-eignete Methoden für standardisiertes Monitoring und vereinheitlichte Umsetzung zu entwickeln und durch praxisnahe Handlungsempfehlungen zukünftige Maßnahmen zu befördern und ihre Wirksamkeit zu erhöhen. Durch enge Zusammenarbeit mit Behörden und über die Einbindung lokaler Akteure soll das Projekt langfristig und nachhaltig zur Erholung mariner Lebensräume beitragen.

Arbeitsschritte

Die Umsetzung erfolgt in Zusammenarbeit mit einer bereits geplanten und genehmigten Ausgleichsmaßnahme des Wasserstraßen-Neubauamts Nord-Ostsee-Kanal.
Riffretter umfasst fünf Arbeitspakete:
1. Projektkoordination und -management: Steuerung von projektübergreifenden Akti-vitäten, Erfassung von Schwierigkeiten, Umsetzung von Maßnahmen für die Gemeinschaftsbildung innerhalb des Projektteams.
2. Sozial-ökologische Forschung: Erhebung von Nutzerinnen- und Nutzerinteressen, Wahrnehmung sowie gesellschaftlicher Relevanz, Akzeptanz und Wirksamkeit.
3. Begleitforschung zur ökologischen Wirksamkeit: Integration von methodischen Ansätzen und Vergleichsdaten aus Vorerhebungen und Untersuchung natürlicher Riffe und geplanter Maßnahmenerfolgskontrolle. Machbarkeitsstudie für ein zukünftiges nicht-invasives Monitoring der Dynamik der Riffbesiedlung. Analyse von Fischbesiedlung, Materialvergleich und akustisches Monitoring.
4. Wissenstransfer und Verstetigung: Entwicklung eines Leitfadens für Riffwiederherstellungen in der Ostsee, Netzwerkaufbau sowie Kommunikations- und Vernetzungsangebote.
5. Umweltbildung: Vermittlung der Bedeutung von Steinriffen an verschiedene Zielgruppen durch verschiedene Veranstaltungen, Tauchangebote und Infomaterialien.
Durch die Verknüpfung von Forschung, Praxis, Umweltbildung und Wissenstransfer ist das Vorhaben ein Leuchtturmprojekt für Riffwiederherstellungen, das durch seine Übertragbarkeit auf zukünftige Maßnahmen dieser Art langfristig zur Verbesserung des ökologischen Zustands der Ostsee beiträgt.

Übersicht

Fördersumme

978.573,00 €

Förderzeitraum

01.09.2026 - 31.08.2029

Bundesland

Schleswig-Holstein

Schlagwörter

Land use
Nature Conservation