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10249 Berlin
Die zunehmende Elektrifizierung des Endverbrauchs durch Batteriespeicher, Wärmepumpen und Ladeeinrichtungen für Elektrofahrzeuge verändern den Stromverbrauch in privaten Haushalten grundlegend. Gleichzeitig steigt der Anteil wetterabhängiger erneuerbarer Energieerzeugung im Stromsystem. Damit wächst der Bedarf an intelligenten Lösungen, die Erzeugung, Speicherung und den Verbrauch zeitlich besser aufeinander abstimmen. Home Energy Management Systeme (HEMS) übernehmen hierbei eine Schlüsselrolle: Sie sollen Energieflüsse zwischen der PV-Anlage, dem Stromspeicher, den größeren Verbrauchern und dem Stromnetz intelligent steuern. Dadurch können sie den Eigenverbrauch erhöhen, Stromkosten senken, die Netzbelastung reduzieren und so zur besseren Integration zusätzlicher erneuerbarer Energien beitragen.
Dynamische Stromtarife und zeitvariable Netzentgelte eröffnen neue Möglichkeiten, Speicher und flexible Verbraucher gezielt in Niedrigpreisphasen aus dem Netz zu versorgen. Mithilfe der Preissignale entsteht ein Anreiz, Energie in Zeiten hoher erneuerbarer Stromverfügbarkeit und niedriger Netzbelastung zu nutzen. Bislang ist jedoch offen, wie gut am Markt verfügbare HEMS diese Aufgabe unter realen Bedingungen tatsächlich erfüllen. Insbesondere fehlen unabhängige Untersuchungen, die neben den Kosten auch technische Limitierungen und die Netzdienlichkeit berücksichtigen.
Ziel des Vorhabens „HEMS-Test“ ist es, die Qualität und die Netzdienlichkeit intelligenter Energiemanagementlösungen besser einzuordnen und Impulse für deren Weiterentwicklung zu geben. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie HEMS dazu beitragen können, private Haushalte wirtschaftlicher, effizienter und netzdienlicher mit erneuerbaren Energien zu versorgen.
Das Vorhaben soll Markttransparenz schaffen, Qualitätsunterschiede sichtbar machen und Herstellern konkrete Anreize zur Verbesserung ihrer Energiemanagementlösungen geben. Durch die unabhängige Bewertung können Optimierungspotenziale identifiziert und effizientere Steuerungsstrategien entwickelt werden, um möglichst schnell in den Markt zu diffundieren. Bereits geringe Verbesserungen je Einzelsystem können angesichts des stark wachsenden Marktes für PV-Batteriespeicher und HEMS erhebliche ökologische Wirkungen entfalten. Damit leistet das Projekt einen Beitrag zur besseren Nutzung dezentraler Flexibilitäten, zur Reduktion vermeidbarer Energieverluste und zur Entlastung der Stromnetze.